»E-Sport ist kein Sport« - DFB-Präsident Grindel kritisiert Förderungs-Pläne der GroKo

Laut DFB-Präsident Reinhard Grindel sind die Pläne der Großen Koalition, E-Sport olympisch zu machen, geradezu absurd. Seiner Meinung nach »gehört Fußball auf den grünen Rasen und hat mit anderen Dingen, die computermäßig sind, nichts zu tun.«

von Michael Herold,
05.03.2018 15:17 Uhr

Reinhard Grindel zufolge ist es "eine absolute Verarmung", dass sich Kinder immer mehr mit Videospielen und digitalen Endgeräten befassen, statt mit "echtem" Sport.Reinhard Grindel zufolge ist es "eine absolute Verarmung", dass sich Kinder immer mehr mit Videospielen und digitalen Endgeräten befassen, statt mit "echtem" Sport.

Nachdem am vergangenen Wochenende auch die SPD der Bildung einer neuen Großen Koalition zugestimmt hat, steht der Umsetzung der Koalitionspapiere nicht mehr viel im Weg. Vor allem für Gamer ist dies eine gute Nachricht, denn zu den Plänen der GroKo gehört unter anderem, E-Sport als offiziellen Verbandssport anzuerkennen.

Einer der wichtigsten deutschen Sport-Funktionäre, DFB-Präsident Reinhard Grindel, hält von diesem Vorhaben allerdings überhaupt nichts. In einem Interview im "Weser-Strand", einem Talk-Format des Weser-Kuriers, äußerte er heftige Kritik an den Plänen der Großen Koalition.

Die Idee, E-Sport eines Tages als Sportart bei den Olympischen Spielen zuzulassen, sei geradezu "absurd" und E-Sport an sich sei für ihn einfach kein echter Sport:

"Ich glaube, dass die größte Konkurrenz für die Frage 'Kommen Kinder und Jugendliche zu uns in die Sportvereine' gar nicht Handball, Basketball oder andere Sportarten sind, sondern wirklich das Befassen mit digitalen Endgeräten. Ich glaube, das ist eine absolute Verarmung. Zum Sport gehört, dass man einen direkten Kontakt hat zu denen, mit denen man Sport betreibt, dass der Sport eine soziale Funktion hat, die eben in der Gemeinschaft ausgeübt wird. Und deshalb noch einmal: Fußball gehört auf den grünen Rasen. E-Sport ist für mich kein Sport."

E-Sport bleibt umstritten

Auch Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer bei Borussia Dortmund, hat sich bereits klar gegen E-Sport ausgesprochen. Bei einer Hauptversammlung des BVB im November 2016 erklärte er im Bezug auf die Bemühungen von Schalke 04, ein eigenes E-Sports-Team aufzubauen: "Ich finde das komplett scheiße."

Diese negative Haltung gegenüber dem E-Sport teilen aber bei weitem nicht alle Funktionäre im deutschen Sport. Sieben der 18 aktuellen Bundesligisten haben bereits eine eigene E-Sport-Abteilung und fast alle Erstligisten lassen eigene Vertreter in der Virtuellen Bundesliga von FIFA 18 antreten.

Interessant an der Personalie Reinhard Grindel ist zudem seine politische Vergangenheit. Bevor er 2016 Wolfgang Niersbach als Präsidenten des Deutschen Fußballbundes ablöste, war er 14 Jahre lang (seit 2002) Mitglied des Deutschen Bundestags.

Gemeinsam mit seinen Parteikollegen von der CDU Monika Grütters und Volker Kauder, sowie Olaf Scholz von der SPD und Dorothee Bär von der CSU, rief Grindel 2007 den Deutschen Computerspielpreis ins Leben. Komplett abgeneigt war er Videospielen zumindest damals also offensichtlich nicht.

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