Was macht ein Rollenspiel aus? Das sind für euch die wichtigsten Elemente des Genres

Wann ist ein Spiel ein Rollenspiel und welche Elemente spielen bei dieser Entscheidung die Hauptrolle? Dieser Spur sind wir in einer Umfrage nachgegangen.

von Marylin Marx,
02.08.2019 10:30 Uhr

Sind The Witcher 3 und Assassin's Creed: Odyssey für euch ebenso Rollenspiele wie Divinity Original Sin 2 und Neverwinter Nights?Sind The Witcher 3 und Assassin's Creed: Odyssey für euch ebenso Rollenspiele wie Divinity Original Sin 2 und Neverwinter Nights?

In unserer Liste zu den 100 besten Rollenspielen aller Zeiten wird viel diskutiert - vor allem darüber, ob Spiel XY überhaupt ein Rollenspiel ist und eher eine andere Genrebezeichnung wie beispielsweise Action-Adventure verdient. Die Meinungen zu dem Thema, was ein Rollenspiel ist und was nicht, fallen sehr unterschiedlich aus. Das liegt wohl daran, dass wir unter dem Begriff »Rollenspiel« alle etwas anderes verstehen.

Ist The Witcher 3 eigentlich ein Rollenspiel? (Plus)

»Schuld« daran sind die Rollenspiele, die wir gespielt und lieben gelernt haben - sie prägen unser Verständnis des Genres maßgeblich mit. Aus diesem Grund legen wir auf verschiedene Rollenspiel-Elemente unterschiedlich viel Wert: Für die einen ist die Qualität der Story essentiell wichtig, andere erkennen ein Rollenspiel an einem ausgeklügelten Charaktersystem.

Da diese Schwerpunkte sehr individuell sind, fragen wir uns natürlich, auf welche Elemente ihr besonderen Wert legt und haben passend zu dem Thema eine wöchentliche Umfrage gestartet:

Es haben 4754 Teilnehmer abgestimmt. Stand: 01.08 17:30.Es haben 4754 Teilnehmer abgestimmt. Stand: 01.08 17:30.

Erzähl mir eine Geschichte

Mit großem Abstand gewinnt das Story-Element das Rennen. 40 Prozent aller Teilnehmer legen besonders großen Wert auf eine gute Geschichte. Wie die Genre-Betitelung schon sagt, versetzen wir uns in eine Rolle eines eigenen oder vorgefertigten Charakters und erleben ein Abenteuer, das gut erzählt werden will. Für Moderator MadCat sorgt das für Motivation:

"Wenn die Welt dröge ist und die erzählte Geschichte nichts taugt, fehlt mir die Motivation weiterzuspielen. Daher ist für mich die Story beziehungsweise die Lore sehr wichtig."

Dabei geht es jedoch nicht nur um die Erzählweise und die Geschichte selbst, sondern auch um Freiheiten und Flexibilität der Geschichte. Was das genau bedeutet, erklärt ADorante:

"Ein RPG braucht eine Story, die auf die Entscheidungen des Spielers, Avatars, Charakter reagiert. Früher ist man meistens auf einer roten Linie von den Spiel-Autoren geführt worden, weil einfach die Technik nicht soweit war. Heutzutage hinterlassen Rollenspiele einen bleibenden Eindruck durch die sich entwickelnde Geschichte. Computer-Rollenspiele wie Planescape: Torment, die Mass Effect-, Deus Ex- und die Witcher-Reihe glänzen genau dadurch."

Es gibt aber auch Gegenmeinungen: für hunter7j ist es weniger die Story, als die Entscheidungen die wir in ihr treffen:

"Naja, alle Spiele können eine gute Geschichte erzählen, das ist für mich keine Besonderheit eines Rollenspiels. Für mich ist eher wichtig, dass die Geschichte interaktiver und persönlicher durch Entscheidungen ist."

Die dümmsten Klischees in Rollenspielen

Lass uns die Welt verändern

Wesentlich weniger wichtig als die Story - aber mit 16 Prozentpunkten auf Platz 2 - findet ihr die Interaktion mit der Spielwelt und den NPCs. Ein Rollenspiel soll euch die Freiheit geben, mit der Welt in Kontakt zu treten und NPCs nicht nur als Dekoration in der Gegend zu platzieren. Welche Möglichkeiten ein Rollenspiel diesbezüglich bieten kann, zeigt knusperzwieback in seinem Kommentar auf:

"Ich will einfach tun und lassen können, wonach mir der Sinn steht. Zum Beispiel kann ich zum Bösen wechseln, durch Meucheln in einer Gilde aufsteigen, heiraten oder gar Familienvater werden. Vielleicht kann ich mein Haus ausbauen, während ich ab und an mit den Kindern Fangen spiele. Oder ich streife als Magier durch die Lande, kehre in Gasthäuser ein, lausche den Geschichten der Einwohner und mache mich dann wieder auf den Weg in die Wildnis."

Freiheit und Interaktion mit einer Spielwelt heißt für viele von euch aber nicht nur, dass ihr die unterschiedlichsten Dinge tun könnt, sondern auch Entscheidungen trefft. Obwohl ihr Entscheidungen und Konsequenzen als einzelnes Element lediglich auf Platz vier gewählt habt, sind sie dennoch wichtig im Zusammenspiel mit der Spielwelt, um diese attraktiver und interaktiver zu gestalten. Oder wie Mephisto275 sagt:

"Für mich steht an erster Stelle die Charakterentwicklung, dicht gefolgt von Entscheidungen, die auf die Spielwelt irgendeinen Einfluss haben. Und seien es auch nur ob ich in der Zukunft mit dem NPC wieder sprechen kann oder nicht. Müsste ich nur ein Element wählen, wäre es das erstgenannte, ansonsten sind es beide Punkte."

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Ein Element reicht nicht aus

Wie ihr anhand der Auswahlmöglichkeiten bereits gesehen habt, überschneiden sich die einzelnen Rollenspiel-Elemente. Wer Wert auf eine gute Story legt, findet auch Entscheidungsmöglichkeiten und Interaktionen mit Spielwelt und NPCs wichtig, wer vor allem das Charaktersystem priorisiert, dem wird ebenfalls sein Equipment und Loot am Herzen liegen.

Foren-User Teiler pocht beispielsweise auf das Zusammenspiel zwischen Story und Charakter:

"Leider gibt es für mich nicht das eine RPG-Element. Es braucht mindestens zwei, damit es ein RPG wird: 1. Eine gute Story und 2. Eine Progression der Charaktere."

Auch Leser Fellknäuel schließt sich der Meinung an, dass das wichtigste Rollenspiel-Element je nach Art des Spiels variiert:

"Es hängt sehr von der Art des Spiels ab. Bei einem Open World-Spiel etwa ist die Spielwelt das wichtigste Element: ist sie groß und interessant designed bzw. sinnvoll gefüllt? Bei einem Hack'n'Slay hingegen steht und fällt meine Motivation mit dem Charaktersystem. Vergleichsweise unwichtig für mich: Entscheidungen und Konsequenzen. Nett, wenn sie da sind, aber ich hab auch mit Wie-auf-Schienen-Storylines meinen Spaß, ohne irgendwas zu vermissen."

Wie steht ihr zu dem Thema? Gibt es für euch ein Rollenspiel-Element, auf das ihr nicht verzichten könnt? Was ist für euch wichtig, damit ein Spiel als Rollenspiel klassifiziert wird?


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