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Rainbow Six: Siege im Test - Taktik in Bestform

Nach acht Gratis-DLCs, zahllosen Patches und einer Reparatur-Saison steht Rainbow Six: Siege besser da, denn je. Reicht das im Test-Update für eine Aufwertung?

von Philipp Elsner,
13.12.2017 16:41 Uhr

Rainbow Six: Siege - Test-Video: Taktische Meisterleistung 6:21 Rainbow Six: Siege - Test-Video: Taktische Meisterleistung

Rainbow Six: Siege setzt seinen Erfolgskurs unbeirrt fort. Anfang Dezember 2017 verzeichnet der Taktik-Shooter über 25 Millionen registrierte Spieler und belegt bei Steam regelmäßig einen Platz in den Top 5 der meistgespielten Titel - und das, ohne die reinen Uplay-Zahlen miteinzubeziehen!

Bereits in unserem letzten Kontrollbesuch bei Rainbow Six: Siege im September 2016 bescheinigten wir der Taktik-Ballerei einen Platz als "neue feste Größe unter den Team-Shootern". Bereits damals waren mit Dust Line, Black Ice und Skull Rain drei neue DLCs erschienen, die die Community begeistert aufgenommen hatte.

Seitdem hat sich erneut viel getan: Inzwischen ist mit Operation White Noise der achte DLC erscheinen, satte 14 neue Operator haben immer wieder das Spiel mit neuen Gadgets und Taktiken durcheinandergewirbelt. Mit Operation Health widmete sich Ubisoft außerdem fast sechs Monate lang ausschließlich der Performance und Stabilität von Rainbow Six: Siege, und die Spieler warteten die Durststrecke geduldig ab, anstatt abzuspringen.

Mit dem Ende von Jahr Zwei stellen wir Siege deshalb erneut auf den Prüfstand. Kann der Online-Shooter jetzt in höhere Wertungsregionen vorstoßen?

Rainbow Six: Siege - Trailer zu Operation White Noise: Die drei neuen Operator im Einsatz 4:41 Rainbow Six: Siege - Trailer zu Operation White Noise: Die drei neuen Operator im Einsatz

Tiefgang durch Hacker

Mit jedem neuen DLC wird die Charakterauswahl um neue Operator und damit die Bandbreite der taktischen Möglichkeiten erweitert. Operation White Noise beendet das Jahr 2017 für Rainbow Six: Siege aber mit einem echten Knall: Gleich drei Neuzugänge bringen komplett neue Mechaniken ins Spiel und eröffnen gleichermaßen spannende Möglichkeiten für Angreifer- wie für Verteidiger-Teams.

Besonders hervor sticht dabei Dokkaebi, die südkoreanische Hackerin. Bis zu zwei Mal pro Runde kann sie mit ihrem Gadget die Telefone der Verteidiger zum Vibrieren bringen. Das ist nicht nur extrem nervig, sondern ist auch gut hörbar und verrät Angreifern auch ihre Position. Um den Effekt wieder loszuwerden, müssen wir unser Smartphone manuell abschalten sind dann für kurze Zeit verwundbar. Lediglich Echo ist immun gegen den Effekt.

Schluss mit Peeker's Advantage: So löst Ubisoft den High-Ping-Vorteil in R6 Siege

Rainbow Six: SiegeRainbow Six: Siege

Das hat eine Reihe von Implikationen: Zum einen haben es Roamer, also Verteidiger, die abseits des Missionsziels die Map durchstreifen, schwerer, unentdeckt zu bleiben. Zweitens werden die aktivierten Handys wie andere elektronische Gadgets auch für den Scanner von IQ sichtbar. Ein eingespieltes Duo aus Dokkaebi und IQ kann also Gegner durch Wände hindurch präzise orten und ausschalten. Auch Echo wird stärker, weil er nicht anfällig für den Hack ist und Dokkaebi und ihre Kameraden mit einem überraschenden Gegenangriff überrumpeln kann.

Hinweis: Dies ist ein Test-Update. Unser ursprüngliches Urteil zum Release lest ihr im Original-Test von 2015 und unser letztes Update mit Aufwertung im Kontrollbesuch vom September 2016. Wir beziehen bei der neuen Wertung die Zusatzinhalte wie Maps oder Operator mit ein, da sie ohne zusätzliche Kosten erspielbar sind. Reine Bezahl-DLCs werden bei unseren Wertungen generell nicht berücksichtigt.

Doch das ist für Dokkaebi noch nicht das Ende der Fahnenstange: So lange sie im Spiel ist, lassen getötete Verteidiger ihre Handys fallen. Schafft sie es, eines der Telefone zu hacken, erhalten die Angreifer Zugang zu allen Kameras im Level - auch den Black Eyes von Valkyrie. Dann beginnt ein spannendes psychologisches Spiel, bei dem die Verteidiger entscheiden müssen, ob sie die Kameras gemeinsam mit dem Feind weiter nutzen, oder sie selbst zerstören. In einem Spiel wie Rainbow Six: Siege, das so stark auf Aufklärung und das Wissen um die Feindpositionen setzt, stellt dieses Gadget ein Match schnell mal auf den Kopf und zwingt uns zum Umdenken. Klasse!

Rainbow Six: SiegeRainbow Six: Siege

Alte Gewohnheiten über Bord!

Aber auch Dokkaebis Kollege Vigil bringt frischen Wind in den Krieg um Informationen, der in jeder Runde neu ausgefochten wird, indem er sich für kurze Zeit für die Drohnen der Angreifer unsichtbar macht. Zwar ist anhand eines Schleiers am Bildschirmrand immer noch erkennbar, dass Vigil in der Nähe ist, sehen kann man ihn aber nicht. Das macht ihn als Roamer unberechenbar und stärkt gleichzeitig den etwas vernachlässigten Jackal, der durch seine Fähigkeiten als Fährtenleser der natürliche Feind von Vigil ist, indem er ihn für sein komplettes Team ortet.

Keine Abwertung für Pay2Win
Rainbow Six: Siege enthält Echtgeld-Mikrotransaktionen. Gemäß unserer Wertungsrichtlinien prüfen wir daher, ob unsere Pay2Win-Definition erfüllt ist.
Der Shop von Rainbow Six Siege bietet gegen Echtgeld die Premium-Währung R6 Credits in verschiedenen Preispaketen an. Mit R6 Credits kann man neben Skins und anderen kosmetischen Items auch neue Operator freischalten. Neue Helden lassen sich aber auch mit verdienter Ingame-Währung (Ansehen) in einem angemessenen Zeitraum freispielen, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen.
Zugleich sind die 20 Operator aus dem Basis-Spiel für alle kostenlos und bieten eine ausreichende Grundauswahl für Neulinge, während die DLC-Operator ausbalanciert und nicht übermächtig sind. Eine Abwertung wegen Pay2Win kommt daher für Rainbow Six Siege nicht in Frage.
Diese Bewertung bezieht sich aber ausdrücklich nur auf die Standard-Edition des Spiels. Vom Kauf der Starter-Edition raten wir ab, da sie zwar zwar mit einem günstigeren Anschaffungspreis lockt, aber vielfach höhere Ansehen-Kosten pro Operator, dadurch einen unnötig starken Grind-Faktor aufweist und so eine Aufstockung durch Mikrotransaktionen geradezu forciert.

Der dritte Operator im Bunde ist Zofia. Sie setzt auf einen Multifunktions-Granatwerfer, der entweder kleine Sprenggranaten oder Betäubungsladungen verschießt, die den Gegner desorientieren. Damit reißt sie Löcher in Wände, sprengt Türen auf oder Hindernisse wie Fallen und Stacheldraht weg, schafft überraschend neue Sichtlinien für ihr Team und blendet Gegner, bevor sie einen Raum erstürmt. Zugleich ist sie eine effektive Einzelgängerin, die abseits ihrer Kameraden agieren kann, denn wenn sie schwer verletzt zu Boden geht, hebt sie sich einmal pro Runde ohne fremde Hilfe wieder auf und kann mit einem einzigen Lebenspunkt weitermachen.

Rainbow Six: SiegeRainbow Six: Siege

Insgesamt gehören die Neulinge aus White Noise wohl zu den bedeutendsten Neuerungen, die Rainbow Six: Siege je gesehen hat. Und das nicht, weil sie einfach stärker sind als die bisherigen, sondern weil ihre Fähigkeiten die Dynamik im Spiel drastisch verändern können, ohne die Grundmechanik zu zerbrechen. Stattdessen gibt es viele neue taktische Optionen und viele der alten Operator profitieren passiv von den neuen Strategien und Gadgets.

Eine ganz neue Herausforderung (sogar für Veteranen) ist die Wolkenkratzer-Map Mok Myeok Tower. Die Karte ist extrem verwinkelt und braucht einiges an Eingewöhnungszeit. Mit ihren vielen verschiedenen Ebenen liefert sie aber neue spannende Möglichkeiten durch krasse Höhenunterschiede im Level, die es in Rainbow Six: Siege so noch nicht gegeben hat. Auf Mok Myeok Tower müssen wir unsere Gewohnheiten überwinden und öfter mal nach oben und unten schauen, wenn wir die Runde überleben wollen. Wie bei jedem neuen DLC ist die Map der wahrscheinlich schwierigste Teil und manchmal anstrengend zu erlernen, sorgt am Ende aber für Abwechslung sowie für Langzeitmotivation.

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Rainbow Six Siege - Trailer zeigt die neue Wolkenkratzer-Map Mok Myeok Tower 1:25 Rainbow Six Siege - Trailer zeigt die neue Wolkenkratzer-Map Mok Myeok Tower

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