Köpfen eines Ryzen Threadripper - Extra-Dies sind unbelichtete Abstandshalter

Der Übertakter Roman der8auer Hartung hat einen AMD Ryzen Threadripper mit Erlaubnis von AMD noch vor dem Release von seinem Heatspreader befreit, wurde nun von AMD aber darum gebeten, das entsprechende youtube-Video wieder offline zu nehmen

von Georg Wieselsberger,
02.08.2017 09:34 Uhr

Ein Ryzen Threadripper ist im Inneren tatsächlich ein Epyc-Prozessor mit vier Ryzen-Dies. (Bildquelle: Roman Hartung/der8auer)Ein Ryzen Threadripper ist im Inneren tatsächlich ein Epyc-Prozessor mit vier Ryzen-Dies. (Bildquelle: Roman Hartung/der8auer)

Update:

Die zwei zusätzlichen Dies unter der Abdeckung der Threadripper-Prozessoren sind laut AMD nur dazu da, den riesigen Heatspreader zu stabilisieren. Das meldet PC World unter Bezug auf einen AMD-Mitarbeiter. Ansonsten sei die strukturelle Stabilität der Prozessoren bei Druck gefährdet und der Heatspreader könnte sich eventuell verbiegen.

Die beiden zusätzlichen Dies sind also nicht defekte CPU-Kerne, sondern sollen bei der Produktion nicht einmal belichtet worden sein und enthalten demnach keine Schaltkreise. Zumindest aktuell bedeutet das, dass eventuelle Freischaltungen bei Threadripper-CPUs für mehr als 16 CPU-Kerne oder auch Modelle mit mehr Kernen ab Werk nicht zu erwarten sind.

Quelle: PC World

Update: Obwohl der Übertakter Roman der8auer Hartung laut eigenen Angaben die schriftliche Erlaubnis von AMD hatte, ein youtube-Video über das »Köpfen« eines Threadrippers noch vor dem offiziellen Release der Threadripper-CPUs zu veröffentlichen, hat ihn AMD danach gebeten, dass entsprechende Video wieder offline zu nehmen.

Im ursprünglichen Video stellte er nach dem Entfernen des Heatspreaders (»Köpfen« oder englisch »Delidding«) eines Threadrippers fest, dass die CPU gleich aus vier Ryzen-Dies mit jeweils acht Kernen, also insgesamt 32 Cores, aufgebaut ist, von denen die Hälfte aber deaktiviert wurde.

Roman der8auer Hartung kann sich die Hintergründe von AMDs Bitte auch nicht erklären und denkt, dass er das Video vermutlich bald wieder online stellen darf. Zudem stellt er die Frage nach dem Sinn von AMDs Anfrage, nachdem ihm die Veröffentlichung zuerst erlaubt wurde und das Video auch schon weltweit die Runde gemacht hat.

Originalmeldung: Normalerweise macht das Entfernen des Heatspreaders bei den aktuellen Ryzen-Prozessoren von AMD selbst für Extrem-Übertakter keinen Sinn, da AMD die Abdeckung der CPUs mit den Dies verlötet. Damit ist eine sehr gute Wärmeübertragung ohnehin gewährleistet.

Trotzdem ist ein Blick auf das Innenleben eines Prozessors immer interessant und so hat sich der bekannte Übertakter Roman der8auer Hartung auch an einen Ryzen Threadripper mit 16 Kernen gewagt. Für die Entfernung des Heatspreaders war recht viel Aufwand und sogar eine kleine Dosis Gewalt notwendig, die vielleicht auch der Grund dafür war, dass der Prozessor letztlich die Prozedur nicht überlebt hat.

Vier Ryzen-Dies mit theoretisch 32 CPU-Kernen

Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass sich unterhalb des Heatspreaders eine Überraschung verbirgt, denn AMD verbaut für die Threadripper-CPUs nicht etwa die erwarteten zwei Ryzen-Dies mit jeweils acht Kernen, sondern gleich vier Dies und damit zumindest theoretisch gleich 32 CPU-Kerne. Tatsächlich steckt im Threadripper also ein Epyc-Server-Prozessor, bei dem aber zwei der vier Dies ab Werk deaktiviert wurden und so nur 16 CPU-Kerne zur Verfügung stehen.

Epyc-Basis bietet viele Vorteile

Für AMD bietet das einige Vorteile: Es muss nur eine Art von Prozessor produziert werden und Epyc-Prozessoren, die einen oder zwei defekte Dies aufweisen, können unter Umständen immer noch zu einem voll funktionsfähigen Threadripper werden und in den Verkauf gehen. Das erklärt auch, warum Epyc- und Threadripper sich einen Sockel teilen.

Außerdem lässt sich AMD so für später (zumindest theoretisch) noch die Möglichkeit offen, ohne viel Aufwand einen Threadripper mit 24 oder 32 Kernen auf den Markt zu bringen. Natürlich werden sich auch Übertakter und Bastler mit Feuereifer daran machen, die deaktivierten Kerne irgendwie wieder zum Laufen zu bringen – es wäre nicht das erste Mal, dass das bei AMD-Prozessoren möglich ist.

Quelle: der8auer


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