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Spielt Star Wars Jedi: Fallen Order unbedingt auf Schwer!

Meinung: Star Wars Jedi: Fallen Order bietet vier Schwierigkeitsgrade, die sich stark unterscheiden. Dimi bricht eine Lanze für die Großmeister-Stufe. Denn so holt ihr am meisten aus dem Spiel raus.

von Dimitry Halley,
15.11.2019 16:49 Uhr

Auf Großmeister-Stufe wird das Imperium wirklich zur Bedrohung in Jedi: Fallen Order. Auf Großmeister-Stufe wird das Imperium wirklich zur Bedrohung in Jedi: Fallen Order.

Manche Spiele werden auf hohen Schwierigkeitsgraden einfach nur ätzend. Ältere Call-of-Duty-Teile zum Beispiel. Plötzlich färbt sich euer Bildschirm permanent rot, Gefechte ziehen sich endlos in die Länge, ohne taktisch spannender zu werden, weil die KI strohdoof bleibt. Star Wars Jedi: Fallen Order ist da anders.

Erst auf der Großmeister-Stufe, also dem höchsten der vier Schwierigkeitsgrade, entfalten die Kämpfe - und ironischerweise auch das Erkunden der Spielwelt - ihr volles Potenzial. Deshalb breche ich hier eine Lanze dafür, dass ihr euch beim Durchspielen ruhig fordern solltet.

Denn obwohl Jedi-Jüngling Cal Kestis bloß das Lichtschwert und die Macht als Waffen ins Gefecht führt, steckt hinter euren Fertigkeiten eines der besten Kampfsysteme seit längerer Zeit. Die Auseinandersetzungen in Fallen Order sind schnell, präzise und äußerst tödlich - auf Großmeister-Stufe natürlich umso tödlicher. Umgekehrt gilt wie in Sekiro: Wer die Kunst der Waffe beherrscht, fühlt sich tatsächlich wie ein (Jedi-)Meister. Und darum geht's im Spiel schließlich.

Ein Beispiel: Später im Spiel gelange ich in eine brenzlige Situation, in der mich zwei Kopfgeldjäger gleichzeitig beharken. Der eine ist ein laufender Panzerschrank von einem Droiden, der andere ein fliegender Pistolero der Marke Boba Fett. Auf normalen Schwierigkeitsgrad kann ich mich halbwegs aus der Affäre ziehen, wenn ich einfach hektisch ausweiche und hier und da Treffer lande. Auf Großmeister klappt das nicht.

Der Autor: Dimi wird von seinen Freunden und Kollegen oft aufgezogen, dass er sich durch viele Spiele auf höchstem Schwierigkeitsgrad quält. Aber manchmal entfaltet sich erst dadurch das volle Potenzial. In Dragon Age: Origins entdeckt man Profi-Taktiken, in Assassin's Creed: Origins wird das Schleichen überhaupt mal notwendig. Oft genug zeigen hohe Härtegrade aber auch, wie undurchdacht manche Spielmechaniken sind. Bei Fallen Order ist das allerdings nicht der Fall.

Der lange Weg des Scheiterns

Was passiert also unweigerlich? Ich beiße ins Gras. Also muss ich experimentieren. Die Blasterschüsse des Pistoleros kann ich zurückschleudern, wenn ich im richtigen Augenblick pariere. Seine Granaten sende ich ihm ebenfalls per Machtschub in den eigenen Schoß. Allerdings verprügelt mich währenddessen der Panzerdroide. Also friere ich ihn kurz mit der Macht ein und verschaffe mir so Zeit, um den Pistolero zu beschäftigen. Sobald der Panzerdroide wieder entfriert, reiße ich in Windeseile mein Schwert hoch, pariere dessen Prügel und zerlege ihn mit einem Takedown.

Selbst Gegner wie dieses dreiäugige Viech hier lassen sich auf mittlerem Schwierigkeitsgrad relativ leicht besiegen, erst auf Großmeister werden Feinde zu einer echten Herausforderung. Selbst Gegner wie dieses dreiäugige Viech hier lassen sich auf mittlerem Schwierigkeitsgrad relativ leicht besiegen, erst auf Großmeister werden Feinde zu einer echten Herausforderung.

Anderes Beispiel: Auf Dathomir reißt mich ein Nydak (quasi ein Mini-Rancor) mit drei Treffern in Stücke, falls ich auf Großmeister nicht ausweiche. Zu Beginn der Kampagne gehe ich der Bestie deshalb aus dem Weg, schleiche mich irgendwie vorbei, werde trotzdem mehrfach erwischt und muss respawnen. Umso wichtiger wird das Erkunden.

Um meine Chancen gegen den Nydak zu verbessern, suche ich frustriert nach Erweiterungen meiner Lebens- und Machtenergie, plötzlich wird das optionale Durchforsten der Umgebung zur Notwendigkeit. Ich freue mich wie ein Bantha-Schnitzel über einen zusätzlichen Heil-Stim. Zeit, sich der Bestie zu stellen.

Lasst euch den Spaß nicht nehmen

Trotz verbessertem Arsenal gehe ich mehrfach in die Knie, bevor ich den Dreh raus habe. Pariere ich einen Angriff des Nydak, schickt er trotzdem direkt einen zweiten hinterher, doch nach drei oder vier Paraden lande ich endlich wirksame Treffer. Noch besser: Mit dem Machtschub kann ich seine Sprungattacke auskontern, sodass das elende Monster in einer spektakulären Takedown-Animation in die Knie geht. Was für ein Sieg!

Star Wars Jedi: Fallen Order - Screenshots ansehen

Natürlich macht Fallen Order auch auf normaler Stufe Spaß. Wer im Kampf einfach bloß auf Angriff hämmert, hat auch dann keine Chance. Doch wie bei Dark Souls sorgt der hohe Schwierigkeitsgrad erst so richtig dafür, dass Story und Gameplay Hand in Hand gehen. Ich fühle wirklich die Notwendigkeit, als Cal Kestis besser mit dem Schwert und der Macht zu hantieren.

Ich spüre die Bedrohung, die vom Imperium und den Purge Troopern ausgeht. Ich empfinde Ehrfurcht vor den tiefen Wunden, die ein Streich eines imperialen Inquisitors aufreißt. Und ich jubele umso mehr über den immensen Triumph, den mir ein Sieg beschert.

Ich will euch natürlich nicht die Freude madig reden, wenn ihr Fallen Order nur wegen der Story spielt und deshalb auf »Easy« schaltet. Aber für mich offenbart die Großmeister-Stufe eine ganz eigene Qualität, die ich mir bei vielen anderen Spielen mit mehreren Härtegraden wünsche. Probiert's mal aus und schreibt mir gerne, was ihr denkt.

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