League of Legends - Mitarbeiter verklagen Riot wegen Geschlechterdiskriminierung und Sexismus

Entwickler Riot Games wird »Gender Discrimination« vorgeworfen. Die Liste der Vorwürfe ist recht lang, wir fassen die wichtigsten Infos zusammen.

von Dimitry Halley,
07.11.2018 10:53 Uhr

Die Entwickler von League of Legends müssen sich mit Diskriminierungsvorwürfen auseinandersetzen.Die Entwickler von League of Legends müssen sich mit Diskriminierungsvorwürfen auseinandersetzen.

Riot Games steht in der Kritik. Eine ehemalige sowie eine aktuelle Mitarbeiterin verklagen den Entwickler von League of Legends und werfen ihm Geschlechterdiskriminierung vor. Aus einer sexistischen Grundhaltung sollen sich diverse Ungerechtigkeiten und Belästigungen ergeben haben - so die Kläger in der offiziellen Anklageschrift. Die wichtigsten Punkte lauten wie folgt:

  • Das Unternehmen habe ungleiche Bezahlungen für Frauen und Männer in gleichen oder vergleichbaren Positionen geboten.
  • Aufstiegschancen in höhere Management-Positionen wurden vorwiegend Männern in Aussicht gestellt und ermöglicht.
  • Das Arbeitsumfeld der Klägerinnen soll negativ von einem grundsätzlich frauenfeindlichen Betriebsklima beeinflusst worden sein.
  • Die Anklageschrift führt auf: »fortlaufende sexuelle Belästigung, Fehlverhalten und eine Voreingenommenheit, die zu einer sexuell-feindseligen Arbeitsumgebung« führe.
  • Vertrauliche Gespräche zu Genderdiskriminierung seien von der HR-Abteilung an betroffene Chefs weitergeleitet worden.

Eine der zwei Klägerinnen berichtet zudem von einem Gespräch mit ihrem Chef, in dem selbiger aussagte: »Diversity sollte kein Fokus im Gamedesign von Riot Games' Produkten sein, weil die Gaming-Kultur einer der letzten verbleibenden Zufluchtsorte für 'White Teen Boys' ist.« Dieses Statement soll den Vorwurf einer Voreingenommenheit innerhalb der Unternehmensführung untermauern.

Riot Games reagiert auf die Vorwürfe

Kotaku hatte erst vor einigen Monaten einen ausführlichen Report veröffentlicht, der auf Basis der Aussagen von 28 Mitarbeitern den Vorwurf einer sexistischen Arbeitsumgebung gegen Riot erhob. Der Entwickler hatten sich daraufhin öffentlich entschuldigt und entsprechende Anpassungen im Führungsstil versprochen. Auch zum aktuellen Fall hat das Unternehmen gegenüber Kotaku ein Statement abgegeben:

"Wir kommentieren keine laufenden Rechtsverfahren, können aber zumindest klarstellen, dass wir derartige Anschuldigungen sehr ernst nehmen und gründlich prüfen. Wir verschreiben uns nach wie vor einer grundlegenden und umfassenden Weiterentwicklung unserer Arbeitskultur, um sicherzustellen, dass sich jeder Riot-Mitarbeiter bei Riot erfolgreich sein kann."

Folgen die Richter den Klägern, drohen Riot Games Kompensationszahlungen, die unter anderem die Diskrepanzen in den - so die Vorwürfe - ungleichen Gehältern ausgleichen würden. Ob die Klagen berechtigt sind, werden nun die Gerichte entscheiden. Wir berichten natürlich über die laufenden Entwicklungen.

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Forendiskussion zu Riot Games - Klage wegen Geschlechterdiskriminierungsvorwürfen

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