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Welches AM4-Mainboard für Ryzen 1000 und 2000? - Unterschiede der Chipsätze und Empfehlungen

Wie unterscheiden sich die Chipsätze X470, B450, X370, B350 und A320 für AMDs Ryzen-CPUs und welches AM4-Mainboard ist das richtige für Spieler?

von Georg Wieselsberger, Christoph Liedtke,
31.07.2018 15:00 Uhr

Alle Ryzen-Prozessoren von AMD benötigen ein Mainboard mit Sockel AM4. Ältere Chipsätze (300er-Serie) sind per BIOS-Update mit den neuen CPUs kompatibel.Alle Ryzen-Prozessoren von AMD benötigen ein Mainboard mit Sockel AM4. Ältere Chipsätze (300er-Serie) sind per BIOS-Update mit den neuen CPUs kompatibel.

Hinweis:
Wir haben unsere Übersicht zu AM4-Mainboards überarbeitet und den neuen Ende Juli von AMD enthüllten Mainstream-Chipsatz B450 für Ryzen-Prozessoren eingepflegt. Entsprechende Mainboards sind derzeit ab 70 Euro lieferbar und decken die gängigen Formfaktoren von Mini-ITX über Micro-ATX bis ATX ab.

Mit dem Release der Ryzen-2000-Prozessoren am 19. April 2018 sind auch zeitgleich neue AM4-Mainboards mit leicht überarbeiteten Chipsätzen der 400er-Serie erschienen. Wir vergleichen die 400-Chipsätze mit der älteren 300er-Serie für AM4, zeigen Unterschiede auf und geben Kaufempfehlungen für Spieler.

Nach wie vor besitzt jeder Ryzen-Prozessor 24 PCIe-3.0-Lanes, 16 davon sind für Grafikkarten vorgesehen, weitere vier sind für die Verbindung mit den Ryzen-Chipsätzen (X470, X370, B450, B350 und A320) gedacht. Zu den vier verbleibenden PCIe-3.0-Lanes gesellen sich noch vier USB-3.0-Anschlüsse, die von den Mainboard-Herstellern unterschiedlich genutzt werden können.

Trotzdem sind auch die AM4-Mainboards mit all ihren Chipsätzen unterschiedlich ausgestattet und erweitern die in einer Ryzen-CPU vorhandenen Basis-Features mit diversen Funktionen.

Die 400er-Chipsätze im Detail

Bei den Modellen und Bezeichnungen der neuen Chipsätze ändert sich nur wenig, intern verwendet AMD mit »Promontory« sogar weiterhin denselben Codenamen für beide Generationen. Der X470-Chipsatz beerbt den X370 als Topmodell, im Mainstream-Segment folgt B450 auf B350 und der A320 bleibt vorerst als Einsteiger-Chipsatz bestehen.

Die größten Unterschiede zwischen den neuen 400er-Chipsätzen und den im letzten Frühjahr erschienenen 300er-Chipsätzen sind auf die Zen+-Prozessoren zurückzuführen. So unterstützen die neuen Mainboards allesamt offiziell höhere RAM-Taktraten (bis zu 2.933 MHz statt 2.666 MHz) und, sofern ihr euch für ein X-Modell wie den Ryzen 7 2700X oder Ryzen 5 2600X entscheidet, mit Precision Boost Overdrive einen (noch) feiner abgestuften Turboboost-Modus.

»Exciting New Motherboard Designs« – Die Präsentationsfolie von AMD zu den neuen 400er-Chipsätzen deutet es bereits an: Viele Neuerungen stehen dieses Jahr nicht ins Haus.»Exciting New Motherboard Designs« – Die Präsentationsfolie von AMD zu den neuen 400er-Chipsätzen deutet es bereits an: Viele Neuerungen stehen dieses Jahr nicht ins Haus.

Der reguläre Precision Boost 2 der neuen Ryzen-2000-CPUs kann dagegen auch auf Mainboards mit älteren Chipsätzen funktionieren, was auch eigene Tests von uns bestätigen. Grundsätzlich muss der überarbeitete Boost zwar laut AMD bewusst von den Herstellern implementiert werden. Das sollte aber in der Regel durch die ohnehin für den Betrieb einer Ryzen-2000-CPU auf einem Mainboard mit 300er-Chipsatz nötigen BIOS-Updates geschehen.

Mainboards der 400er-Serie zeichnen sich zudem durch eine optimierte Stromversorgung, einen laut AMD niedrigeren Stromverbrauch im Leerlauf und kleinere Verbesserungen am USB-System aus. Zudem bieten sie die Möglichkeit, von einem RAID-Verbund aus Datenträgern mit dem NVMe-Protokoll zu booten.

AMDs StoreMI-Technik fasst eine SSD und eine herkömmliche HDD als schnelles und großes Laufwerk zusammen und will damit das Beste aus beiden Welten bieten.AMDs StoreMI-Technik fasst eine SSD und eine herkömmliche HDD als schnelles und großes Laufwerk zusammen und will damit das Beste aus beiden Welten bieten.

Gänzlich neu ist die StoreMI-Technik, die Intels Optane die Stirn bieten will. Die Software fasst eine kleine SSD mit einer Größe von 256 GByte und eine große HDD mit einer Kapazität von 32 TByte zu einem Datenträger zusammen, ein Teil des verfügbaren Arbeitsspeichers (bis zu 2 GByte) dient als Cache.

StoreMI soll so für ein schnelleres System sorgen, außerdem lernt die Technik mit der Zeit, welche Daten Nutzer am häufigsten verwenden und speichert sie entsprechend in dem schnellsten Speicherbereich. Das soll wiederum Ladezeiten und Programmstarts verkürzen.

Die Unterschiede zwischen den neuen und alten Chipsätzen fallen abseits dieser Technik also gering aus und dürften für die meisten Spieler im Alltag nicht sehr relevant sein.

AM4-Chipsätze im Vergleich

Der von AMD für den High-End-Bereich gedachte Chipsatz X470 liefert wie das ältere Topmodell X370 zusätzlich acht PCIe-2.0-Lanes, zwei USB 3.1 (Gen 2)-, jeweils sechs USB 3.0- und USB 2.0- sowie vier SATA-3-Anschlüsse. Bei den Mittelklasse-Chipsätzen B450 und B350 sind es zwei Lanes weniger, auch die USB 3.0- und SATA-3-Anschlüsse sind um jeweils zwei reduziert.

Nur X470 und X370 unterstützt den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Grafikkarten im Crossfire- oder SLI-Verbund, Übertaktungs-Features findet ihr hingegen auch bei den günstigeren Chipstzen B450 und B350. Der A320 bietet als günstigster Chipsatz dagegen keine OC-Features beim Prozessor, beim Arbeitsspeicher hingegen schon. USB 3.1 (Gen 1/Gen 2) unterstützen aber alle AM4-Chipsätze, wenn auch mit unterschiedlich vielen Anschlüssen.

AMD bietet eine Handvoll aktueller Chipsätze für den Sockel AM4 an. Für Spieler sind X470, X370, B450 und B350 am interessantesten, da sie alle Übertaktungs-Features und viele Anschlüsse bieten.AMD bietet eine Handvoll aktueller Chipsätze für den Sockel AM4 an. Für Spieler sind X470, X370, B450 und B350 am interessantesten, da sie alle Übertaktungs-Features und viele Anschlüsse bieten.

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