Viren-Top-5 - Staatliche Cyber-Schädlinge erobern Spitzenplätze

In einer Top-5-Rangliste der schlimmsten Cyber-Schädlinge aller Zeiten setzt Virenexperte Mikko Hyppönen unter anderem Viren von Geheimdiensten auf die Spitzenplätze.

von Sara Petzold,
09.10.2018 15:33 Uhr

Die Petya-Schadsoftware erobert einen Spitzenplatz in Hyppönens Viren-Top-5.Die Petya-Schadsoftware erobert einen Spitzenplatz in Hyppönens Viren-Top-5.

Der finnische Sicherheitsexperte Mikko Hermanni Hyppönen hat eine Top-5-Liste der schlimmsten Computer-Viren aller Zeiten auf Youtube veröffentlicht (via Heise). Interessanterweise erreichen hier vor allem solche Cyber-Schädlinge Spitzenplätze, für deren Entwicklung und Verbreitung staatliche Behörden (mit-)verantwortlich sind.

Auf den Plätzen 5 bis 3 landen zunächst noch Computer-Viren, die aus privater Hand stammen: Platz 5 geht an Walker, einen DOS-Parasiten aus dem Jahr 1992, der keinen tatsächlichen Schaden anrichtet und eher als Spaß-Schädling gedacht ist.

Weitaus weniger spaßig ist hingegen SQL-Slammer, Hyppönens Platz 4, bei dem es sich um einen Computer-Wurm aus dem Jahr 2003 handelt. Dieser verbreitet sich rapide und infiziert vornehmlich Internet-Hosts, wodurch sich die generelle Internet-Geschwindigkeit verlangsamt.

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Platz 3 verleiht Hyppönen an Fizzer, die weltweit erste Crimeware, die ebenfalls aus dem Jahr 2003 stammt. Fizzer kopiert sich selbst in die System32-Datei und ersetzt nicht ausführbare Dateien. Dadurch verschafft der Wurm einem Hacker Fernzugriff auf das infizierte System.

Doch die beiden Spitzenplätze machen Schädlinge unter sich aus, bei denen die USA und ihr Geheimdienst NSA wesentlich die Finger mit im Spiel haben: Auf Platz 2 landet nämlich die Ransomware Petya/NotPetya, die im Jahr 2017 weltweit enormen Schaden angerichtet hat.

Petya/Not Petya macht sich eine Sicherheitslücke zu Nutze, die zuvor von der NSA mit einem eigenen Virus namens Eternal Blue missbraucht worden war. Eternal Blue fiel jedoch in die Hände von Cyberkriminellen und sorgte dann als Wanna Cry und Petya für globale Verunsicherung. Für die Variante Not Petya sollen außerdem auch russische Geheimdienstler mitverantwortlich gewesen sein.

Auf dem unangefochtenen Platz 1 der Liste von Hyppönen findet sich allerdings die erste Cyberwaffe der Welt wieder, nämlich Stuxnet aus dem Jahr 2010. Bei Stuxnet handelt es sich um einen Wurm, der vermutlich von den USA und möglicherweise Israel entwickelt wurde, um das Atomprogramm des Iran zu unterwandern. Eindeutig geklärt ist die Urheberschaft von Stuxnet allerdings bis heute nicht.

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