Schicke Optik, niedrige fps - Neues Video zu Echtzeit-Raytracing in Justice

Nvidia hat ein Video veröffentlicht, das Echtzeit-Raytracing im chinesischen MMORPG Justice zeigt. Die Performance scheint dabei aber teils noch Probleme zu bereiten.

von Nils Raettig,
23.11.2018 19:11 Uhr

Diese schicke Reflexion wird im chinesischen MMORPG Justice durch Echtzeit-Raytracing ermöglicht.Diese schicke Reflexion wird im chinesischen MMORPG Justice durch Echtzeit-Raytracing ermöglicht.

Das chinesische MMORPG Justice soll sowohl Unterstützung für Raytracing als auch für Nvidias Deep Learning Super-Sampling (DLSS) erhalten - das hat Nvidia bereits zu der Vorstellung der Geforce-RTX-Grafikkarten auf der Gamescom im August 2018 bekannt gegeben. Neu ist allerdings ein Video mit Vergleichsszenen aus dem Spiel, das im Rahmen der GPU Technology Conference in China veröffentlicht wurde.

Optisch kann Raytracing darin durchaus überzeugen, wobei es unter anderem für sehr realistisch und gut aussehende Reflexionen sorgt, wie wir es vor kurzem schon in Battlefield 5 gesehen haben. Eine weitere Gemeinsamkeit zum DICE-Shooter deutet sich in dem besagten Video aber ebenfalls an: Die Performance scheint noch Probleme zu bereiten.

Das wird vor allem in der Szene deutlich, die ungefähr nach 16 Sekunden beginnt. Man sieht mehrere Marktstände in einer verregneten Straße und viele Reflexionen auf dem Boden, im Vergleich zu den meisten anderen Sequenzen des Videos mit kleineren Ausschnitten der Spielwelt wirkt die Darstellung aber klar weniger flüssig. Auch bei der Szene am Ende des Videos, die Reflexionen auf einem geworfenen Dolch zeigt, ist ein gewisses Ruckeln zu bemerken.

Grundsätzlich kann so etwas zwar auch durch Probleme bei der Videoaufnahme begründet sein. Die gezeigten Szenen spiegeln also nicht zwingend die Performance wider, die in dem Spiel beim Echtzeit-Rendern tatsächlich erreicht wurde. In Anbetracht des großen Performance-Verlustes, den wir in unseren Raytracing-Benchmarks in Battlefield 5 festgestellt haben, würde es uns aber nicht überraschen, wenn die Technik in Justice ebenfalls einen klar negativen Einfluss auf die Bildrate hätte.

Das gilt umso mehr, weil Raytracing in Justice laut einer News von Nvidia nicht wie in Battlefield 5 nur für die Reflexionen, sondern auch für die Berechnung von Schatten und für die Beleuchtung eingesetzt wird. Dadurch können beispielsweise Objekte, die von einer Lichtquelle erfasst werden, selbst zu einer solchen Lichtquelle werden und ihrerseits Schatten erzeugen, wenn ihre Oberfläche die entsprechenden reflektierenden Eigenschaften besitzt.

Eine Möglichkeit, der durch Raytracing sinkenden Performance entgegenzuwirken, besteht in der Implementierung von DLSS. Dabei wird das Bild intern in einer niedrigeren Auflösung berechnet und per KI-Algorithmus zur Zielauflösung hochskaliert. Das soll Rechenleistung sparen, ohne dass das Bild im Vergleich zu der Berechnung in der nativen Auflösung ohne DLSS schlechter aussieht. Nvidia spricht sogar davon, dass die Darstellung im Vergleich zu Kantenglättungsmethoden wie TAA mit DLSS besser aussieht.

Die Open Beta zu Justice Online ist im Sommer 2018 gestartet, mit einem passenden Account kann man den Titel kostenlos spielen. Allerdings gibt es sowohl die offizielle Webseite als auch den Download-Client und das Spiel selbst bislang nur in chinesischer Sprache. Ob Justice auch für den westlichen Markt erscheinen wird und wann Raytracing und DLSS darin verfügbar sind, ist derzeit nicht bekannt.

Battlefield 5 - Raytracing: Performance- und Grafikvergleich 3:46 Battlefield 5 - Raytracing: Performance- und Grafikvergleich


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