Fortnite - Nach Pädophilie-Vorfällen: Britische Polizei warnt Eltern

Die National Crime Agency hat Eltern und Lehrer vor den Risiken von Fortnite: Battle Royale gewarnt und sie aufgefordert, sich mehr mit dem Spiel auseinanderzusetzen.

von Maurice Weber,
09.04.2018 18:17 Uhr

In Fortnite wurden mehrere versuchte Übergriffe von Pädophilen gemeldet.In Fortnite wurden mehrere versuchte Übergriffe von Pädophilen gemeldet.

Die britische National Crime Agency ist unter anderem zuständig für organisiertes Verbrechen und Cybercrime - und nach mehreren Pädophilie-Vorfällen nun allem Anschein nach auch für Fortnite. Auf Twitter warnte die Agentur, dass Kinder im Battle-Royale-Shooter mit Fremden über einen Text- und Sprachchat interagieren, der sich nicht abstellen lasse.

Die Polizei verlinkt dabei auf einen Artikel des Safer Internet Centre, der Eltern und Lehrern einen groben Überblick über Fortnite verschaffen soll. Er empfiehlt, sich besser mit dem Spiel vertraut zu machen, um mögliche Risiken zu verstehen. Dazu sei es ratsam, mit den Kindern über das Spiel zu reden, Fortnite selbst zu spielen und zu lernen, wie man andere Spieler darin meldet.

Allerdings haben die Regierungs-Agenturen selbst noch Wissenslücken: Der Sprachchat lässt sich in Fortnite sehr wohl ausschalten (je nach Version im Spiel selbst oder in den Konsoleneinstellungen), er ist nur standardmäßig aktiviert. Dennoch ist schnell nachvollzogen, warum die Polizei die Notwendigkeit sah, vor Fortnite zu warnen. Im März und April 2018 gingen gleich zwei Fälle von Pädophilie durch die britischen Zeitungen.

"Weißt du, was Sex ist?"

Am 15. März erzählte eine Mutter dem Liverpool Echo, dass ein pädophiler Spieler in Fortnite ihren zwölfjährigen Sohn ins Visier genommen habe. Er habe unter anderem Nacktbilder von dem Kind verlangt und 50 Pfund für unzüchtige Handlungen geboten, bevor er den Jungen aufforderte, langsam zu sterben. "Ich bin total ausgerastet, habe meinem Sohn gesagt, das Spiel zu verlassen und die Polizei angerufen", so die Mutter. Ihr Sohn sei nach dem Vorfall verängstigt und wolle nicht mehr weiterspielen.

Jugendschutz: Das sagt die USK zu Fortnite

Eine andere Frau berichtete dem Mirror, dass ihr zehnjähriger autistischer Sohn in Fortnite ebenfalls Opfer eines Pädophilen wurde. Der Mann habe das Kind gedrängt, sein Headset aufzusetzen, dann hätten die Eltern das weitere Gespräch gar nicht gehört. Binnen weniger Sekunden sei der dazu übergegangen, den Jungen zu fragen, ob er weiß, was Sex ist. Ihr Sohn fürchte nun, dass der Mann weiß, wo er wohnt. Die Mutter empfahl allen Eltern, den Sound in Spielen komplett auszuschalten, um ihre Kinder zu schützen. Was immerhin ein erster, wenn auch notdürftiger Schritt wäre - ohne weitere Maßnahmen wird das Thema Belästigung in Fortnite damit aber nicht erledigt sein.


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