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Red Dead Redemption 2 im PC-Test: Outlaws im Nebel

Rund ein Jahr hat der Ritt von der Konsolenversion auf den PC gedauert. Wie hat Arthur Morgans Abenteuer die Umsetzung überstanden? Wir haben uns für den Test in den Sattel geschwungen.

von Markus Schwerdtel,
06.11.2019 14:30 Uhr

Red Dead Redemption 2 - Test-Video zur PC-Version 14:15 Red Dead Redemption 2 - Test-Video zur PC-Version

Kennt ihr einen Küfner persönlich? Einen Stellmacher? Einen Reepschläger? Vermutlich nicht, denn diese Berufe sind schon lange ausgestorben. Man hat sie einfach nicht mehr gebraucht, die Welt hat sich weitergedreht. So ähnlich geht es auch Arthur Morgan. Der schlägt sich im Jahr 1899 als Outlaw durch den wilden Westen. In einer Zeit, in der dieser »Beruf« immer schwieriger wird, weil die Gesetzeshüter und diese verdammten Pinkerton-Detektive immer lästiger werden.

Arthurs »Chef«, der Bandenführer Dutch van der Linde, möchte diese Zeitenwende jedoch nicht wahrhaben und versucht verzweifelt, seinen Trupp zusammenzuhalten. Ein letzter Coup soll der Bande so viel Geld einbringen, dass sich alle Mitglieder - vom mürrischen Micah über die junge Tilly Jackson bis hin zum Mexikaner Javier Escuella - zur Ruhe setzen können. Doch nicht alle Banditen sind mit den ehrgeizigen Plänen von Dutch einverstanden. Als sich die Gang dann auch noch mit dem mächtigen Industriellen Leviticus Cornwall anlegt, drohen die Spannungen die Bande endgültig zu zerreißen.

Dieser Konflikt zieht sich durch das ganze Spiel. Die Angst vor Veränderung und die unterschiedlichen Arten, mit Umbrüchen umzugehen sind die großen Themen von Red Dead Redemption 2. Womit wir auch gleich bei der wichtigsten Frage für uns PC-Spieler wären: Wie groß sind die Veränderungen der PC-Fassung gegenüber den ursprünglichen Versionen für PlayStation 4 und Xbox One?

Red Dead Online
Zum Start von Red Dead Redemption 2 geht auch die Multiplayer-Variante Red Dead Online live. Die konnten wir noch nicht ausgiebig ausprobieren, Rockstar verspricht aber alle bisher für die Konsolenvariante erschienen Features und Erweiterungen, etwa die kürzlich veröffentlichen Frontier Pursuits mit unterschiedlichen Charakterklassen. Damit ist Red Dead Online deutlich kompletter als die Konsolen-Variante bei seinem Erscheinen, die ja auch als Beta firmierte.

Deutsche Entwickler über Konsolen-Ports - »Es gibt keinen Grund, warum Red Dead Redemption 2 nicht gleichzeitig für PC erscheinen sollte« PLUS 24:19 Deutsche Entwickler über Konsolen-Ports - »Es gibt keinen Grund, warum Red Dead Redemption 2 nicht gleichzeitig für PC erscheinen sollte«

So groß, so schön!

Schon auf den Konsolen ist Red Dead Redemption 2 ein sehr, sehr hübsches Spiel. Vor allem auf PlayStation 4 Pro und Xbox One X - also den jeweils stärkeren Varianten der aktuellen Konsolengeneration - wirkt die Optik fantastisch. Weit schweift der Blick über die riesige Landschaft, die mit viel Vegetation und wilden Tieren fast wirkt wie echt.

Apropos Tiere: Was GTA 5 seine Autos sind Red Dead Redemption 2 seine Pferde. Und offenbar haben die Designer bei Fell und Mähne die gleiche Sorgfalt walten lassen wie bei Karosserie und Chrom. Egal ob Zaumzeug, Sattel oder dahinter festgezurrte Bettrolle - alles strotzt vor Details und trägt damit zur einzigartigen Atmosphäre des Spiels bei.

Was für die Pferde gilt, stimmt bei den Charakteren erst recht: Haare, Bartstoppeln und Hautunreinheiten verleihen den Menschen im Spiel einen schmutzigen, echten Look - kein Vergleich zu den Plastikgesichtern in vielen anderen Spielen.

Sogar der letzte stumme Statisten-Cowboy im Saloon des Präriekaffs Valentine ist noch mit viel Liebe zum Detail gestaltet und hat oft sogar seine eigene Synchronstimme - selbst wenn er nur kurz »Howdy« sagt. Die Präsentation ist also bombastisch, war aber eben auch auf Konsole schon so. Die Verbesserungen liegen, wie so oft bei PC-Umsetzungen, im Detail.

Das beschauliche Städtchen Valentine ist eine der ersten Siedlungen, die ihr im Spiel entdeckt. Hier gibt’s Händler für Waffen, Pferde usw. sowie einen Sheriff mit Kopfgeldmissionen. Das beschauliche Städtchen Valentine ist eine der ersten Siedlungen, die ihr im Spiel entdeckt. Hier gibt’s Händler für Waffen, Pferde usw. sowie einen Sheriff mit Kopfgeldmissionen.

Vier Seiten Settings

So gern wir mit der PC-Version von Red Dead Redemption 2 sofort losreiten würden, unser erster Weg führt natürlich ins Optionsmenü, genauer zu den Grafikeinstellungen. Offenbar hat man sich bei Rockstar Games beim an in dieser Hinsicht vorbildlichen Assassin's Creed: Odyssey orientiert, wir können alle erdenklichen Aspekte der Optik manipulieren. Das geht von Standards wie der Auflösung (4K ist natürlich möglich) oder der Bildwiederholungsrate des Monitors bis hin zur Partikeldichte bei Blut- oder Schmutzeffekten.

Wer zusätzlich die Einstellungen für Fortgeschrittene aktiviert, darf zum Beispiel die Qualität des volumetrischen Nebels einstellen oder festlegen, welche Grafikschnittstelle (DirectX 12 oder Vulkan) das Spiel nutzt. Wer sich gut mit seinem PC auskennt, kann sich auf vier Bildschirmseiten mit detaillierten Grafikeinstellungen freuen und jedes noch so kleine Detail tunen. Das soll sicherstellen, dass Red Dead Redemption 2 auch schwächeren Rechnern noch zum Laufen gebracht werden kann - auch wenn es dann natürlich nicht mehr so gut aussieht. Allerdings zeigt sich in unseren ersten Hardware-Tests, dass Red Dead Redemption 2 durchaus fordernd ist. Besitzer älterer Rechner können wenn dann nur mit tristerer Optik spielen. Auch der Rockstar Launcher macht (neben anderen Stolpersteichnchen) manchmal noch Probleme, die dürften aber bald weggepatcht werden.

Theoretisch könnte man das ganze Spiel in der Ego-Perspektive absolvieren, praktisch wird einem dann aber spätestens beim Reiten schlecht. Zivilisten finden es übrigens gar nicht gut, wenn man Waffen auf sie richtet. Theoretisch könnte man das ganze Spiel in der Ego-Perspektive absolvieren, praktisch wird einem dann aber spätestens beim Reiten schlecht. Zivilisten finden es übrigens gar nicht gut, wenn man Waffen auf sie richtet.

Red Dead Benchmark

Ein nettes Detail ist der ins Spiel eingebaute Benchmark-Check. Aus dem Grafikmenü heraus können wir per »X«-Taste einen Hardware-Test starten. Das Spiel wechselt dann zwischen mehreren typischen Spielsituationen durch - ein Wald im Schneesturm, die Wüste rund um Armadillo bei Sonnenuntergang, Arthur bei einem Raubüberfall in einem Laden - und misst Daten wie die Bildwiederholungsrate.

Das schafft Vergleichbarkeit und könnte sich (darauf hofft Rockstar sicher auch ein bisschen) als einfach zu handhabender Standard-Benchmark etablieren. Eine gute Idee ist so ein eingebautes Performance-Messgerät allemal. Es wirkt fast schon, als wollten die Entwickler sich mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten bei den PC-Spielern für die lange Wartezeit entschuldigen bzw. sie rechtfertigen. Aber grau ist nicht nur die Schriftfarbe in den Menüs, sondern auch alle Theorie. Wie sehen die grafischen Verbesserungen denn im Outlaw-Alltag aus?

Der Prolog findet in einem verschneiten Berggebiet statt, hie kämpft die Bande ums Überleben und muss sich etwa hungriger Wölfe erwehren. Der Prolog findet in einem verschneiten Berggebiet statt, hie kämpft die Bande ums Überleben und muss sich etwa hungriger Wölfe erwehren.

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