Netflix - Kritik an Quotenzwang und weiterhin starkes Wachstum

Der Streaminganbieter Netflix hat seine neuen Quartalszahlen veröffentlicht und verzeichnet ein hohes Nutzerwachstum. Im Zuge des Berichts äußert sich Netflix auch kritisch gegenüber der Inhaltequote des EU-Parlaments, man wolle diese aber erfüllen.

von Georg Wieselsberger, Sara Petzold,
17.10.2018 13:47 Uhr

Netflix und andere Anbieter müssen bald 30 Prozent ihrer Inhalte aus Europa beziehen.Netflix und andere Anbieter müssen bald 30 Prozent ihrer Inhalte aus Europa beziehen.

Update, 17.10.2018: Im Rahmen der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen hat Netflix sich umfassender zur von der EU vorgesehenen 30-Prozent-Quote für regionale Inhalte geäußert (via Golem). In einem Brief an die Anteilseigner erklärte Netflix, man rechne damit, die Quote erfüllen zu können.

Allerdings sieht Netflix den Quotenzwang generell eher kritisch:

"Wir ziehen es vor, unseren Service für unsere Mitglieder zu optimieren, anstatt Quoten zu erfüllen, was die Produktion lokaler Inhalte einschließt, aber wir erwarten, dass eine Quote für regionale Inhalte, die dem Anteil einer Region an unserem weltweiten Mitgliederpool entspricht, die Zufriedenheit der Mitglieder nur marginal verringert. Trotzdem können Quoten, unabhängig von der Größe des Marktes, sowohl die Erfahrung der Kunden als auch die Kreativität negativ beeinflussen. Wir glauben, dass ein weitaus effektiverer Weg starke lokale Inhalte zu unterstützen für ein Land darin besteht, den Erschaffern lokaler Inhalte einen direkten Anreiz zu schaffen, unabhängig vom Distributionskanal."

Abseits der Inhaltequote konnte Netflix weiter wachsen und eigene Erwartungen übertreffen. So gab der Streaminganbieter bekannt, dass man im dritten Quartal fast sieben Millionen neue Abonnenten weltweit dazugewann und damit das eigene Ziel von fünf Millionen deutlich übertraf. Insgesamt zählt Netflix nun 137 Millionen Abonnenten weltweit.

Originalmeldung: Die Novelle der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste soll dafür sorgen, dass die kulturelle Vielfalt steigt, Inhalte aus EU-Mitgliedstaaten gefördert und auch mehr Investitionen in Europa getätigt werden. Das EU-Parlament hat der neuen Richtline mit einer deutlichen Mehrheit von 452 zu 132 Stimmen und 65 Enthaltungen zugestimmt. Betroffen davon ist sind neben Netflix auch die anderen Anbieter wie Amazon Prime Video, iTunes oder auch Maxdome.

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Ein weiterer, wichtiger Punkt ist, dass auch Anbieter, die YouTube oder Facebook nutzen, strengere Regeln einhalten müssen. Die sogenannten Influencer müssen nun deutlich angeben, ob sie von Unternehmen Geld oder kostenlose Produkte erhalten.

Außerdem enthält die Novelle ein Verbot von Inhalten, die zu Gewalt, Hass und Terrorismus aufrufen, eine Einschränkung kostenloser Inhalte mit Gewalt und Pornografie und Vorschriften für eine Altersprüfung von kindergefährdenden Inhalten. Die Barrierefreiheit für Inhalte soll verbessert werden und Rundfunkaufsichtsbehörden müssen unabhängig vom Staat organisiert werden.

Laut Heise müssen nun zwar noch die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten zustimmen, das sei jedoch nur eine Formsache. Anschließend muss die neue Regelung in den einzelnen Staaten innerhalb von 21 Monaten umgesetzt werden.

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Es gibt allerdings auch Forderungen, die Vorschriften noch anzupassen. Beispielsweise gibt es eine Passage, die fordert, dass Inhalte von öffentlich-rechtlichen Sendern teilweise besonders gut sichtbar in Suchergebnissen oder Programmguides angezeigt werden müssen. Laut Digital Europe, einem Dachverband, gibt es hier keinen Bedarf und die Passage sollte entfernt werden.

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