OLED gegen LCD als Gaming-TFT - Erheblich schneller im Video-Vergleich

Ein TFT mit zu hoher Reaktionszeit kann das Spielerlebnis spürbar verschlechtern. Neue Gaming-TFTs setzten hier teils auf die schnellen OLEDs statt herkömmlicher Panels.

von Nils Raettig,
23.01.2019 20:05 Uhr

Die OLED-Technik hat zwar teilweise mit dem Nachteil des Einbrennens von Bildinhalten zu kämpfen, sie bietet aber auch gewichtige Vorteile wie extrem geringe Reaktionszeiten und sattes Schwarz.Die OLED-Technik hat zwar teilweise mit dem Nachteil des Einbrennens von Bildinhalten zu kämpfen, sie bietet aber auch gewichtige Vorteile wie extrem geringe Reaktionszeiten und sattes Schwarz.

Bislang werden OLED-Bildschirme primär für Mobil-Geräte wie Smartphones und Tablets sowie für Fernseher genutzt, im PC-Umfeld spielt die Technik pralktisch keine Rolle - von Ausnahmen wie Alinewares angekündigten OLED-Gaming-TFT mal abgesehen. Das hängt vermutlich auch mit dem Problem des potenziellen Einbrennens von Bildinhalten zusammen (siehe »Burn-In bei OLED-TVs - Dauertest zeigt Probleme durch Fifa 18 und CNN«).

Warum das mit Blick auf die Reaktionszeit schade ist, zeigen Testaufnahmen von High-Speed-Kameras, die auf einem so genannten Scan-Out-Test der Webseite Blurbusters basieren. Im Video nach dem nächsten Absatz (Aufnahme mit 960 fps) ist gut zu erkennen, dass bei dem abgefilmten LCD-Gerät an der Stelle des Bildwechsels, der zeilenweise von oben nach unten stattfindet, stets ein relativ großer verschwommener Bereich vorhanden ist.

Das liegt daran, dass die Flüssigkristalle (daher der Name »LC-Display« beziehungsweise »Liquid Crystal Display«) ihre Ausrichtung ändern müssen, um eine andere Farbe darzustellen, was im Vergleich mit der OLED-Technik zu einer recht hohen Reaktionszeit führt. Der Scan-Out-Test stellt dabei bewusst einen Worst Case dar, weil vier Bilder mit unterschiedlichen Farben im Wechsel mit der maximal möglichen Bildwiederholrate des Monitors dargestellt werden.

Scan-Out-Test mit LC-Display (IPS-Panel):

Die organischen Leuchtdioden (daher der Name »OLED« beziehungsweise »Organic Light Emitting Diode«) können dagegen deutlich schneller eine andere Farbe darstellen, was das unten zu sehende Slow-Motion-Video klar sichtbar macht.

Dort wurde das OLED-Display eines Samsung Galaxy Tab 4 mit 960 Bildern pro Sekunde abgefilmt. Statt eines großen verschwommenen Bereichs um die Zeile des Bildwechsels herum ist dank der sehr niedrigen Reaktionszeit nur ein schmaler Balken zu sehen.

LCDs auf Basis eines TN-Panels dürften im direkten Vergleich zwar etwas besser abschneiden als das oben zu sehende Modell mit IPS-Panel. An die sehr gute Reaktionszeit von OLED-Panels kann aber wohl kein LC-Display mit Flüssigkristallen heran kommen.

Weitere Videos sind in einem umfangreichen Artikel von Blurbusters zu sehen, der auch näher darauf eingeht, wie genau die Kommunikation zwischen GPU und Display von statten geht und welche Auswirkungen verschiedene Darstellungsmodi wie V-Sync oder Adaptive Sync auf die Anzeige einzelner Bilder genau haben.

» Ebenfalls interessant:G-Sync auf Freesync-Monitoren - Anleitung und Test zu G-Sync Compatible

Scan-Out-Test mit OLED-Display:

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