Doppelt geschlossenes Funkloch sorgt für Verwirrung: Telekom und Vodafone bauen zwei Masten

Die Deutsche Telekom und Vodafone schließen in einer sächsischen Kleinstadt ein Funkloch. Das Problem: Beide bauen einen eigenen Mast.

von Sara Petzold,
17.12.2019 19:51 Uhr

Eine kleine sächsische Gemeinde bekommt gleich zwei Mobilfunkmaste - aufgrund fehlender Absprachen zwischen Vodafone und der Deutschen Telekom. (Bildquelle: pxhere.com / CC0 Public Domain) Eine kleine sächsische Gemeinde bekommt gleich zwei Mobilfunkmaste - aufgrund fehlender Absprachen zwischen Vodafone und der Deutschen Telekom. (Bildquelle: pxhere.com / CC0 Public Domain)

Während deutschlandweit noch immer diverse Funklöcher auf ihre Abdeckung warten, bekommt eine kleine sächsische Gemeinde gleich doppelte Abhilfe: Vodafone und die Deutsche Telekom bauen in Lawalde derzeit jeweils einen eigenen Mobilfunkmast.

Das Kuriose dabei: Die Masten stehen laut Golem lediglich 250 Meter voneinander entfernt und stopfen damit praktisch dasselbe Funkloch - frei nach dem Motto: Doppelt hält besser.

In Anbetracht der Tatsache, dass Standorte für neue Antennen generell als seltenes Gut gelten, wundert sich die Bürgermeisterin der Gemeinde von 1.850 Einwohnern über die mangelnde Absprache.

Vodafone beklagte fehlende Informierung

Vodafone beklagt, die Deutsche Telekom habe das Unternehmen nicht über den geplanten Ausbau in Lawalde informiert. Vodafone beklagt, die Deutsche Telekom habe das Unternehmen nicht über den geplanten Ausbau in Lawalde informiert.

Sie sagte gegenüber der Sächsischen Zeitung: »Die beiden Firmen sollen erst einmal klären, ob es geht, dass sie sich auf einem Mast zusammentun«. Ganz so einfach scheinen die beteiligten Firmen die Sache aber nicht auflösen zu können.

Ein Sprecher der Telekom erklärte zwar, man biete »den Standort allen anderen Mobilfunkanbietern zur Mitnutzung an, so dass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssen«.

Vodafone verweist aber darauf, dass die öffentliche Datenbank der BNetzAg keinen Eintrag über den Mast der Telekom enthalten habe, als Vodafone selbst mit der Planung einer eigenen Antenne begonnen habe.

Doppelausbau vorerst unumgänglich?

Die aktuellen Aussagen der Telekom und von Vodafone klingen nicht danach, dass man sich auf die gemeinsame Nutzung eines Masts einigen kann. Die aktuellen Aussagen der Telekom und von Vodafone klingen nicht danach, dass man sich auf die gemeinsame Nutzung eines Masts einigen kann.

Entgegen der Angabe der Bürgermeisterin, sie habe beide Firmen auf die Doppelung mehrfach hingewiesen, erklärt Vodafone, weder die Gemeinde noch die Telekom habe das Unternehmen über den Bau eines Telekom-Mastes informiert.

Weil Vodafone bereits entsprechende Verträge zur Errichtung des Mastes geschlossen habe, könne man vom Bau jetzt nicht mehr zurücktreten und schließe »die Mitnutzung des Telekom-Standortes in dieser fortgeschrittenen Phase aus«.

Die kleine sächsische Gemeinde Lawalde wird also wohl vorerst über zwei Mobilfunkmasten verfügen.

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