»Vertrag für das Web« - Bundesregierung unterzeichnet Initiative des Web-Erfinders Tim Berners-Lee

Sir Tim Berners-Lee, bekannt als Erfinder des World Wide Web, will die Freiheit der Internet-Nutzer durch einen Vertrag für das Web schützen. Die Bundesregierung hat jetzt bekannt gegeben, diesen Vorstoß unterstützen zu wollen.

von Georg Wieselsberger,
29.11.2018 21:29 Uhr

WWW-Vater Tim Berners-Lee will einen Vertrag für das Web. (Foto: escapechen/pixelio.de) WWW-Vater Tim Berners-Lee will einen Vertrag für das Web. (Foto: escapechen/pixelio.de)

Update, 29.11.2018: Ein freies Internet für alle - diese Idee steht hinter Tim Berners-Lees Vertrag für das World Wide Web. Die Bundesregierung stimmt dem Grundtenor des Vertrags zu und hat dementsprechend jetzt erklärt, den Vorstoß des WWW-Erfinders unterstützen zu wollen. Digitalisierungsstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) unterzeichneten deshalb das Papier.

In einer offiziellen Pressemitteilung erklärte die Bundesregierung, man verpflichte »sich mit der Unterzeichnung, die Grundsätze des Vertrags für das Web einzuhalten« und wolle sicherstellen, »dass sich jeder Mensch zu jeder Zeit mit dem Internet verbinden kann und das Grundrecht auf Schutz seiner Privatsphäre respektiert wird«.

Für Bär ist das Internet »öffentliches Gut und Grundrecht«. Barley betonte ergänzend:

"Das Internet ist ein öffentliches Gut. Der Zugang dazu muss allen Menschen offen stehen. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Bundesregierung heute genau dazu bekennt."

Laut der Bundesregierung sieht der Vertrag für das Web folgendes vor:

Regierungen werden:

  • sicherstellen, dass sich jeder Mensch mit dem Internet verbinden kann,
  • das gesamte Internet jederzeit verfügbar halten,
  • das Grundrecht der Menschen auf Schutz ihrer Privatsphäre respektieren.

Unternehmen werden:

  • das Internet für jeden Menschen erschwinglich und zugänglich machen,
  • die Privatsphäre und die persönlichen Daten der Verbraucher respektieren,
  • Technologien entwickeln, die das menschlich Beste unterstützen und das Schlechteste bekämpfen.

Bürger werden:

  • Gestalter und Mitwirkende im Internet sein,
  • starke Gemeinschaften bilden, die den gesellschaftlichen Diskurs und die Menschenwürde respektieren,
  • für das Internet kämpfen.

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Originalmeldung: Das Internet oder World Wide Web hat sich in den letzten Jahren stark verändert mit neuen Problemfeldern in Sachen Sicherheit und Privatsphäre. Tim Berners-Lee, der Schöpfer des Web, macht sich daher schon länger Gedanken darüber, wie seine Vision geschützt oder wiederhergestellt werden kann.

Sein Ziel ist es, dass die gesamte Bevölkerung der Welt die Vorteile des Internets nutzen kann, ohne dass ihre Freiheiten dabei angegriffen werden. Dafür sei aber auch die Hilfe der gesamten Welt notwendig, die ein Vertrag für das Web sicherstellen soll. Diesen Vertrag, der bisher nur in einer grundlegenden Fassung existiert, sollen Bürger, Regierungen und Internetkonzerne unterschreiben.

»Der Vertrag ist eine Abmachung, die auf gewisse Weise ein Bild einer Welt zeichnet, die besser als die aktuelle ist. Sie sagt, dass wir besser sein können als das, was wir jetzt haben«, so Berners-Lee gegenüber CNET.

Der Vertrag fordert von Regierungen, dass sie sicherstellen, dass alle Bürger jederzeit vollen Zugriff auf das Web haben und dabei die Privatsphäre der Bürger respektieren. Die Internet-Unternehmen sollen dabei helfen, dass diese Rechte geschützt werden und neue Wege finden, die besten Seiten der Menschheit zu unterstützen.

Jeder Unterzeichner des Vertrags muss sich verpflichten, bestimmte Werte durchzusetzen und auch nach diesen Werten zu handeln, die Arbeitsweise entsprechend anzupassen und so die Vertrauenswürdigkeit erhöhen. Auch anderen solle so mehr vertraut werden können.

Laut Berners-Lee soll das nicht aus Nächstenliebe geschehen, sondern durch Zusammenarbeit. Der genaue Vertrag soll bis Mai 2019 noch ausgearbeitet werden, doch schon jetzt gibt es rund 60 Unterstützer, darunter Facebook, Google und die französische Regierung, aber auch kleine Gruppen wie etwa Frauen aus Entwicklungsländern.

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