USB-Sticks mit 2,0 TByte Speicher - Betrug mit gefälschten Datenträgern floriert

Auf Amazon floriert der Betrug mit gefälschten 2,0-TByte-USB-Sticks für unter 50 Euro. Allerdings lassen sich die Sticks recht leicht enttarnen.

von Sara Petzold,
12.12.2017 15:48 Uhr

Beim Kauf von USB-Sticks auf Amazon Marketplace müssen Kunden sich vor Betrügern in Acht nehmen.Beim Kauf von USB-Sticks auf Amazon Marketplace müssen Kunden sich vor Betrügern in Acht nehmen.

Weihnachtszeit ist immer auch Geschenkezeit: Wie wäre es dieses Jahr mal mit einem 2,0 TByte großen USB-Stick für 39,99 Euro? Klingt zu gut, um wahr zu sein - und ist es auch. Dennoch floriert aktuell noch immer der Handel mit solchen gefälschten Speichergeräten auf Amazon. Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, die Fälschungen zu enttarnen und Datenverluste zu vermeiden.

Marketplace-Anbieter spielen mit Amazon Verstecken

Wie Heise berichtet, unternimmt Amazon selbst derzeit wenig, um gegen die über den hauseigenen Marketplace operierenden Händler mit Sitz im United Kingdom und Hongkong vorzugehen. Eine kurze Stichprobe unsererseits zeigte, dass die Verkäufer eine Flut gefälschter Sticks auf ahnungslose Amazon-Kunden loslassen:

Im Amazon Marketplace fanden sich zum Zeitpunkt unserer Stichprobe am 12.12.2017 zahlreiche gefälschte 2,0 TByte große USB-Sticks.Im Amazon Marketplace fanden sich zum Zeitpunkt unserer Stichprobe am 12.12.2017 zahlreiche gefälschte 2,0 TByte große USB-Sticks.

In den Rezensionen warnen derzeit viele Nutzer vor dem Kauf der Sticks : erstaunlicherweise reichen diese bereits bis zu einem halben Jahr zurück. Ein Verbraucher berichtet, dass Amazon die Sticks zwar zwischenzeitlich zweimal entfernt hatte, sie dann aber kurze Zeit später wieder im Marketplace zu haben waren.

Manipulierte Firmware täuscht riesigen Speicherplatz vor

Wen der viel zu günstige Preis nicht schon skeptisch genug macht (der echte 2,0 TByte-Stick von Kingston kostet beispielsweise knapp 1.350 Euro), der hält spätestens bei der geringen Größe der Sticks inne: Denn laut Heise ist für 2,0 TByte eine gewisse Größe des Datenträgers erforderlich, um die benötigten Speicherchips im Gehäuse des Sticks unterzubringen.

Heise bestätigt außerdem die Aussagen einiger Nutzer, dass die Sticks weder die beschriebene Schreibgeschwindigkeit noch den vermeintlichen Speicherplatz von 2,0 TByte erreichten: Im Test mit der kostenlosen Software H2testw 1.4, der aufgrund der langsamen Geschwindigkeit der gefälschten Speichermedien ewig dauert, kam heraus, dass der tatsächliche Speicher des Sticks lediglich einen Bruchteil der versprochenen Kapazität betrug. Darüber hinaus droht bei der Verwendung der gefälschten Datenträger ein Datenverlust, weil die Sticks bei größeren Datenmengen schlichtweg alte bereits kopierte Daten überschreiben.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern Amazon in naher Zukunft die gefälschten USB-Sticks erneut vom Marketplace entfernt. Bis es soweit ist, tun Verbraucher gut daran, Marketplace-Angebote mit einer gesunden Skepsis zu prüfen.


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