Legendäre Athlon-CPU rettete AMD vor genau 20 Jahren

AMD stand schon öfters vor dem Abgrund und zauberte dann Prozessoren aus dem Ärmel, die Intel überraschten und phasenweise überflügelten.

von Georg Wieselsberger,
23.06.2019 10:37 Uhr

Der erste Athlon wurde am 23. Juni 1999 angekündigt.Der erste Athlon wurde am 23. Juni 1999 angekündigt.

Es war wie so oft ein Paperlaunch, also eine Produktvorstellung ohne tatsächlich käufliche Exemplare, als AMD am 23. Juni 1999 den ersten Athlon ankündigte.

Der Athlon war auf vielerlei Weise revolutionär, denn erstmals trennte AMD seine eigenen Prozessoren von einem Sockel beziehungsweise Slot, in den auch Intel-CPUs passen würden.

K7 als Pentium-Killer

Der neue Slot A für den Athlon löste den Sockel 7 ab und unterschied sich von Intels Slot 1. AMD war damit nicht mehr davon abhängig, was von Intel entwickelte Sockel einem Prozessor ermöglichten und konnte eigene Wege gehen.

Das machte AMD beim neuen Athlon mit dem Codenamen K7 zuversichtlich, dass der Prozessor die Rolle des Pentium-3-Killers übernehmen könnte - und tatsächlich war die Leistung des Athlon beeindruckend.

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Wer ein Beispiel dafür braucht, dass sich Geschichte durchaus wiederholen kann, kann das Jahr 1999 mit der Markteinführung der Ryzen-Prozessoren vergleichen.

Auch damals erwischte AMD Intel auf dem falschen Fuß und auch vor 20 Jahren reagierte Intel vorerst damit, vorhandene Produkte bis auf deren Grenzen und darüber hinaus auszureizen.

AMDs Prozessor-Geschichte

Erster GHz-Prozessor und Intels Überreaktion

Nachdem AMD im März dann noch den ersten Prozessor mit 1,0 GHz auf den Markt brachte, wollte Intel im Sommer mit einem Pentium 3, der auf 1,13 GHz getaktet war, die Krone zurückerobern.

Die Intel-CPU war allerdings mit diesem Takt überfordert - es folgte ein Rückruf und ein ziemlicher Image-Verlust für Intel.

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Die »Lösung« brachte erst der Pentium 4, der dafür allerdings mit der neuen Netburst-Technik hohe Taktraten benötigte (und diese aus Marketing-Absicht auch haben sollte).

Nachdem zunächst sogar 10-Ghz-Versionen auf der Roadmap standen, stellte sich auch Netburst mittelfristig als eine Sackgasse heraus und Intel wechselte Jahre später wieder auf eine CPU-Architektur namens Core, die auf dem Pentium 3 basierte - aber das ist ein anderes Kapitel.

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Wäre der Athlon samt Athlon XP nicht so erfolgreich gewesen, hätte AMD das vermutlich nicht überlebt. Anscheinend gelingt es AMD immer wieder, gerade in kritischen Zeiten besonders interessante Produkte zu entwickeln.

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