Eugen Systems - Französische Entwickler streiken nach einem Monat immer noch

Die Macher von Wargame: Red Dragon und Steel Division sind nach einem Monat noch im Streik, die Firmenleitung scheint kaum an Gesprächen interessiert zu sein.

von Stefan Köhler,
13.03.2018 16:55 Uhr

Steel Division: Normandy 44 hatte geringe Verkaufszahlen, der Entwickler hält seine streikenden Mitarbeiter hin.Steel Division: Normandy 44 hatte geringe Verkaufszahlen, der Entwickler hält seine streikenden Mitarbeiter hin.

Wir hatten berichtet: Etwa die Hälfte der Mitarbeiter des französischen Entwicklers Eugen Systems (Wargame: Red Dragon, Steel Division: Normandy 44) sind am 14. Februar in den Streik getreten, nachdem es zuvor monatelang zu Problemen bei der gerechten Bezahlung gegeben habe. Nun, knapp einen Monat später, hat sich an der Situation nichts getan.

Laut einer neuen Nachricht der Eugen-Mitarbeiter, die über die französische Videospiel-Gewerkschaft veröffentlicht wurde, zeige sich die Unternehmensführung alles andere als gesprächsbereit. Demnach habe die Führungsebene auf den Streik erst nach zwei Wochen, am 28. Februar, überhaupt reagiert. Statt sich daraufhin zu treffen, dauerte es den Streikenden zufolge wieder rund eine Woche, bis sich die Geschäftsleitung zu einem Treffen am 05. März bereiterklärte.

Angeblich habe das Unternehmen im Jahr 2018 keine finanzielle Unterstützung bei Arztbesuchen geleistet, was den Mitarbeitern nach französischem Recht zustünde. Mehrere Mitarbeiter sollen an Depressionen und Burnout leiden, sie sind auf die medizinische Hilfe angewiesen. Laut der Firmenleitung soll es sich um einen Fehler handeln, man werde so bald wie möglich zahlen - bisher sei das laut den Streikenden aber noch nicht geschehen.

Wargame: Red Dragon - Launch-Trailer zeigt Action-Feuerwerk des Strategiespiels 1:29 Wargame: Red Dragon - Launch-Trailer zeigt Action-Feuerwerk des Strategiespiels

Keine Einigung in Sicht

Alle anderen Kritikpunkte habe das Management von Eugen Systems fallengelassen, Forderungen seien allesamt abgelehnt worden. Außerdem soll kein weiteres Treffen vereinbart worden sein, vorerst wird es also keine weiteren Gespräche geben. Konkret geht es um folgende Streitpunkte:

  • Seit 16 Monaten bestünden ernste Verletzungen der Mindestlöhne.
  • Mitarbeiter würden nicht entsprechend ihrer Qualifikationen bezahlt.
  • Trotz mehrmaliger Versuche, mit dem Management des Entwicklerstudios zu verhandeln, mussten die Streikenden einen Anwalt konsultieren, um Eugen Systems an seine gesetzmäßigen Pflichten zu erinnern.
  • Um geleistete Überstunden anzugleichen, wurden Löhne gesenkt.
  • Die Angestellten wollten keine Konfrontation, hätten sich aber durch fehlende Kommunikationsbereitschaft seitens Eugen Systems zum Streik gezwungen gesehen.

Da sollte es nicht verwundern, dass bereits eine Crowdfunding-Kampagne für streikenden Mitarbeiter eingerichtet wurde, um die anfallenden Kosten zumindest teilweise zu decken. Bisher wurden über 7.500 Euro gespendet.

Es bleibt abzuwarten, ob Eugen Systems die verärgerten Mitarbeiter doch noch bezahlt, oder ob es beim Entwickler für Strategiespiele demnächst Kündigungen hagelt. Das letzte Eugen-Spiel, Steel Division, hat sich laut Steamspy übrigens deutlich schlechter als Wargame: Red Dragon verkauft. Über 160.000 Steam-Nutzer besitzen demnach Steel Division, der letzte Wargame-Teil ist bei 750.000 Usern in der Steam-Bibliothek. Dass Eugen Systems derzeit finanzielle Probleme hat, ist da durchaus naheliegend.

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