Virenangriff auf TSMC - Ransomware Wannacry mit infizierter Software installiert

Ein Virus hat dafür gesorgt, dass der Auftragshersteller TSMC die Produktion in mehreren Fabriken stoppen musste – mitten in der Herstellung von iPhone-Komponenten für Apple.

von Georg Wieselsberger,
07.08.2018 07:25 Uhr

TSMC wurde durch einen Virus teilweise lahmgelegt.TSMC wurde durch einen Virus teilweise lahmgelegt.

Update: Inzwischen läuft die Produktion bei TSMC wieder normal. Laut einem Bericht von Bloomberg hat ein anderes Unternehmen Software ohne einen vorherigen Sicherheitscheck bei TSMC installiert. Die Software war allerdings mit einer Version der Erpresser-Schadsoftware Wannacry infiziert, die sich dann über das Firmennetzwerk verbreitete.

Neben dem finanziellen Schaden spricht der Artikel auch davon, dass TSMC, die sonst so stolz auf ihre technische Überlegenheit seien, mit einem blauen Auge davon gekommen wäre. CEO C. C. Wei zeigte sich geschockt, da man schon Zehntausende Male Software installiert habe, ohne dass es zu solchen Problemen gekommen sei. Für die Kunden dürfte es höchstens eine Verzögerung von bis zu drei Tagen geben, was beispielsweise für Apple oder Investoren kein großes Problem darstellen sollte, so der Bericht.

TSMC hat sich allerdings nicht zu einzelnen Kunden geäußert und auch Apple wollte keinen Kommentar zu den Virenproblemen bei TSMC abgeben. Für manche Analysten könnte allerdings ein solches Sicherheitsproblem bei TSMC durchaus auch für Apple bedeutsam sein, da Apple sehr viel Wert auf Sicherheit lege, so der Artikel.

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Problematischer als zunächst gedacht

Update: TSMC hatte doch mehr Probleme mit dem Virenbefall als zunächst gedacht. In einem Statement, dass beispielsweise The Fly veröffentlicht hat, wurden zwar bis letzte Nacht deutscher Zeit 80 Prozent der Probleme behoben. Doch eine komplette Wiederherstellung der Kapazitäten soll erst heute im Laufe des Tages möglich sein. Außerdem geht TSMC von Verzögerungen bei Auslieferungen und zusätzlichen Kosten aus.

Insgesamt soll der Umsatz im aktuellen Quartal um rund drei Prozent wegen des Vorfalls sinken. Sollte TSMC in diesem Quartal die rund 8,3 Milliarden US-Dollar Umsatz wie im Vorjahr angepeilt haben, würde sich der Schaden auf rund 250 Millionen US-Dollar belaufen. TSMC hofft aber, dass zumindest die verzögerten Auslieferungen im 4. Quartal wieder ausgeglichen werden können. Die Kunden wurden informiert und sollen in den nächsten Tagen noch genaue Details erhalten.

Die Ursache der Probleme sei ein Fehler bei einer Software-Installation gewesen, durch die sich ein Virus im Firmennetzwerk ausbreiten konnte. Diese Sicherheitslücke wurde laut TSMC geschlossen und die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt. Nach wie vor ist aber nicht bekannt, welche Kunden tatsächlich von den Problemen betroffen waren.

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TSMC stellt auch für AMD und Nvidia her

Originalmeldung: Die Fabriken des großen Auftragsherstellers Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) wurden Opfer eines Virenangriffs und mussten die Produktion teilweise einstellen. TSMC befindet sich laut dem Artikel von Bloomberg gerade mitten in der Massenproduktion von Komponenten für die kommenden iPhones von Apple.

Allerdings stellt TSMC beispielsweise auch die Grafikchips für Nvidias Geforce-Grafikkarten, die Radeon-Modelle von AMD und auch die aktuellen 7-Nanometer-Samples für die Zen-2-Prozessoren von AMD her. Die Infektion mit dem Virus fällt laut TSMC von Fabrik zu Fabrik verschieden stark aus und während einige relativ schnell wieder die Produktion aufnehmen konnten, wird es bei anderen erst im Laufe des heutigen Sonntags wieder soweit sein.

Der Angriff soll nicht von außen durch einen Hacker erfolgt sein, so TSMC. Schon früher war der Auftragshersteller das Ziel von Viren, doch der aktuelle Angriff ist das erste Mal, dass tatsächlich die Produktion davon beeinflusst wird. Wie stark sich das auf die tatsächlichen Herstellmengen und damit sowohl auf die Kunden als auch auf den Umsatz von TSMC auswirken wird, ist nicht bekannt.

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Apple und Samsung haben auch andere Partner

Wie Bloomberg anmerkt, hat beispielsweise Apple in der Vergangenheit auch auf Samsung Electronics als Hersteller gesetzt. Auch AMD hat mit Globalfoundries einen anderen Partner für die Produktion der eigenen Chips. Aus Sicht von PC-Gamern bleibt zu hoffen, dass nicht ausgerechnet die Produktion der neuen Geforce-GPUs für die kommende Geforce-11- oder Geforce-20-Serie betroffen war, auf die die Spieler ohnehin schon lange warten. Mehr Details gibt es vielleicht schon auf der Geforce Gaming Celebration am 20. August 2018.

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