Quickscope: Zeit für besseren Koop - Koop ist mehr als Quicktime-Events

A Way Out wollte Koop revolutionieren und ist dabei – mehr oder weniger anmutig – gescheitert. Schade, denn im Zusammenspiel läge noch riesiges Potenzial für Videospiele.

von Rainer Sigl,
29.03.2018 14:00 Uhr

Sollte Koop mehr bieten als Knöpfchendrücken? Kann man zumindest diskutieren, sagt Rainer.Sollte Koop mehr bieten als Knöpfchendrücken? Kann man zumindest diskutieren, sagt Rainer.

Der Mensch ist vermutlich die einzige Spezies auf diesem Planeten, die zu solchen Extremen fähig ist: Zum einen haben wir die Fähigkeit, uns und alle Mitlebewesen mehrfach in den Tod zu bomben, andererseits beruht dieses gewaltige Potenzial zur Zerstörung und Aggression auf einem ganz anderen Instinkt, der mindestens ebenso ausgeprägt ist wie jener zur Gewalt gegeneinander: Wir Menschen kooperieren. Wir helfen einander, ob konkret im kleinsten Familienkreis bis hin zur abstrakten Zusammenarbeit Unbekannter über den ganzen Planeten hinweg. Sei's beim gemeinsamen Kochen oder dem Bau sehr großer Bomben.

Klar, dass sich beides auch in Computerspielen niederschlägt, denn die Zeiten, in denen das Spielen am digitalen Gerät ein einsamer Ersatz für das soziale Gesellschaftsspiel mit Karten oder Würfeln war, sind längst vorbei.

Ob in riesigen MMOs, Multiplayer-Schlachten oder in Kartenduellen: Das Spielen mit und gegen echte Menschen ist ganz zentraler Bestandteil des Mediums Computerspiele. Kein Wunder, dass sich unsere gegensätzliche Natur auch in ihnen widerspiegelt: Wir können uns virtuell nicht nur bekriegen, sondern auch gemeinsam etwas schaffen, zusammenhelfen oder Hindernisse gemeinsam überwinden. Nur eines wird dabei manchmal vergessen: unser Gehirn.

Report: Wie ticken wir Spieler? - Von den Untiefen der Gewaltspielforschung

Der Autor
Rainer Sigl schreibt und spricht seit mehr als zehn Jahren für verschiedene Medien über Games, darunter der österreichische Jugendkulturradiosender FM4, die Tageszeitung Der Standard, Golem.de, das Games-Bookazine WASD und das von ihm ins Leben gerufene Gameskulturblog Videogametourism.at. In der exklusiv für GameStar Plus erscheinenden Kolumne »Quickscope« macht er sich über Feinheiten und Gemeinheiten diverser Spiele Gedanken. Und widerspricht auch mal unseren GameStar-Testern.

Auf der CS:GO-Map »Overpass« hat der Proficlan Fnatic eine prima Stelle für einen Spielerturm gefunden, um über eine Mauer linsen und schießen zu können.Auf der CS:GO-Map »Overpass« hat der Proficlan Fnatic eine prima Stelle für einen Spielerturm gefunden, um über eine Mauer linsen und schießen zu können.

Gemeinsam gegeneinander - oder gegen alle

Zerstören ist einfacher als aufzubauen, und Kooperation sinnvoll in Spielmechaniken zu übersetzen, ist schwerer, als Kampfarenen zur Verfügung zu stellen. Trotzdem schaffen es Videospiele inzwischen, beide Varianten des Zusammenspiels mit echten Menschen anzubieten - oft sogar im selben Spiel.

Multiplayer-Kampfarenen wie Overwatch, PUBG, Counter-Strike oder die MOBA-Schwergewichte im E-Sport fallen einem als erstes ein, aber die Freude am Zusammenspiel, ob kompetitiv oder kooperativ, macht vor kaum einem Genre Halt - nicht einmal vor dem Landwirtschafts-Simulator.

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