Fortnite-Cheater - Epic geht "mit der maximalen Härte des Gesetzes" vor, sagt Anwalt

Hausdurchsuchungen, beschlagnahmte Server, Abmahnungen: Was Epic Games und andere Entwickler von Multiplayer-Shootern gegen Cheater in Fortnite & Co. macht und wie deutsche Anwälte dabei helfen.

von Peter Bathge,
03.09.2018 12:30 Uhr

Ein Anwalt erklärt, wie Epic Games in Fortnite gegen Cheater vorgeht: mit Abmahnungen, Hausdurchsuchungen und Server-Beschlagnahmungen.Ein Anwalt erklärt, wie Epic Games in Fortnite gegen Cheater vorgeht: mit Abmahnungen, Hausdurchsuchungen und Server-Beschlagnahmungen.

Wie in so vielen Multiplayer-Shootern lauern arglosen Spielern auch in Fortnite: Battle Royale immer wieder Cheater auf. Den Kampf gegen die Betrüger und ihre illegalen Cheat-Tools führt Entwickler Epic Games auch mithilfe von Anwaltskanzleien wie Beiten Burkhardt. Rechtsanwalt Dr. Andreas Lober erklärte GameStar im Interview, wie er und seine Kollegen gegen Fortnite-Cheater und vor allem die Anbieter von Cheat-Software vorgehen:

"Da gibt es ein ganz breites Instrumentarium, von einer Art Hausdurchsuchung mit Beschlagnahme der Server, was wir auch in verschiedenen Ländern gemacht haben. Oder das volle Programm von Abmahnung über einstweiliges Verfügungsverfahren bis zum Hauptsacheverfahren und gegebenenfalls Schadensersatzforderungen gegen den Cheat-Anbieter."

Auch der einzelne Spieler, der einen Cheat erwirbt und ihn online einsetzt, erwarten möglicherweise Konsequenzen: »Das könnte rechtlich problematisch sein, weil in der Regel die Nutzungsbedinungen der Online-Spiele das verbieten, das einzusetzen«, so Dr. Lober. »Das heißt, der Spieler hat damit technisch gesehen kein Nutzungsrecht für das Spiel, wenn er einen Cheat einsetzt. Damit begeht er im Prinzip eine Urheberrechtsverletzung als ob er eine Raubkopie spielen würde. In der Regel belassen es die Anbieter aber momentan dabei, die entsprechende Person zu bannen, gegebenfalls auch dauerhaft zu blacklisten.«

Cheater in Spielen - Armee der Betrüger (Report)

Beiten Burkhardt und andere Anwaltskanzleien werden dabei auf Anfrage von Spieleherstellern wie Epic Games aktiv, etwa »wenn sch einer der Cheater dagegen wehrt, aus dem Spiel ausgeschlossen zu sein.« Dr. Lober und Kollegen haben auch im konkreten Fall Fortnite bereits »Verfahren geführt, die bestätigt haben, dass der Ausschluss des Spielers rechtmäßig ist.«

Fortnite Battle Royale - Screenshots ansehen

Laut Rechtsanwalt Dr. Andreas Lober ist es wichtig zu verstehen, dass diese Cheat-Software »den Spielen massiv schaden kann und daher die Anbieter das auch nicht dulden können und von daher wirklich mit der Aussage rangehen, wir wollen mit der maximalen Härte vorgehen, die das Gesetz hergibt.«

Im Kampf gegen die Cheater in Fortnite und anderen Multiplayer-Shootern geht Beiten Burkhardt auch »gegen Social-Media-Kanäle vor und schalten die ab«. Bei der Suche nach den Anbietern von Cheat-Software wird es jedoch schwierig: »Da setzen wir auch Detektive und technische Ermittler ein, um die Identität des Anbieters der Cheat-Software herauszufinden. Es gibt dann Cheat-Anbieter, die sitzen vermeintlich im Ausland und in Wirklichkeit doch in Deutschland. Wir haben zum Teil Dienstleister im Inland, an die wir rankommen. Wir haben aber natürlich auch ein Netzwerk an Kanzleien im Ausland, die uns dabei helfen, auch im Ausland dagegen vorzugehen.«

Das komplette Interview mit Dr. Andreas Lober und seinem Kollegen Wojtek Ropel gibt es exklusiv bei GameStar Plus. Darin geht es unter anderem auch darum, wie die Anwaltskanzlei Beiten Burkhardt Indizierungen von Dead Rising 4 und State of Decay 2 verhinderte, damit die Zombie-Actionspiele in Deutschland ungeschnitten erscheinen konnten:

State of Decay 2, Dead Rising 4 & Co: Wie Anwälte Indizierungen verhindern - »Der Unterschied zwischen Mensch und Zombie ist inzwischen bekannt« PLUS 26:51 State of Decay 2, Dead Rising 4 & Co: Wie Anwälte Indizierungen verhindern - »Der Unterschied zwischen Mensch und Zombie ist inzwischen bekannt«


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