Schatten des Krieges - Scharfe Kritik an DLC für toten Entwickler

Das Team von Mittelerde: Schatten des Krieges hat mit dem DLC Forthog Orcslayer dem verstorbenen Kollegen Mike Forgey ein Denkmal gesetzt - aber das Geschäftsmodell stößt auf Kritik.

von Maurice Weber,
04.09.2017 11:55 Uhr

Lootboxen & Charity-Fail - Video: Warum die Spieler bei Mittelerde: Schatten des Krieges schon vor Release sauer sind 12:04 Lootboxen & Charity-Fail - Video: Warum die Spieler bei Mittelerde: Schatten des Krieges schon vor Release sauer sind

Forthog Orkschlächter ist ein geheimnisvoller Meisterkrieger, der in Mittelerde: Schatten des Krieges immer dann zur Rettung in letzter Sekunde auftauchen kann, wenn Hauptfigur Talion in Lebensgefahr schwebt. Und er ist ein digitales Denkmal: Für Producer Mike Forgey, der im Lauf der Entwicklung an Krebs verstarb. Aber Forthog ist auch ein DLC, der auf Steam für fünf Euro verkauft wird, und daran hat sich nun eine Kontroverse entzündet.

Im Trailer wird zwar groß darauf hingewiesen, dass 3,50 Euro pro verkauftem DLC an Forgeys Familie gehen, doch die ganze Wahrheit steht nur im Kleingedruckten. Die Spendenaktion gilt ausschließlich in den USA (und da auch nicht für alle Staaten), das Geld der Käufer aus allen 194 übrigen Ländern dieser Erde geht direkt in die Tasche des Publishers Warner Bros. Interactive.

Kritik von TotalBiscuit

Der Youtuber Totalbiscuit - der selbst an Krebs erkrankt ist - hat dies in einem neuen Video stark kritisiert. Seiner Meinung nach habe Warner Bros. nicht ausreichend auffällig gekennzeichnet, dass nicht alle Käufe der Familie Forgey zugute kommen. "Das macht aus dem Denkmal eines Mannes ein weiteres Beispiel für schlechte DLC-Praktiken - das ist nicht okay, das können wir nicht geschehen lassen!"

Sein Lösungsvorschlag: Wenn es rechtlich nicht möglich ist, die Erlöse überall auf der Welt direkt an die Familie zu schicken, solle sich der Publisher zumindest verpflichten, die gleiche Summe für Krebsforschung zu spenden. Er fordert alle Zuschauer auf, sich mit diesem Anliegen an den Twitter-Account von Warner Bros. Games zu wenden - allerdings in respektvollem Tonfall und ohne Shitstorm. "Ich hoffe, wir werden ein wenig Ruhe und Anstand in eine Konversation bringen, die gerade richtig, richtig hässlich wird."


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