Probleme bei Intel - Experten für Krisenmanagement engagiert

Auch in den letzten Tagen gab es wieder Probleme für den Branchenriesen Intel. Nun wurden erstmals überhaupt Experten für Krisenmanagement engagiert.

von Georg Wieselsberger,
25.01.2018 10:47 Uhr

Intel hat weiter mit neuen Problemen zu kämpfen.Intel hat weiter mit neuen Problemen zu kämpfen.

Update: Intel hat anscheinend erstmals überhaupt ein Unternehmen engagiert, das sich auf Krisenmanagement spezialisiert hat. Es soll sich um die Experten bei Sard Verbinnen & Co handeln, die ihre Kunden unterstützen, wenn bestimmte Ereignisse deren Ansehen, Geschäft und Marktwert gefährden. Das dürfte bei den Problemen rund um Meltdown & Spectre, Neustarts von Rechnern, Leistungsverlusten in speziellen Fällen, dem Rückruf von veröffentlichtem Microcode und der bisherigen Kommunikation von Intel wohl auch der Fall sein.

So sind beispielsweise viele Entwickler verärgert, dass Intel nach wie vor behauptet, es handle sich nicht um Fehler in den Prozessoren und das vermutlich, da eine andere Aussage praktisch schon ein Geständnis in den anstehenden Prozessen gegen Intel wäre. In vielen Ländern wurden schon Sammelklagen eingereicht.

Gleichzeitig sorgt dieses Verhalten von Intel nicht unbedingt dafür, dass Vertrauen wieder hergestellt wird. Ob die Krisenprofis nun daran etwas ändern, bleibt abzuwarten. Zumindest scheinen Sard Verbinnen & Co schon mit einigen Journalisten zu kommunizieren.

Rückruf der neuen Microcodes

Update: Intel hat inzwischen laut einer eigenen Mitteilung den Fehler gefunden, der bei den bisherigen BIOS-Updates zu unerwarteten Neustarts führt und rät nun allen Kunden inklusive privaten Nutzern davon ab, die bisher veröffentlichten BIOS-Updates zu installieren. Hersteller sollen diese Versionen auch nicht mehr verteilen. Das Problem betrifft den Bugfix gegen Spectre 2 und die Prozessoren der Haswell- und Broadwell-Serie (Core i 4xxx/5xxx).

Neue Microcode-Updates für diese Prozessoren wurden laut Intel schon an die Partner weitergegeben. Intel verliert aber kein Wort über die Neustart-Probleme, die auch bei allen neueren und einigen älteren Prozessoren auftreten. Hier bleibt den Nutzern also nur weiter die Wahl, sich nicht gegen Spectre zu schützen oder unerwartete Neustarts zu riskieren.

Neustarts bei fast allen Prozessoren

Update: Nach einer weiteren Analyse der Absturz-Probleme durch BIOS-Updates hat Intel nun zugegeben, dass das Problem nicht nur Haswell- und Broadwell-Prozessoren (Core i7 4770K) betrifft, sondern auch die Serien Kaby Lake (Core i7 7700K) , Skylake (Core i7 6700K), Ivy Bridge (Core i7 3770K) und Sandy Bridge (Core i7 2700K).

Damit können die aktuell angebotenen BIOS-Updates für Mainboards also bei fast allen aktiv eingesetzten Intel-Prozessoren der letzten Jahre bis hin zur Intel Core-i-2000-Serie zu unerwarteten Neustarts führen.

Intel arbeitet nun an einem weiteren Microcode-Update, dass den Mainboard-Herstellern zumindest als Beta bis nächste Woche bereitgestellt werden soll. Danach dürfte es neue BIOS-Updates für die meisten Intel-Mainboards der letzten Generationen geben.

Information nur für manche Kunden

Originalmeldung: Intel kämpft in den letzten Wochen um sein seit Jahrzehnten fast mühelos gepflegtes Image, doch immer neue Probleme machen diese Aufgabe nicht gerade leichter. In den Firmware-Updates, die Intel gegen die Sicherheitslücke mit dem Codenamen Meltdown verteilt hat, steckt ein Fehler, den Intel anscheinend gegenüber Privatkunden nicht unbedingt bekanntgeben wollte.

Er kann bei Systemen mit Haswell- oder Broadwell-Prozessoren für spontane Neustarts des Rechners sorgen. Betroffen sind also beispielsweise CPUs wie der Core i7 4770K und die vor allem in Laptops eingesetzte Intel Core-i-5000-Serie.

Eigentlich hatte Intel nach dem Verschweigen der schon länger bekannten Sicherheitslücken Meltdown und Spectre mehr Transparenz versprochen, doch den Fehler in den Firmware-Upgrades hatte Intel nur gegenüber Großkunden zugegeben und diesen geraten, die Installation des Updates »stillschweigend« zu verschieben.

Erst auf Nachfrage des Wall Street Journals gab der General Manager des Data Center Group bei Intel, Navin Shenoy, die Probleme zu. Endkunden sollten die vom System oder Betriebssystem-Anbieter verteilten Updates seiner Aussage nach aber trotzdem installieren. Anscheinend ist das Risiko durch Meltdown höher einzuschätzen als der Ärger durch unerwartete Neustarts.

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Laptop-Sicherheit mit schwerer Lücke

Auch wenn Intel hier Firmenkunden laut dem Bericht bevorzugt behandelte, betrifft ein weiteres Problem vor allem Kunden mit Firmen-Notebooks. Hier haben die Sicherheitsforscher von F-Secure einen Angriff über einen Fehler in Intels Active Management Technology (AMT) entdeckt, der es erlaubt, trotz gesetztem BIOS-Passwort ein einfaches Standard-Login zu verwenden, um dann alle Schutzmaßnahmen zu deaktivieren und so auch über das Netzwerk weitere Angriffe durchzuführen.

Laut den Forschern ist der Angriff nahezu unglaublich einfach und dauere weniger als eine Minute, habe aber ebenso riesiges, zerstörerisches Potential. Trotz aller nur denkbaren Sicherheitsmaßnahmen sei so die komplette Kontrolle über einen Laptop zu erreichen. Immerhin ist hier zumindest für die erwähnte eine Minute physischer Zugriff auf den Laptop notwendig. Aktuell sollten Nutzer von AMT zumindest das Standard-Login ändern.

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