Studie - Übermäßiges Spielen von Ego-Shootern könnte Hirn schädigen

Kanadische Wissenschaftler wollen einen Zusammenhang zwischen dem Spielen von Shootern und Krankheiten wie Alzheimer nachgewiesen haben.

von Johannes Rohe,
08.08.2017 16:50 Uhr

Machen uns Shooter zu hirnlosen Zombies? Eine kanadische Studie soll einen Zusammenhang zwischen Ballerspielen und Hirnschäden aufzeigen. Machen uns Shooter zu hirnlosen Zombies? Eine kanadische Studie soll einen Zusammenhang zwischen Ballerspielen und Hirnschäden aufzeigen.

Schaden Shooter unserem Hirn? Zwei Wissenschaftler der Universität Montreal wollen in einer vierjährigen Studie Hinweise darauf gefunden haben, dass übermäßiger Shooter-Konsum Teile unseres Hirns verkümmern lässt, was das Auftreten neuropsychiatrischer Krankheiten wie Alzheimer begünstigt.

Die Wissenschaftler Gregory West und Véronique Bohbot haben in ihrer Studie den Einfluss von Action-Spielen auf den Hippocampus untersucht. Dieser Teil unseres Gehirns ist unter anderem für unser (Raum-)Gedächtnis extrem wichtig.

Zocken für die Wissenschaft

Im ersten Schritt der Studie wurden die 97 Teilnehmer einem Test unterzogen, um festzustellen, wie sie sich orientieren. Jeder Proband musste durch ein virtuelles Labyrinth gehen. Wer sich in so einer Situation vor allem anhand von Orientierungspunkten wie Steinen, Bäumen oder anderen Objekten zurechtfindet, nutzt sein Raumgedächtnis und ist ein sogenannter Spatial Learner.

Die weitaus größere Gruppe (rund 85 Prozent) verlässt sich jedoch darauf, sich eine Abfolge von Rechts- und Linkskurven zu merken. Das sind die sogenannten Response Learner.

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Anschließend wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe spielte 90 Stunden lang ausschließlich Ego-Shooter wie Call of Duty, Borderlands 2, Medal of Honor und Killzone. Die andere Gruppe widmete sich 3D-Plattformern wie Super Mario.

Der Verlust Grauer Hirnmaterie

Das Ergebnis: Bei allen Response-Learnern, die Shooter gespielt haben, konnten die Wissenschaftler einen Verlust Grauer Materie im Hippocampus nachweisen. Beim Spielen verwenden sie einen anderen Hirnteil zur Orientierung, wodurch der Hippocampus verkümmert. Das kann zu Krankheiten wie Depressionen, Posttraumatischem Stresssyndrom und sogar Alzheimer führen.

Interessanterweise war bei den Mario-Spielern das genaue Gegenteil festzustellen: Alle Teilnehmer zeigten Wachstum im Bereich des Hippocampus.

Solche Studien sind allerdings stets mit Vorsicht zu genießen. Gregory West räumt selbst ein, dass deutlich umfangreichere Forschungen betrieben werden müssen, um einen Zusammenhang zwischen Action-Spielen und Hirnschäden wirklich zu belegen. Auch britische Forscher warnen aufgrund der geringen Teilnehmerzahl davor, definitive Aussagen auf Basis dieser Studie zu tätigen. Dass Studien zu falschen Vorstellungen führen, ist gerade im Medienbereich ohnehin schon viel zu häufig passiert.

Quelle: Telegraph, CBC

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