Sony, Nintendo & Microsoft stehen zusammen gegen Trumps Zoll-Politik

Konkurrenten im Schulterschluss: In einem gemeinsamen Statement sprechen sich die großen Konsolenhersteller gegen US-Strafzölle auf Einfuhren aus China aus.

von Christian Just,
27.06.2019 16:51 Uhr

Die drei großen Konsolen-Hersteller Nintendo, Microsoft und Sony kritisieren US-Präsident Trumps Handelspolitik.Die drei großen Konsolen-Hersteller Nintendo, Microsoft und Sony kritisieren US-Präsident Trumps Handelspolitik.

Die drei großen Namen im Konsolen-Geschäft zeigen sich so einig wie sonst selten. In einer gemeinsamen Stellungnahme vom 17. Juni sprechen sich Nintendo, Microsoft und Sony gegen die von Trump angekündigte Ausweitung der Strafzölle auf chinesische US-Importe aus.

Die Hardware-Hersteller kritisieren die Tarif-Maßnahmen als hochgradig schädlich für die Spiele-Industrie. Durch die sensible Verkettung von Zulieferern drohe nicht nur eine mögliche Preiserhöhung für Kunden, langfristig stünden auch Arbeitsplätze in der Spiele-Industrie und im Handel auf der Kippe.

Im Statement führen Sony, Microsoft und Nintendo ihre Befürchtungen aus:

"Die Lieferkette für Videospielkonsolen hat sich in China im Laufe vieler Jahre durch Investitionen unserer Unternehmen und Partner entwickelt. Es würde zu erheblichen Störungen in der Lieferkette führen, wenn die Beschaffung vollständig in die Vereinigten Staaten oder ein Drittland verlagert würde, und die Kosten - auch über die Kosten der vorgeschlagenen Zölle hinaus - für Produkte, die bereits unter engen Margenbedingungen hergestellt werden, würden steigen.

Jede Videospielkonsole besteht aus Dutzenden von komplexen Komponenten, die aus verschiedenen Ländern stammen. Eine Änderung auch nur eines Lieferanten muss sorgfältig geprüft werden, um die Risiken bei Produktqualität, Zuverlässigkeit und Verbrauchersicherheit zu minimieren. Zölle würden die Geschäfte unserer Unternehmen erheblich stören und hohe Kosten verursachen, die den Umsatz von Videospielkonsolen und den Spielen und Dienstleistungen, die die Rentabilität dieses Marktsegments steigern, beeinträchtigen würden.

Aufgrund der starken Abhängigkeiten zwischen Videospielkonsolen und Spielesoftware und der Preissensibilität der Käufer von Videospielkonsolen, würden Zölle auf Videospielkonsolen nicht nur unseren Unternehmen, Verbrauchern und Einzelhändlern, sondern auch den Tausenden von kleinen und mittelgroßen Software- und Zubehörentwicklern in den USA unverhältnismäßig schaden. So hätten diese Tarife einen Schadenseffekt, der sich über das gesamte Ökosystem der Videospiele erstreckt."

Stoppt Trump den Handelskrieg?

Aktuellen Meldungen zufolge könnte Trump entscheiden, die angekündigte Ausweitung der Strafzölle zu verschieben. Laut einem gemeinsamen Artikel der Hongkonger Zeitung South China Morning Post und dem US-Magazin Politico habe der US-Präsident zugesagt, die Maßnahmen vorerst auszusetzen.

Demzufolge stellte das chinesische Staatsoberhaupt Xi Jinping dies als Bedingung für ein Treffen mit Trump während des G20-Wirtschaftsgipfels an diesem Wochenende in Osaka, Japan. Hier rechnen Beobachter mit Verhandlungen über einen möglichen Waffenstillstand im zuletzt immer weiter eskalierenden Handelskrieg zwischen den USA und China.

Handelskrieg sorgt für viel Kritik: Neben den Konsolen-Herstellern Sony, Microsoft und Nintendo zeigten sich in der Vergangenheit auch andere Wirtschaftszweige kritisch in Bezug auf die Handelspolitik Donald Trumps. Hierzulande träfen Strafzölle auf US-Importe aus China vor allem Autohersteller wie BMW und Daimler, die große Werke in den USA betreiben und von dort aus auch China beliefern. Hier würden chinesische Gegenzölle zu steigenden Export-Kosten führen, so Industrievertreter.

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