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Seite 2: Sherlock Holmes: Crimes and Punishments im Test - Gnade oder Galgen

Der Schein von Freiheit

Klar, in der Theorie ist auch Crimes and Punishments ein mehr oder minder lineares Adventure. Schließlich gibt's nur einen Täter, eine Tatwaffe und einen idealen Weg, der zum Ziel führt. Aber durch die Freiheit in der Beweisführung schafft es das Spiel, diese Linearität nahezu perfekt zu kaschieren. Statt eingeengt fühlen wir uns frei, unsere nächsten Schritte zu planen, brüten über unserem Notizbuch und wägen Möglichkeiten ab. Diese aktive Knobelei erweckt nur deshalb so einen stimmigen Spielfluss, weil die möglichen Ermittlungsschritte fast immer logisch aufeinander aufbauen.

Die Schauplätze sind nicht nur sehr detailliert, sondern profitieren auch von stimmigen Lichteffekten. Die Schauplätze sind nicht nur sehr detailliert, sondern profitieren auch von stimmigen Lichteffekten.

Gelegentlich merkt man den Fällen allerdings an, dass sie eben doch von Autoren konstruiert wurden: etwa dann, wenn wir Kletterwerkzeug brauchen, um einen Fluchtplan nachzustellen, und ganz zufällig, während wir einer anderen Spur nachgehen, bei einem Pfandleiher genau diese Utensilien finden.

Sherlock meets Batman

Für ein Adventure spielt sich Crimes and Punishments dabei ungewöhnlich dynamisch: Nahezu jeder Ermittlungsschritt findet interaktiv statt - selbst in Dialogen können wir per Tastendruck einen Beweis auf den Tisch knallen, um einen Zeugen der Lüge zu überführen, das erinnert an L.A. Noire. Oder wir schauen uns den Gesprächspartner genauer an. So deutet der nervöse Blick eines Schaffners in Kombination mit einem Wettschein in der Tasche, dem Abdruck eines Eherings am Finger und ausgeleierten Klamotten darauf hin, dass der Kerl ein mittelloser Geschiedener mit Spielschulden ist und somit besonders anfällig für Korruption sein könnte. Solche Merkmale poppen beim Beobachten ähnlich wie in der BBC-Serie Sherlock als Wortfetzen auf.

Genau zuhören In Verhören müssen wir nicht nur rauskriegen, wann die Verdächtigen lügen...

Genau hinsehen ... sondern auch auf jedes Detail achten, das uns mehr über die Personen verrät.

Für Untersuchungen im Labor, Handgreiflichkeiten oder zu knackende Schlösser gibt es Minispiele, darüber hinaus eine spezielle Sherlock-Sicht, die an den Detektivmodus aus den Batman-Spielen erinnert und vergangene Ereignisse in Silhouetten anzeigt. Im Einzelnen sind diese interaktiven Elemente kaum der Rede wert, in der Summe sorgen sie aber für einen flotten Spielfluss, der uns konstant bei der Stange hält: Nur noch diesem einen Hinweis nachgehen, nur noch dieses eine ungewöhnliche Haar unterm Mikroskop betrachten, nur noch diesen einen Zeugen befragen.

Tolle Schauplätze, auf die man lange warten muss

Leider verhindern die statischen Animationen gerade bei Dialogen, dass wir die Mimik der Figuren in unsere Überlegungen miteinbeziehen können. Das hat L.A. Noire deutlich besser gemacht, die Gesichter in Crimes and Punishments wirken steif und im direkten Vergleich ausdruckslos. Was nicht heißen soll, dass das Spiel hässlich wäre. Gerade die detaillierten Schauplätze stellen einen der größten Fortschritte zu den bisherigen Sherlock-Adventures dar. So ist jeder Ort einzigartig, jeder Raum individuell eingerichtet und vollgepackt mit Einzelheiten.

Gelegentlich verkleiden wir uns, um beispielsweise in einer Hafenabsteige nicht weiter aufzufallen.Gelegentlich verkleiden wir uns, um beispielsweise in einer Hafenabsteige nicht weiter aufzufallen.

Dabei haben sich die Entwickler sichtlich bemüht, nichts zufällig aussehen zu lassen. Selbst wenn sie nicht als Indiz im Notizbuch vermerkt wird, liefert die Umgebung Hinweise und erzeugt das Gefühl einer lebendigen Welt, in der alles seinen Platz hat. Die scharfen Texturen und Charaktermodelle sorgen zusätzlich dafür, dass Crimes and Punishments das bislang mit Abstand schönste Sherlock Holmes-Spiel ist. Lediglich die teils langen Ladezeiten nerven, aber immerhin dürfen wir beim Wechseln der Schauplätze über unserem Notizbuch brüten.

Echtes Detektiv-Feeling

Insgesamt entwickelt Crimes and Punishments das Detektivspiel in eine ähnliche Richtung wie L.A. Noire. Zwar zieht es bei der Dialogregie nicht zuletzt wegen der steifen Animationen den Kürzeren, im Hinblick auf die eigentliche Spurensuche trumpft Holmes hingegen auf. Denn wo L.A. Noire uns in seiner linearen Erzählung noch dazu gezwungen hat, Fehler zu machen und die falschen Täter zu verhaften, hängt der Erfolg bei Sherlock ganz von unserer eigenen Spürnase ab. Mit seinem flotten Spielfluss, den abwechslungsreichen Schauplätzen und einem einzigartigen Detektiv-Feeling schafft es der britische Schnüffler, seinen bisher besten Auftritt als Spielfigur hinzulegen. Ein Ausnahme-Adventure, von dem sich jedes Detektivspiel eine Scheibe abschneiden sollte.

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