Elite: Dangerous - Spieler droht den Aliens im Spiel per Gedicht, kassiert Twitter-Bann

Dass die Twitter-KI nicht zwischen Drohungen gegen fiktive Aliens und echte Menschen unterscheidet, wurde dem Account eines Elite-Dangerous-Spielers zum Verhängnis.

von Christian Just,
09.10.2018 14:39 Uhr

Vorsicht: Wer den Thargoiden aus Elite: Dangerous auf Twitter mit dem Tode droht, riskiert offenbar Konto-Sperrung.Vorsicht: Wer den Thargoiden aus Elite: Dangerous auf Twitter mit dem Tode droht, riskiert offenbar Konto-Sperrung.

Entweder die Thargoiden aus Elite: Dangerous haben starke Fürsprecher in der Twitter-Zentrale, oder, was wahrscheinlicher ist, die Twitter-KI unterscheidet nicht zwischen Drohungen gegen echte Menschen und fiktive Aliens.

Letzteres musste der belgische Twitter-Nutzer und Elite-Spieler Tim Wellens schmerzlich feststellen, nachdem er anlässlich des britischen Gedicht-Tages (National Poetry Day) am 4. Oktober 2018 das Gedicht mit den folgenden Worten absetzte:

"Rosen sind rot,
Veilchen sind blau,
Thargoid oder Feind,
Ich werde kommen, um dich zu töten.

Roses are red,
Violets are blue,
Thargoid or foe,
I will come to kill you. "

Das fasste die Twitter-KI, wer kann es ihr verübeln, offenbar als Todesdrohung auf, da sie die Aussage nicht in den Kontext eines Videospiels setzte. Wellens erhielt eine Nachricht von Twitter, die auf die Sperrung seines Kontos hinwies - mit der Erklärung, dass Drohungen gegen Einzelpersonen oder Gruppen auf Twitter nicht toleriert werden.

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Computer sagt nein

So positiv die Nachricht ist, dass Twitter rigoros gegen Drohungen vorgeht, so erschreckend die Tatsache, dass Menschen von einer, in diesem Fall, fehlerhaften oder bestenfalls ungenauen Künstlichen Intelligenz abgeurteilt werden. Und dass offenbar keine echten Mitarbeiter in den Prozess der Sperrung involviert sind, die anders als KIs über eine verlässliche Fähigkeit zur Assoziation verfügen.

Die Versuche Wellens', Kontakt mit Twitter aufzunehmen und die Sperrung seines Kontos aufzuheben, blieben bis dato nämlich erfolglos. Gegenüber Eurogamer äußerte der Elite-Spieler:

"Ich erklärte, dass Elite ein Weltraumspiel ist und dass Thargoiden eine fiktive außerirdische Spezies in einem Spiel sind, und dass ich nie eine echte Person oder Organisation auf Twitter bedroht habe."

Die Sperrung seines Kontos sei für ihn ein großer Verlust, da er darüber Kontakt mit vielen Freunden gehalten habe. Wellens hatte 4500 Follower auf Twitter.

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Wieso er den Tweet überhaupt absetzte

Wellens tweetete das Gedicht anlässlich des National Poetry Day in Großbritannien als Antwort auf einen Tweet des offiziellen Kanals von Elite: Dangerous, der ebenfalls ein Gedicht vorgab, das übersetzt wie folgt lautet:

"Es gab einmal einen Piloten aus Lave,
Der nicht besonders mutig war.
Er begegnete einem Thargoiden,
Dem er zu entkommen versuchte,
Aber jetzt ist er mit einem Fuß im Grab!"

Solidarität aus der Elite-Community

Derweil zeigen andere Spieler von Elite: Dangerous ihre Unterstützung für den gebannten Kommandanten. CMDR Allcrowsareblack beispielsweise fordert im folgenden Tweet die Community dazu auf, Solidarität mit Wellens zu zeigen, um Aufmerksamkeit zu generieren und das Konto wiederherzustellen.

Ob das dazu führt, dass Wellens sein Konto tatsächlich wiedererhält, bleibt abzuwarten. Es ist jedenfalls schön zu sehen, wie die (auch sonst leidenschaftliche) Elite-Community ihrem Mitglied zur Seite springt.

Dass Spieler in Elite: Dangerous mitunter sehr hilfsbereit sein können, zeigt auch die Vereinigung der »Fuel Rats«. Wenn Kommandanten im gigantischen Ingame-Weltraum stranden, fliegen die Fuel Rats mitunter enorme Strecken, um den armen Piloten rettenden Treibstoff zu liefern.

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