Nvidia-Aktie stürzt ab - Wert innerhalb von zwei Monaten halbiert, trotz RTX 2000

Innerhalb weniger Wochen hat sich Nvidias Aktienkurs beinahe halbiert. Als Ursachen gelten das Ende des Kryptominings, der Handelskrieg mit China und die zunehmenden Konkurrenz.

von Sara Petzold,
17.12.2018 19:18 Uhr

Nvidia sieht trotz der Veröffentlichung der Turing-GPU-Serie schweren Zeiten entgegen.Nvidia sieht trotz der Veröffentlichung der Turing-GPU-Serie schweren Zeiten entgegen.

Seit dem ersten Oktober 2018 ist Nvidias Aktienkurs rapide gefallen und hat sich mittlerweile halbiert - von 289,36 US-Dollar am 1. Oktober auf derzeit 146,45 US-Dollar (Stand: 17. Dezember 2018, 11:00 Uhr). Dabei sah die Situation im vergangenen Sommer noch anders aus: Zu diesem Zeitpunkt hatte die Nvidia-Aktie über drei Jahre hinweg kontinuierlich und um insgesamt 1.000 Prozent zugelegt und im Juni 2018 das damalige Allzeithoch von 265 US-Dollar erreicht.

Allerdings warnte die Redaktion von Börse Online im August nach Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal 2018 die Anleger bereits vor übertriebenen Erwartungen und verwies auf die kritische Einschätzung seitens Citron Research. Börse Online verwies in diesem Kontext auf die Konkurrenz für Nvidia am Markt für Künstliche Intelligenz durch Baidu, Tencent und Google. Und wie sich jetzt zeigt, könnte diese Konkurrenz ebenso wie die zunehmende Unabhängigkeit verschiedener Firmen von Nvidia als Chip-Produzenten die Schuld für den rapiden Kursverfall des Branchenriesen tragen.

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In einer Analyse konstatiert TechCrunch, dass im wesentlichen drei Entwicklungen für Nvidias Absturz an der Börse verantwortlich sind: der abflauende Boom beim Kryptomining, die wachsende Konkurrenz durch Start-Ups und große Player wie Apple, Google und Amazon - die auf ihre Anwendungen zugeschnittene Chips zunehmend selbst entwickeln - sowie der Handelskrieg zwischen den USA und China.

Das stark einbrechende Kryptomining mit Hilfe von GPUs hat Nvidia bereits deutlich zu spüren bekommen: Die Umsätze der vergangenen drei Quartale blieben zwar stabil, wuchsen aber nicht (mehr) und die Lager sind vor allem mit Mitellklasse-Modellen der Pascal-Generation (GTX 1000) noch (zu) gut gefüllt.

Das Wall Street Journal erklärte den Handelsstreit zwischen den USA und China zum Problem für Nvidia, da einerseits der Zugang zu den chinesischen Käufern (etwa 20 Prozent von Nvidias Umsatz letztes Jahr kam aus China) erschwert werden könnte. Andererseits bringt der Streit mit den USA die Chinesen möglicherweise dazu, ihre Abhängigkeit von amerikanischen Chip-Herstellern wie Nvidia zu reduzieren und selbst entsprechende Produkte zu entwickeln, was langfristig zur Bedrohung von Nvidia werden könnte.

Und letztlich sind die RTX-2000-Karten zumindest bislang auch nicht der absolute Verkaufsschlager im Endkundenmarkt, was einerseits an den hohen Preisen für 2080 und 2080 Ti liegt, andererseits auch an der nach wie vor unsicheren Zukunft von Raytracing als grafikdefinierendem Element.

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