Steam Direct - Release von 180 Spielen pro Woche, mehr als doppelt so viele wie bei Greenlight

Über Steam Direct werden 180 Titel pro Woche veröffentlicht. Eine wirksame Schranke für Spiele-Schrott sieht anders aus.

von Christian Just,
29.06.2018 17:34 Uhr

Steam Direct macht seinem Namen alle Ehre. Das erhöht die Quantität, aber nicht unbedingt die Qualität des Angebots.Steam Direct macht seinem Namen alle Ehre. Das erhöht die Quantität, aber nicht unbedingt die Qualität des Angebots.

Über Steam Direct, das Nachfolgerprogramm zum Community-Votingsystem Steam Greenlight, werden rund 180 neue Spiele pro Woche veröffentlicht. Mitarbeiter von Steam Spy waren bei der Geschäftskonferenz White Nights in Sankt Petersburg anwesend und teilten Fotos von Valves Präsentation via Twitter.

Die Präsentation richtete sich an Spieleentwickler und solche, die es werden wollen. Entsprechend wurden Zahlen geliefert, die künftige Entwickler ermutigen sollen, ihre Spiele über Steam zu vertreiben. Unter dem Titel »The Elephant in the Room« präsentierte Valve die durchschnittlichen Releases auf Steam pro Woche.

GameStar-Plus-Report: Steam in Zahlen - Was die Steam-Statistiken über uns Spieler verraten

Sprunghafter Anstieg

Demnach wurden vor dem Greenlight-Programm fünf Spiele, nach Greenlight 70 Spiele und nach Steam Direct 180 Spiele pro Woche veröffentlicht. Valve merkt auf der Folie an, dass Greenlight »Wochen oder Monate der Unsicherheit« mit sich brachte. Schließlich mussten die zur Veröffentlichung eingereichten Titel von Valve zunächst einer eingehenden Kontrolle unterzogen werden. Mit Steam Direct fällt die Wartezeit ungleich kürzer aus: »Veröffentlicht es mit Steam Direct einfach, wenn ihr bereit seid«, merkt Valve auf der Folie an.

Der liberale Ansatz, den Valve bei der Veröffentlichung neuer Spiele verfolgt und jüngst mit einem Statement untermauerte, erlaubt alle Spiele auf Steam, es sei denn, »sie sind illegal oder pures Trolling«. Laut Valve soll der Spieler entscheiden, was er kauft und was nicht. Kontroversen um Politik, Sexualität, Rassismus, Geschlechteridentität und Gewalt seien ein Merkmal des Mediums Computerspiele und würden von Valve nicht länger bewertet.

Auch die Aufgabe der Bewertung des Qualitätsniveaus der Spiele falle in Zukunft den Kunden zu. Kritiker befürchten, dass Steam Direct durch diese Politik auch ein Einfallstor für Schrott-Spiele öffnet.

Wenn euch bei einer derartigen Spieleflut die Übersicht verloren geht und ihr eine fachliche Expertise braucht, folgt einfach dem GameStar-Kuratorenkonto auf Steam. Dort versorgen wir euch mit Tests und Bewertungen zu den wichtigsten PC-Spielen.

Übrigens: Die Macher von Steam Spy richteten auf der White Nights eine Frage über die Zukunft der Daten-Transparenz von Steam direkt an Valve. Hier haben wir die News zur spannenden Antwort von Valves Jan-Peter Ewert, die auf einen künftigen Valve-internen Service hindeutet.

Plus-Report: Der Aufstieg von Valve - Teil 1: Mit der Brechstange

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