Ion-Fury-Entwickler entschärfen ihre Entschuldigung für schwulenfeindliche Äußerungen nach Review Bombing

Der Entwickler hinter dem Old-School-Shooter Ion Fury hat sich für homophobe Inhalte im Spiel entschuldigt und spendet 10.000 US-Dollar an eine gemeinnützige LGBT-Organisation.

von Dimitry Halley, Valentin Aschenbrenner,
27.08.2019 11:14 Uhr

Beim Old-School-Shooter Ion Fury sorgt eine Kontroverse um homo- und transphobe Kommentare für Kontroversen.Beim Old-School-Shooter Ion Fury sorgt eine Kontroverse um homo- und transphobe Kommentare für Kontroversen.

Update vom 27. August

Nachdem Ion Fury bei Steam ein sogenanntes Review Bombing durchleben musste, entschärfen die Entwickler ihre Entschuldigung für trans- und homophobe Äußerungen öffentlich. Neben einer Spende von 10.000 Euro an eine LGBTQ-Organisation wollten die Entwickler problematische Sprite-Grafiken in ihrem Spiel ändern. Die Zensurvorwürfe in der Community wurden so laut, dass Chefentwickler Richard Gobeille folgendes Statement via Steam äußerte:

"Wir werden Ion Fury oder irgendein anderes Spiel von uns definitiv nicht zensieren, nicht jetzt, nicht in der Zukunft. Das gilt auch für Gags [...]. Wir unterstützen keinerlei Zensur kreativer Arbeit und bereuen unsere ursprüngliche Entscheidung, ein Sprite im Spiel zu ändern, statt unseren Instinkten zu vertrauen."

Ursprüngliche Meldung

Ion Fury ist ein Retro-Ego-Shooter im Stil von Klassikern wie Duke Nukem 3D, der die letzten Tage wegen eines eher unschönen Themas für Schlagzeilen sorgte. Und nein, damit ist nicht die Namensänderung von Ion Maiden in Ion Fury gemeint. Entwickler Voidpoint sah sich dazu gezwungen, sich wegen sexistischer und transphober Kommentare seiner Mitarbeiter öffentlich zu entschuldigen.

Die waren nicht nur von im Spiel selbst zu finden, sondern auch in Online-Foren. Deswegen spendet Voidpoint nun 10.000 Euro aus den Einnahmen an die gemeinnützige Organisation The Trevor Project, die sich für die LGBTQ-Community einsetzt. Zusätzlich möchte der Entwickler seine Angestellten in Bezug auf diese Themen künftig stärker sensibilisieren.

Die Kontroverse um Ion Fury

Doch was war überhaupt Auslöser der Debatte? Angefangen hat es bei einer Diskussion im offiziellen Discord-Channel zu Ion Fury, bei der ein angebliches Mitglied von Voidpoint durch transphobe Kommentare aufgefallen ist. So soll dieser Eltern, die ihre Kinder von Geburt an als Transgender ansehen, als geisteskrank bezeichnet und sich über sogenannte »Social Justice Warrior« lustig gemacht haben.

Ion Fury - Screenshots ansehen

Beim genaueren Blick sorgten dann Spiel-Inhalte von Ion Fury an sich für zusätzlichen Diskussionsstoff: Im Shooter wurden diverse Ingame-Gegenstände mit diskriminierenden Beleidigungen gegen homosexuelle Menschen wie zum Beispiel »Ogay« oder »Fagbag« entdeckt.

Ob es sich dabei um aus den Kontext gerissenen Ingame-Humor handelt oder tatsächlich nur einen schlechten Scherz auf Kosten der LGBT-Community, ist schwer festzustellen.

Im Zuge der öffentlichen Aufregung, veröffentlichte Voidpoint nun eine offizielle Entschuldigung, kündigte Schulungsmaßnahmen an und löschte kontroverse Inhalte aus Ion Fury per Patch - womit wir allerdings noch nicht am Ende der Geschichte angelangt sind.

Jetzt auch noch Review-Bombing

Nun beschweren sich einige Spieler auf Steam, dass der politisch inkorrekte Humor von Ion Fury zu vergleichbaren Ego-Shootern des Genres dazu gehören müsse und sich der Entwickler nicht der Weltanschauung anderer beugen solle. Das Resultat ist Review-Bombing auf Steam, das die Durchschnittswertung des Spiels bereits deutlich sichtbar nach unten drückt.

Ion Fury ist seit dem 15. August 2019 für den PC erhältlich, Umsetzungen für PS4, Xbox One und Nintendo Switch sollen in den kommenden Monaten erscheinen. Das offizielle Statement von Voidpoint zur Homo- und Transphobie-Kontroverse findet ihr bei den Kollegen von Eurogamer.

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