Facebook kostenpflichtig - Findet nur wenig Anklang

Die Idee, Nutzer für Facebook bezahlen zu lassen und im Gegenzug deren Daten nicht mehr zu verkaufen, findet nur wenig Anklang.

von Georg Wieselsberger,
11.05.2018 08:30 Uhr

Die meisten Facebook-Nutzer ändern selbst nach großen Skandalen nichts an ihren Einstellungen.Die meisten Facebook-Nutzer ändern selbst nach großen Skandalen nichts an ihren Einstellungen.

Seit Jahren gibt es die Forderung, dass Facebook seinen Nutzern auch die Möglichkeit bieten solle, eine kleine Gebühr zu bezahlen und dafür dann bei diesen Nutzern auf den Verkauf von Daten und eventuell auch auf Werbung zu verzichten. Facebook hatte das immer abgelehnt, denn bisher ist das gesamte Konzept von Facebook darauf ausgelegt, sich durch Werbung zu finanzieren.

Doch nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica soll Facebook Forschungen betrieben haben, um herauszufinden, ob ein kostenpflichtiges Abo-Modell ohne Werbung dazu führen könnte, dass mehr Menschen Facebook nutzen oder den Dienst zumindest nicht verlassen.

Umfrage zu Facebook von Mozilla

Mark Zuckerberg hatte aber ebenfalls betont, dass es zumindest immer eine kostenlose Version von Facebook geben werde. Doch auch wenn bei Facebook vielleicht ein Umdenken stattfindet, ist der Gedanke an eine Gebühr für Facebook bei den Nutzern anscheinend nicht sonderlich populär. Mozilla hat die Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich Facebook-Nutzer anscheinend ohnehin nicht viele Sorgen um ihre Daten machen.

Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen der Meinung der Befragten und deren Handeln. Beispielsweise wollen 83 Prozent nicht, dass ihre Informationen ohne Zustimmung oder Kontrolle weitergegeben wird und 76 Prozent machen sich große Sorgen um ihre persönlichen Online-Daten. Zu 65 Prozent sind sie sich auch darüber im Klaren, dass sie selbst vor allem dafür verantwortlich sind, ihre Daten abzusichern und 62 Prozent sehen den Einfluss von Facebook kritisch.

Keine Änderungen trotz Skandal

Doch gleichzeitig lehnen 63 Prozent das Bezahlen für Facebook ab. Nur 35 Prozent wissen, wie sie das Tracking durch Apps von Dritten bei Facebook verhindern und ebenfalls nur 22 Prozent wissen, welche Daten Facebook tatsächlich sammelt. Der aktuelle Datenskandal hat außerdem gerade einmal 20 Prozent dazu gebracht, irgendetwas an ihren Einstellungen bei Facebook zu ändern.

Die Anzahl der Nutzer, die wissen, wie sie herausfinden, was Facebook an Daten gesammelt hat und wie man Tracking bei Facebook einschränkt, liegt sogar nur bei 16 beziehungsweise 17 Prozent. Die Umfrage ist zwar nicht wissenschaftlich repräsentativ, nutzte aber Personen auf Mozilla-E-Mail-Listen und Newslettern, die eigentlich besser informiert sein sollten als mancher reiner Nutzer.

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