Nvidia Quartalsbericht - Ende des Krypto-Minings deutlich unterschätzt

Weil Nvidia die Folgen des abflauenden Mining-Booms unterschätzt hat, enttäuschte der Konzern bei der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen die Anleger. Die Folge: Der Aktienkurs brach deutlich ein.

von Sara Petzold,
16.11.2018 20:05 Uhr

Nach Aussage von Nvidia-CEO Jensen Huang hatte das abrupte Ende des Mining-Booms deutlichere Folgen als erwartet.Nach Aussage von Nvidia-CEO Jensen Huang hatte das abrupte Ende des Mining-Booms deutlichere Folgen als erwartet.

Dass der abflauende Boom beim Kryptomining Folgen für die Verkaufszahlen von Grafikkarten in der zweiten Jahreshälfte 2018 haben würde, hatten Analysten bereits seit einer ganzen Weile prognostiziert. Wie groß das Ausmaß dieser Folgen für Nvidia sein würde, war bislang aber nicht klar, da Nvidia den Einfluss von Kryptomining auf die eigenen Verkäufe stets eher herunterspielte.

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Doch bei der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2019 lag Nvidia deutlich hinter vorigen Prognosen zurück (via CNBC/ComputerBase). Obwohl der Konzern für das dritte Quartal im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 21 Prozent auf 3,18 Milliarden US-Dollar vermeldete, musste Jensen Huang, CEO von Nvidia, Fehler bei der Prognose für Grafikkarten-Verkäufe einräumen:

"Ich glaube, das ist mit Sicherheit ein Rückschlag, und ich wünschte, wir hätten das früher erkannt. Ich kann nicht genau sagen, was wir anders gemacht hätten. Neben dem unerwartet und unvorhergesehen langsamen Preisverfall im Verkaufskanal dauerte es auch länger, als wir erwartet hatten, bis das Verkaufsvolumen wieder anstieg, selbst nachdem die Preise gesunken waren. Und das Inventar anderer Firmen auf dem Markt - diese Faktoren kamen irgendwie alle zusammen und machten die ganze Sache deutlich schlimmer, als wir gedacht hätten."

Während Nvidia also zwar insgesamt einen Gewinn von 1,23 Milliarden US-Dollar erzielen konnte und auch beim Umsatz im GPU-Bereich dank der erstarkenden Datencenter-Sparte zulegen konnte, musste der Konzern Abschreibungen von 57 Millionen US-Dollar durch einen Auslieferungsstop von Grafikchips hinnehmen, um die GPU-Preise stabil zu halten, anscheinend vor allem in der Mittelklasse.

"Die GTX 1060 ist die meistverkaufte Grafikkarte der Welt. Und wir haben uns entschieden, im kommenden Quartal keine mehr davon an die Hersteller auszuliefern, um dem Handel die Möglichkeit zu geben, das vorhandene Inventar zu verkaufen."

Vorerst wird es laut Computerbase auch keine Turing-Mittelklasse der RTX/GTX-2000-Serie geben, damit das immer noch hohe Inventar der Pascal-Mittelklasse (GTX 1000) sich bis Ende des vierten Quartals wieder normalisiere.

Abschließend enttäuschte Nvidia offensichtlich die Anleger mit der Umsatzprognose für das kommende Quartal: Statt der erwarteten 3,4 Milliarden US-Dollar prognostiziert der Hersteller lediglich 2,7 Milliarden US-Dollar Umsatz - weniger als im dritten Quartal und weniger als im Vorjahr. An der Börse brach der Aktienkurs nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse um rund 18 Prozent ein.

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