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Remnant: From the Ashes im Test - Ein Shooter zum er-spielen

Auf den ersten Blick handelt es sich hier um einen ganz netten, wenn auch höllisch schweren Mittelklasse-Shooter. Doch mit jeder gespielten Stunde zeigt Remnant mehr, wie großartig es wirklich ist. Ein Spielbericht.

von Sascha Penzhorn,
26.08.2019 14:01 Uhr

In Remnant: From the Ashes beherrschen fiese Monster die Überreste der Erde, aber zwischen den Ruinen regt sich Widerstand. In Remnant: From the Ashes beherrschen fiese Monster die Überreste der Erde, aber zwischen den Ruinen regt sich Widerstand.

Mein erster Spielstart in Remnant: From the Ashes. Ich stelle mir aus einer Handvoll Gesichtern, Behaarungsoptionen, Stimmen und anderen Details einen passablen Charakter zusammen. Nicht wunderschön, aber auch nicht furchtbar hässlich - Entwickler Gunfire Games ist eben eher ein Double-A-Studio ohne Riesenbudget, also schraube ich meine Erwartungen besser gleich ein Stückchen runter. Immerhin - die Titelmusik geht richtig gut ins Ohr. Erinnert mich ein wenig an Ori and the Blind Forest.

Dann geht's ab ins Tutorial. Ich habe ein großes Schwert, das ich in einer einfachen Kombo schwingen kann, wenn ich auf der Angriffstaste herumtatsche. Oder ich halte sie für einen schweren Angriff gedrückt. Die obligatorische Ausweichrolle gibt's auch. Parade? Spezialattacke? Blocken? Geht nicht.

Na gut, haue ich meinen ersten Gegner - eine komische mit Wurzeln und Ranken bedeckte Gestalt - eben mit leichten Angriffen kaputt. Dankeschön, der Nächste, bitte! Ab und zu weiche ich mit meiner Rolle auch mal einer Attacke aus - so weit, so einfach. Dann erscheint schon wieder so ein Wurzelsepp und hat diesmal Kollegen mitgebracht. Ich bin ganz schnell umzingelt, dann beiße ich ins Gras. Na super!

Held mit Profil

Ich erwache in einem Bunker (der Exitus im Tutorial war von den Designern so gewollt) und freue mich über schicke Dialog-Zwischensequenzen und gute englische Sprecher.

Zum Spaß stelle ich die Spracheinstellungen auf Deutsch um und rechne mit mäßig übersetzten deutschen Bildschirmtexten bei weiterhin englischer Sprachausgabe, wie heutzutage so üblich. Doch was höre ich? Richtig gute deutsche Stimmen! Die deutschen Texte sind ebenfalls in Ordnung. Cool!

Ein Alien bedroht uns in einer Zwischensequenz. Die Story ist mäßig, deren Präsentation ist jedoch toll.Ein Alien bedroht uns in einer Zwischensequenz. Die Story ist mäßig, deren Präsentation ist jedoch toll.

Jetzt darf ich mir meinen Start-Archetypen auswählen. Will ich lieber mit der Jagdflinte aus sicherer Entfernung angreifen, oder mit der doppelläufigen Schrotflinte und einer Heil-Aura als Unterstützer spielen? Quatsch - ich wähle natürlich den mächtigen Plünderer, der mit der Pumpgun loszieht, einen Vorschlaghammer schwingt und richtig schwere improvisierte Rüstung trägt. Mein Schulterpolster ist ein alter Autoreifen. Gefällt mir!

Nach einer kurzen Einführung in die etwas konfuse, wenig packende Story (Postapokalypse, kaum Überlebende, ich bin aus nicht näher erläuterten Gründen irgendein prophezeiter Held) stapfe ich aus dem Bunker in die Ruinen einer Stadt. Zerfallene Wolkenkratzer, Dreck, Rost und Geröll, hier und da ein paar Bäume. Deprimierende Grau- und Rottöne. Und überall wuseln diese komischen Wurzelgestalten herum, die von den deutschen Sprechern als »Die Saat« bezeichnet werden.

Ich marschiere auf einen von ihnen zu, um endlich selbst mal ein paar Körnchen auszusäen und betätige den Abzug meiner Schrotflinte. BÄM! Das Teil kracht ohrenbetäubend, es fliegen haufenweise Zahlen durchs Bild und meine Wurzelbehandlung endet nach nur einem Treffer - mein Feind hat keine Fragen mehr!

Die Grafik im Spiel ist größtenteils super, aber manche Charaktermodelle sind schwach. Dieses Kind sieht aus wie eine gruselige Puppe aus dem Second-Hand-Shop. Die Grafik im Spiel ist größtenteils super, aber manche Charaktermodelle sind schwach. Dieses Kind sieht aus wie eine gruselige Puppe aus dem Second-Hand-Shop.

Ich visiere seinen Kollegen an, der ist ein Stück weiter entfernt und überlebt den ersten Schuss, taumelt aber ordentlich zurück. Ich setze nach - das war's! Okay, so wenig überzeugend meine ersten Versuche im Nahkampf waren, so begeistert bin ich von dieser Schrotflinte.

Der Sound, das Treffer-Feedback, die Schadenswirkung - so machen Computerspiel-Schusswaffen Spaß! Auch toll: Mein Held kommentiert das Geschehen und brüllt seinen Gegnern die Meinung. Richtig so, schweigende Protagonisten sind nämlich doof. Außer Doomguy.

Plötzlich Elitegegner

Für weiter entfernte Feinde wechsle ich auf meine Handknarre. Die ist zielgenau und ebenfalls sehr spaßig, zumal Kopftreffer mehr Schaden verursachen. Und die fallen dank hervorragender Maus- und Tastatursteuerung kinderleicht. Wobei mir die Steuerung per Gamepad fast noch besser gefällt, denn per Snap-Aim gibt's hier auf Wunsch eine eingebaute Zielhilfe, die mir zwar nicht die gesamte Arbeit abnimmt, aber doch dabei hilft, es in Sachen Präzision mit der Nagetiersteuerung aufzunehmen.

Ich niete Wurzelheinis um, weiche ganz locker aus, wenn einer von ihnen mal sein Beil nach mir wirft, und meine Welt ist in Ordnung. Dann taucht ein Obermotz in einer Kutte auf, durchsiebt mich mit seinem Bogen und teleportiert sich einfach weg, als ich zurückschießen will. Sauerei!

Zu Spielbeginn wählen wir unsere erste Ausrüstung und ein paar Fähigkeiten. Feste Charakterklassen gibt es jedoch nicht.Zu Spielbeginn wählen wir unsere erste Ausrüstung und ein paar Fähigkeiten. Feste Charakterklassen gibt es jedoch nicht.

Das lasse ich natürlich nicht auf mir sitzen und stürme auf den Unhold zu. Und schon bin ich von noch mehr Wurzelnasen umzingelt, der Kuttenkasper mit dem Bogen hat auf einmal einen Zwilling und ich sehe keine Sonne mehr. Als ich in Sekundenbruchteilen den Löffel abgebe, wache ich am nächstgelegenen Checkpoint auf und stelle fest, dass mir nichts fehlt: Inventar, Spielwährung, Erfahrung - alles noch da. Okay, so kann ich den Tod einigermaßen verkraften.

Und ich lerne: Caramba-Karacho ist nicht immer die beste Strategie. Beim nächsten Anlauf kriegt der komische Kuttenonkel eins mit der Pistole und lockt mich nicht länger auf sein Familientreffen. Langsam und vorsichtig ist zwar nicht unbedingt mein Stil, aber lebendig durch einen Level zu kommen hat ja auch was für sich.

Remnant: From the Ashes - Ankündigungstrailer zum Koop-Shooter der Darksiders-3-Macher 1:21 Remnant: From the Ashes - Ankündigungstrailer zum Koop-Shooter der Darksiders-3-Macher

Höllische Bossmonster

Eine Weile später kämpfe ich mich durch die Kanalisation. Mit meinem Vorschlaghammer mähe ich ganze Rudel mutierter Knirpse nieder, die mich von allen Seiten anspringen. Ab und zu erscheint ihr Chef, ein Obermacker mit zwei riesigen Schwertern, an denen sämtliche Frontalangriffe einfach so abprallen. Der rast auf mich zu und hackt auf mich ein, ich werfe mich zur Seite und verpasse ihm die volle Packung mit meiner Schrotflinte in seine nun ungeschützte Visage.

Noch eine Ausweichrolle, um den nächsten Angriff zu vermeiden, dann gibt's von mir eine mit dem Hammer und es herrscht wieder Ruhe. Der Nahkampf ist mehr so was für den Notfall, wenn man mal bedrängt wird und keine Munition mehr hat. Das Kampfsystem ist deutlich auf Schusswaffen ausgelegt, dennoch macht es tierisch Laune.

Die konfuse Story um das Ende der Welt ist nicht überragend, kommt aber mit schicken Zwischensequenzen.Die konfuse Story um das Ende der Welt ist nicht überragend, kommt aber mit schicken Zwischensequenzen.

Im Alleingang ist das Spiel bockschwer. Manchmal greifen gefühlt unendlich viele Gegner aus sämtlichen Himmelsrichtungen an. Solche Momente fühlen sich manchmal etwas unfair an, doch ich beiße mich durch, will weiterkommen, habe keine Zeit für Frust. Zumindest bis zum ersten Endgegner. Der verprügelt mich mit einem Schwert in der Größe eines mittleren Reihenhauses, gerne auch mal durch irgendwelche vermeintlich schützenden Wände und Säulen hindurch. Diese Attacken durch Objekte hindurch passieren im späteren Spielverlauf noch öfter. Nicht pausenlos, aber genug, um störend aufzufallen.

Vor allem erscheinen aber pausenlos irgendwelche kleinen Kobolde um mich herum, die wie Teekessel pfeifen, schließlich explodieren und flächendeckend Seuchenschaden verursachen. Und damit habe ich noch Glück - in einem Forum sehe ich, dass man in jedem Spieldurchgang unterschiedliche Bossmonster vorgesetzt bekommt. Professor Reihenhaus (gut, sein richtiger Name ist Gorefist) und die Teekessel-Gang gehören noch zu den leichteren, doch das hilft mir jetzt erst mal auch nicht weiter.

Kooperativ am schönsten

Auf Steam sehe ich meine Freunde, nennen wir sie Sonja und Thorsten (denn das haben ihre Eltern auch schon getan), die ebenfalls kürzlich mit Remnant angefangen haben. Denen klage ich mein Leid, eine Minute später spielen wir in derselben Sitzung. Einfach so, ohne Verbindungsprobleme, Lags oder Ruckler.

In den ersten Spielstunden kämpfen wir uns durch diese Stadtlandschaft und einige unterirdische Tunnel und Gewölbe.In den ersten Spielstunden kämpfen wir uns durch diese Stadtlandschaft und einige unterirdische Tunnel und Gewölbe.

Zu dritt bekämpfen wir den Boss. Irgendwas verletzt mich dabei mehrmals von hinten. Kann es sein, dass … nein, das bilde ich mir sicher ein. Ich laufe zu Thorsten und schieße ihm ein Loch in den Lebensbalken. Tatsächlich: Friendly Fire! Nicht furchtbar viel, aber wenn man es drauf anlegt, kann man einander umbringen. Wenige Augenblicke darauf sind wir tatsächlich tot - aus Gründen, die ich mir auch nicht erklären kann.

Doch einige Versuche später haben wir den Bogen raus. Wer gerade den Boss an der Backe hat, zerrt ihn jetzt im Kreis um einen Pfeiler, während ihm ein Kollege in den Rücken ballert, der andere kümmert sich um die pfeifenden Explosionsknilche. Ab und zu löst Sonja eine heilende Aura aus, die unsere Lebenspunkte regeneriert. Ich aktiviere derweil Brandmunition und setze den Endgegner in Flammen.

Diese Rüstung war in einem geheimen Raum hinter einem Regal versteckt. Remnant steckt voller Geheimnisse und versteckter Schätze.Diese Rüstung war in einem geheimen Raum hinter einem Regal versteckt. Remnant steckt voller Geheimnisse und versteckter Schätze.

Diese und ähnliche Spezialfähigkeiten aktivieren wir über Waffenmodifikationen. Die werden automatisch aufgeladen, wenn man seine Schusswaffe benutzt, bevor man die Mod schließlich per Knopfdruck aktivieren kann. Sehr praktisch! Jetzt volle Konzentration, bloß keine Fehler machen - die Monsterstärke skaliert in Gruppen nach oben. Wer seinen Job nicht macht, fällt seinen Mitspielern zur Last.

Als der Obermacker endlich das Zeitliche segnet, ist das Gejubel in Discord (es gibt in Remnant: From the Ashes keinen Ingame-Chat) groß. Teamwork ist also absolut Pflicht, das Erfolgserlebnis danach kaum zu überbieten. Bei der Rückreise in den Bunker stellen wir fest, dass komischerweise immer nur ein Spieler gleichzeitig einen Händler für Verbrauchsgegenstände und Upgrades anquatschen kann. Ich erschieße Thorsten und kaufe in Ruhe ein.

Trailer zur Basis im Endzeit-Shooter Remnant erinnert an die Fallout-Vaults 1:48 Trailer zur Basis im Endzeit-Shooter Remnant erinnert an die Fallout-Vaults

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