Die verlorenen Features von Anthem - Entwickler erklärt, warum die Trailer zu viel versprachen

Die Trailer von Anthem sahen super aus und haben viel versprochen. Nach Release wird klar: Bioware hat nicht alle angekündigten Features ins Spiel gepackt. Nun verrät ein Entwickler warum.

von Michael Herold,
06.03.2019 19:05 Uhr

Wenn es nur nach den Trailern ginge, wäre Anthem ein viel besseres Spiel geworden.Wenn es nur nach den Trailern ginge, wäre Anthem ein viel besseres Spiel geworden.

Die ersten Trailer und Gameplay-Videos von Anthem haben uns vor Release nicht nur ein wunderschönes, sondern auch ein extrem lebendiges Spiel versprochen. Nach dem Launch wissen wir nun, dass Bioware nicht all seine Versprechen gehalten hat und viele vorab gezeigte Features nicht den Weg in das finale Produkt gefunden haben.

Welche Features fehlen im Spiel? Der User TheWalkingDerp_ hat sich die Mühe gemacht im Anthem-Subreddit eine Liste mit acht Punkten zusammenzustellen, die er in den Trailern gesehen hat, aber im Spiel vermisst. Hier die verlorenen Anthem-Features im Überblick:

  • Missionen direkt aus einem Läufer starten.
  • Übergangsanimationen zwischen Fort Tarsis und der Open World statt einem ewig langen Ladebildschirm.
  • Scar-Gegner, die dynamisch aus dem Boden hervorkrabbeln, statt einfach aus einem Portal zu spawnen.
  • Explosionen und überraschende Momente, die unsere Flüge durch die Open World spannender machen.
  • Missionsmarkierungen im freien Spiel.
  • Die Möglichkeit, eine Festungs-Mission (Stronghold) aus dem freien Spiel heraus starten zu können.
  • Nachträglicher Einsteigen von weiteren Mitspielern, selbst während einer Mission.
  • Mehrere Javelins zur Auswahl in der Schmiede.

Diese Aspekte aus den Trailern hat Bioware im Laufe der Entwicklung über Board schmeißen müssen. (Quelle: TheWalkingDerp_, Reddit)Diese Aspekte aus den Trailern hat Bioware im Laufe der Entwicklung über Board schmeißen müssen. (Quelle: TheWalkingDerp_, Reddit)

Entwickler: »Wir waren transparent, aber Dinge ändern sich«

Das Posting ist inzwischen zum absoluten Top-Thema des Anthem-Subreddits herangewachsen. Direkt darunter hat zudem der Lead Producer von Bioware, Ben Irving, bereits ein Statement veröffentlicht. In seinem Kommentar erklärt er, dass sich Spiele im Laufe der Entwicklung eben ändern und manche geplanten Features es eben einfach nicht schaffen:

"Das Problem an Transparenz ist, dass sich Dinge ändern. Wir haben unser Bestes gegeben, um während unserer Reise zum Release möglichst offen zu sein. Aber gleichzeitig wussten wir, dass sich einige Dinge und ändern würden. Manchmal würden die Leute sich darüber freuen und manchmal würde es sie aufregen. Das ist der Preis der Transparenz.
Um das genauer auszuführen: Die Entwicklung von Spielen steckt voller Veränderungen. Es gibt Millionen von Gründen, warum man mit einer Idee loslegt und sie sich dann im Laufe der Zeit verändert. Das ist ganz normal und passiert bei jedem Spiel. Wir haben so viel mit euch geteilt, wie möglich. Manches ändert sich eben. Dank unserer Transparenz kam es nun also, dass einige Dinge, die wir gesagt haben, letztlich nicht wahr wurden. Das liegt aber nicht daran, dass irgendjemand unehrlich war, sonder daran, dass sich während der Entwicklung manches ändert."

Was nun tatsächlich in Anthem steckt und warum Biowares Shooter-Experiment zumindest zum Release noch nicht aufgegangen ist, erfahrt ihr in unserem Test zu Anthem.

Mit Anthem kehrt Bioware dem Singleplayer den Rücken (Plus-Report)

Neben den oben genannten fehlenden Features haben die ersten Trailer und Gameplay-Videos außerdem noch ein weiteres Versprechen gegeben, das im fertigen Spiel nicht gehalten wurde: Obwohl Anthem letztlich immer noch hervorragend aussieht, hat die Grafik ein ordentliches Downgrade erhalten. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Downgrade-Check im folgenden Video.

Ist Anthem das Spiel, das Bioware versprochen hat? - Video: Downgrade-Check mit der E3-Demo 7:45 Ist Anthem das Spiel, das Bioware versprochen hat? - Video: Downgrade-Check mit der E3-Demo


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