KI-Gemälde für 432.500 US-Dollar versteigert - Aber verwendeter KI-Algorithmus teils von Fremdentwickler

Ein französisches Künstlerkollektiv hat eine KI programmiert, die ein Gemälde erschaffen hat. Bei einer Versteigerung des Londoner Auktionshauses Christie's erzielte das Bild einen Preis von 432.500 US-Dollar.

von Sara Petzold,
26.10.2018 11:23 Uhr

Das von einer KI erschaffene Bild scheint nur auf den ersten Blick ein traditionelles Portrait, als Signatur dient ein Teil des KI-Algorithmus.Das von einer KI erschaffene Bild scheint nur auf den ersten Blick ein traditionelles Portrait, als Signatur dient ein Teil des KI-Algorithmus.

Update, 26.10.2018: Das von einer KI der französischen Künstlergruppe Obvious gemalte Portrait »Edmond de Belamy« hat bei der Versteigerung im Londoner Auktionshaus Christie's einen Preis von 432.500 US-Dollar erzielt - erwartet hatte das Auktionshaus einen Wert im Bereich zwischen 7.000 und 10.000 US-Dollar. Wie TheVerge berichtet, ersteigerte ein anonymer Teilnehmer der Auktion das Bild via Telefon.

Laut TheVerge löste das Bild im Vorfeld der Auktion eine Kontroverse aus, weil Obvious für den KI-Algorithmus Code-Bestandteile des KI-Entwicklers Robbie Barrat genutzt hat. Allerdings ist dessen Code Open Source, trotzdem ist momentan unklar, ob Barrat ebenfalls einen Anspruch auf das von der KI erstellte Gemälde haben könnte.

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Originalmeldung: Was auf den ersten Blick aussieht wie ein traditionelles Portrait aus dem 18. Jahrhundert, ist in Wahrheit die Kreation einer künstlichen Intelligenz. Das Portrait mit dem Titel »Edmond de Belamy« ist das Ergebnis eines Projekts des französischen Künstlerkollektivs Obvious - und es kommt als erstes von einer KI geschaffenes Bild beim bekannten Londoner Auktionshaus Christie's unter den Hammer.

Wie die BBC (Video mit besseren Aufnahmen des Portraits) berichtet, erzeugt die Obvious-KI Bilder basierend auf Portraits, die menschliche Künstler erstellt haben. Dabei analysiert die KI die eigenen Kreationen und wiederholt die eigenen Malvorgänge solange, bis sie das Ergebnis nicht mehr von den Merkmalen des Quellmaterials unterscheiden kann - für menschliche Betrachter ist der Unterschied allerdings offensichtlich.

Gegenüber der BBC erklärte Hugo Caselles-Dupré vom Künsterkollektiv Obvious:

"Einer der wichtsten Aspekte beim Kochen besteht darin, hervorragende Zutaten zu haben. Ich glaube, für das was wir tun - einen Algorithmus mit Daten füttern - ist die Qualität der Daten entscheidend. Wenn wir im Ergebnis etwas sehen, das uns anspricht, glauben wir, dass das auch für andere Leute gilt."

Das Londoner Auktionshaus Christie's hat die Versteigerung bis Ende Oktober 2018 angesetzt, dann wird feststehen, was menschliche Bieter bereit sind, für das KI-Portrait zu zahlen. Bis dahin hängt das Bild in der hauseigenen Galerie aus.

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