GameStar-Podcast - Plus-Folge 34: Faszination Cyberpunk - Gesellschaftskritik nahe der Realität

Dreckig, hoffnungslos, ungerecht - und ganz nah an der Realität: Der Cyberpunk gehört zu den spannendsten Videospiel-Settings überhaupt. Michael spricht mit Rae Grimm und Peter Bathge über Gehirnimplantate, den Tod der Religion sowie gefährliche KI-Kontrahenten.

von Peter Bathge,
09.06.2018 08:00 Uhr

Das Cyberpunk-Setting erlangt nicht erst seit der Ankündigung von Cyberpunk 2077 immer mehr Popularität.Das Cyberpunk-Setting erlangt nicht erst seit der Ankündigung von Cyberpunk 2077 immer mehr Popularität.

Als Gegenentwurf zur klassisch-sterilen, utopischen Science-Fiction ist der Cyberpunk so etwas wie der kleine Rebell unter den Zukunftsvorstellungen visionärer Autoren. Das Setting voller böser Konzerne, mechanischer Augmentierungen und - natürlich - krass gekleideter Punks war einst als pessimistische Vision einer dekadenten Gesellschaft gedacht, die Technik, Geld und Macht verehrt und keine Verwendung mehr für menschliche Empathie hat. Doch die einstige Dystopie wurde mittlerweile in Teilen von der Gegenwart überholt.

Sind es gerade die Parallelen des Szenarios zu unserer Realität, die den Cyberpunk auch in PC-Spielen so faszinierend macht? Um dieser Frage nachzugehen, hat sich Michael Graf für den GameStar-Podcast gleich zwei neue Stimmen eingeladen: Rae Grimm ist Head of GamePro, Peter Bathge hat gerade als Redakteur für GameStar Plus angefangen.

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Zusammen sprechen die drei über den ungewöhnlichen Cyberpunk-Fantasy-Mix in Shadowrun, die Coolness von Deus Ex-Protagonist Adam Jensen und was für eine vielschichtige Gesellschaftskritik in den Themen des Cyberpunks steckt: von Drogenkonsum über Transhumanismus bis hin zum Realitätsverlust in virtuellen Welten.

Besonders spannend am Szenario von Spielen wie Cyberpunk 2077: Die heutige Forschung experimentiert längst mit künstlicher Intelligenz und Robotik, für medizinische Zwecke werden computergesteuerte Prothesen eingesetzt und bereits jetzt beschäftigt man sich bei Vorsorgeuntersuchungen von schwangeren Frauen genauestens mit der menschlichen DNS, um Erbkrankheiten zu erkennen.

Da ist es doch nur ein kleiner Schritt bis zur System Shock-Gegenspielerin Shodan, den Nano-Modifikationen des ursprünglichen Deus Ex aus dem Jahr 2000 sowie der genspezifischen Auswahl und dem Klonen von Embryos wie in vielen Cyberpunk-Szenarien - oder was meint ihr?

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