Diskriminierungsvorwürfe beim LoL-Entwickler - Riot geht gegen Klagen vor, jetzt droht ein Streik

League-of-Legends-Entwickler Riot Games soll versuchen, die gegen das Studio erhobenen Klagen von Mitarbeiterinnen außergerichtlich zu lösen. Dagegen begehren die Angestellten nun auf.

von Fabiano Uslenghi,
30.04.2019 19:16 Uhr

Im Hauptquartier des LoL-Entwickler sollen toxische und sexistische Arbeitsbedingungen geherrscht haben. Im Hauptquartier des LoL-Entwickler sollen toxische und sexistische Arbeitsbedingungen geherrscht haben.

Die League-of-Legends-Macher bei Riot Games sehen sich seit November letzten Jahres mit mehreren Klagen von ehemaligen Mitarbeiterinnen konfrontiert. Laut Kotaku soll das Unternehmen jetzt Schritte eingeleitet haben, um die Klagen mittels Schlichtung außergerichtlich zu lösen.

Einem Anwalt der Klägerinnen zufolge würde Riot Games mithilfe einer Klausel in den Arbeitsverträgen die Klägerinnen zu einer Schlichtung zwingen wollen. So sollen sie schon bei ihrer Anstellung unterzeichnet haben, dass sie auch im Falle von Diskriminierung, Belästigung und nicht gezahlter Löhne nur außergerichtlich gegen ihren Arbeitgeber vorgehen werden.

Dieses Vorgehen von Riot soll nun wiederum bei den noch angestellten Mitarbeitern für große Empörung gesorgt haben. Einige der Angestellten teilten dem Magazin Waypoint mit, dass über einen Streik geredet wird.

"Gespräche über einen Streik werden seit dem Kotaku-Artikel unter einigen Leuten immer lauter, mit unterschiedlicher Bereitschaft. Die Geschäftsführung hat konstante Transparenz und Maßnahmen versprochen und sich dann nicht an diese Versprechen gehalten."

Das sagt Riot Games

Auch innerbetrieblich sorgte die Unruhe für Aufmerksamkeit. So soll Riot's Gleichstellungsbeauftragte Angela Rosboro via Slack Mitarbeiter zu einem Gruppengespräch eingeladen haben. Auch CEO Nicolo Laurent meldete sich zu Wort. In einer Pressemitteilung an US-amerikanische Medien heißt es:

"Wir sind stolz auf unsere Kollegen, die für das einstehen, an das sie glauben. Wir wollen Mitarbeitern immer die Möglichkeit geben, Gehör zu finden, also setzten wir uns heute mit ihnen zusammen, um mehr über ihre Meinung zur Schlichtung zu erfahren. Wir werden das Thema außerdem während unserer zweiwöchentlichen Firmen-Versammlung am Donnerstag besprechen. Beides sind wichtige Plattformen für uns, um aktuelle Firmen-Praktiken zu diskutieren und uns Feedback von Mitarbeitern anzuhören, was wichtig für alle unsere Praktiken und Prozedere ist, einschließlich der Schlichtungen."

Wofür wird Riot angeklagt?

Im August sorgte eine umfangreiche Kotaku-Reportage über die betrieblichen Strukturen bei dem LoL-Entwickler für großes Aufsehen. Darin wurde unter anderem berichtet, dass eine signifikante Zahl von Mitarbeiterinnen bei Riot Games unterdrückt und gedemütigt worden sind.

Aus der Anklageschrift im November geht zudem hervor, dass es zu ungleichen Bezhalungen zwischen Frauen und Männern kam und auch die Aufstiegschancen auf höhere Positionen nur Männern in Aussicht gestellt wurden.

Mehr Details zu den Sexismus-Vorwürfen gegen Riot findet ihr in unserer Zusammenfassung.

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