Garage: Bad Trip - Horror-Trip in die 90er: Resident Evil vs. Hotline Miami

In Garage: Bad Trip treffen Splatter-Horror und Retro-Pixelart im Stil von Resident Evil und Hotline Miami aufeinander.

von Philipp Elsner,
12.07.2018 13:52 Uhr

Garage: Bad Trip - Release-Trailer zum Top-Down-Splatterspiel: Hotline Miami trifft Resident Evil 1:12 Garage: Bad Trip - Release-Trailer zum Top-Down-Splatterspiel: Hotline Miami trifft Resident Evil

Als ich bei Steam mehr oder weniger zufällig über Garage: Bad Trip stolperte, war mein erster Gedanke: "Hey, das ist doch Hotline Miami, nur mit Zombies!". Und tatsächlich haben die beiden Titel auch ein paar Gemeinsamkeiten. Da wäre die starre 2D-Vogelperspektive, die Grafik im 16-Bit-Retro-Stil samt VHS-Streifen im Bild und natürlich jede Menge Pixelblut.

Bei längerem Hinsehen (und nach den ersten Minuten im Spiel), wird aber schnell klar, dass Garage: Bad Trip in eine andere Kerbe schlägt. Hier geht es nicht darum, eine mit Gegnern gespickte Arena zum rhythmischen Klang treibender Beats leer zu fegen, sondern ums nackte Überleben. Aber von vorn!

Hat jemand Umbrella Corporation gesagt?

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Drogendealers Butch, der durch einen Unfall in einen geheimen unterirdischen Bunker gerät. Dort sind Experimente eines verrückten Wissenschaftlers aus dem Ruder gelaufen, der einen unsterblichen Supersoldaten züchten wollte. Klar, was auch sonst! Kurz gesagt, muss Butch jetzt einen Ausweg aus der Misere finden und sich dabei Zombies, Mutanten und das Militär vom Hals halten. So weit, so Resident Evil.

Das klingt alles ganz schön abgedroschen - und so soll es auch sein: Garage: Bad Trip ist eine spielgewordene Hommage an die Splatterfilme der 80er und 90er Jahre und orientiert sich an den Klassikern des Genres.

Entsprechend ist die Gewaltdarstellung ebenso bewusst übertrieben, wie die kitschigen Dialoge. Zusammen mit dem stimmigen Look der VHS-Ära, kommt echte Trash-Film-Stimmung auf - aber ohne, dass es gleich billig wirkt.

Spielerisch ist Garage: Bad Trip deutlich langsamer als Hotline Miami, schafft es aber dafür sehr gut, eine stimmige Horror-Atmosphäre aufzubauen. Dazu trägt maßgeblich der gelungene Sound bei: Türen knarzen beim Öffnen beunruhigend, Monster kündigen sich durch markerschütterndes Gebrüll an.

Butch ist aber alles andere als wehrlos: Mit Axt, Schrotflinte und Granaten macht er den Gegnern Feuer unter dem untoten Hintern. Die Waffen haben allesamt ordentlich Wumms und spielen sich befriedigend.

Trotz der eher simplen Optik haben viele Feinde ein erstaunlich detailliertes Schadensmodell: Trennen wir einem Zombie den Kopf ab, irrt er noch eine Weile ziellos umher, verliert er seine Beine, kriecht er eben am Boden weiter auf uns zu. Eklig? Ja. Aber irgendwie auch cool!

Kamera-Tricks

Aufgelockert wird die Mischung aus Erkundung, kleinen Rätseln und Geballer durch kurze Fahrzeug-Passagen, Gespräche und einige fiese Jump Scares. Und auch das ein oder andere hartnäckige Boss-Monster will erledigt werden.

Die detailverliebten Levels erzeugen dabei immer eine angenehm düstere Grundstimmung. Besonders cool: Die Kamera zoomt ja nach Situation unterschiedlich nah ans Geschehen und vermittelt dadurch regelmäßig entweder das Gefühl von Weite oder Klaustrophobie. Durch einige nette grafische Tricks wird auch immer wieder eine Illusion von dreidimensionaler Tiefe erzeugt, obwohl Garage: Bad Trip natürlich in 2D abläuft.

Insgesamt ist Garage: Bad Trip ein spannender und liebevoll designter Horror-Trip, der von seinem morbiden Charme und der Faszination des Videokassetten-Zeitalters lebt. Ganz klar, Garage: Bad Trip ist weit entfernt von einem AAA-Titel mit großem Budget, macht aber das Beste aus seinen limitierten Mitteln.

Und deshalb könnte sich auch für Spieler ein Blick auf dieses Indie-Spiel lohnen, die keine glühenden Verehrer von Clive Barker, George A. Romero oder Sam Raimi (Evil Dead) sind. Bad Trip gibt's für PC via Steam und - wer hätte es gedacht - für unterwegs auf Nintendo Switch.

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