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Smartphone bei Jugendlichen - Studie bescheinigt 23 Prozent suchtähnliche Symptome bei Entzug

Jugendliche, die Symptome einer Smartphone-Sucht aufweisen, reagieren einer aktuellen Studie zufolge panisch, sobald man ihnen das Gerät wegnimmt. 23 Prozent der Probanden zeigten entsprechendes Suchtverhalten.

von Sara Petzold,
01.12.2019 18:11 Uhr

Ein beträchtlicher Teil der von mehreren Studien untersuchten Jugendlichen reagieren aggressiv und/oder panisch, wenn man ihnen den Zugang zu ihrem Smartphone verweigert. Ein beträchtlicher Teil der von mehreren Studien untersuchten Jugendlichen reagieren aggressiv und/oder panisch, wenn man ihnen den Zugang zu ihrem Smartphone verweigert.

Smartphones können bei Jugendlichen eine Form von Suchtverhalten hervorrufen, das bei Entzug zu extremen Reaktionen der Betroffenen führt. Das hat eine Meta-Studie des King's College London ergeben, die auf der Auswertung von 41 Studien mit insgesamt 42.000 jugendlichen Probanden basiert (via BBC).

Rund 23 Prozent der Jugendlichen zeigten der Analyse zufolge suchtähnliches Verhalten. Sie reagierten demzufolge »panisch« oder »aufgebracht«, sobald sie keinen sofortigen Zugriff auf ihr Smartphone erhielten. Außerdem seien sie nicht in der Lage gewesen, die mit dem Gerät verbrachte Zeit zu kontrollieren.

Die Merkmale des Suchtverhaltens beinhalteten unter anderem:

  • Angstzustände, weil die Betroffenen ihr Smartphone nicht nutzen durften
  • mangelndes Maßhalten beim Gebrauch des Smartphones
  • eine Nutzungsdauer, die deutlich zulasten anderer Aktivitäten ging

Die Forscher konnten nicht genau sagen, ob die betroffenen Probanden nach dem Smartphone selbst süchtig waren oder nach bestimmten Apps. Sie wiesen aber darauf hin, dass die Sucht mit Faktoren wie Stress, Depression, Schlafmangel und schlechten Schulleistungen zusammenhängen könne - und zwar in beiderlei Richtung.

Exzessive Smartphone-Nutzung sei also nicht unbedingt auslösend für das gezeigte Verhalten, sondern können auch Ausdruck respektive Symptom für Stess, Depressionen, etc. sein.

Ob die Jugendlichen nach dem Smartphone selbst süchtig sind oder nach spezifischen Apps lassen die Autoren der Studie offen. Ob die Jugendlichen nach dem Smartphone selbst süchtig sind oder nach spezifischen Apps lassen die Autoren der Studie offen.

Ungeachtet der genauen Zusammenhänge sollten Eltern laut der Studie in jedem Fall aber genau darauf achten, wie viel Zeit ihre Kinder mit einem Smartphone verbringen. Es müsse ein generelles Bewusstsein für die potenziellen Gefahren exzessiver Smartphone-Nutzung geschaffen werden, konstatierte die an der Studie beteiligte Psychologin Dr. Nicola Kalk.

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