Wie schnell ist mein Internetanschluss? - Neues Tool der Bundesnetzagentur will zuverlässige Bandbreitenermittlung ermöglichen

Die Bundesnetzagentur hat ein neues Tool zur Messung der Internet-Bandbreite veröffentlicht. Verbraucher sollen damit leichter gegen zu geringe Geschwindigkeiten vorgehen können.

von Sara Petzold,
04.05.2018 14:30 Uhr

Wer die Geschwindigkeit seines Internetanschlusses zuverlässig messen möchte, kann dafür jetzt ein neues Tool der Bundesnetzagentur nutzen.Wer die Geschwindigkeit seines Internetanschlusses zuverlässig messen möchte, kann dafür jetzt ein neues Tool der Bundesnetzagentur nutzen.

Wer kennt das Problem nicht: Bei seinem Internet-Provider bucht man ein DSL-Paket, das Geschwindigkeiten von »bis zu XX Mbit/s« verspricht - tatsächlich nutzen kann man dann aber nur einen Bruchteil der werbewirksam versprochenen Bandbreite. Zwar können Verbraucher gegen eine solche Form der sogenannten »nicht vertragskonformen Leistung« vorgehen, allerdings liegt die Beweislast beim Verbraucher und nicht beim Provider.

Wer sich also über die mangelnde Internetgeschwindigkeit beschweren will, muss erstmal beweisen, dass es sich bei der zu niedrigen Bandbreite nicht um eine Ausnahmeerscheinung handelt. Dazu sind laut Bundesnetzagentur (BNA) mindestens 20 Messungen der Geschwindigkeit an zwei unterschiedlichen Tagen erforderlich. Um den ganzen Prozess zu vereinfachen, hat die BNA jetzt ein Tool veröffentlicht, mit dem sich ausreichend genaue Tests problemlos durchführen lassen sollen.

» Bundesnetzagentur legt Geschwindigkeitsmaßstäbe fest

Breitbandmessung per Desktop-App

In Kooperation mit verschiedenen Internetprovidern und der BNA hat die zafaco GmbH eine Desktop-App entwickelt, die es Nutzern erlauben soll, ihre Internetgeschwindigkeit zuverlässig zu prüfen. Die App lässt sich auf der Webseite Breitbandmessung direkt für Windows, Mac und Linux herunterladen.

Möchte man ein Messprotokoll mithilfe der App durchführen, muss man zunächst verschiedene Nutzerdaten angeben, darunter den Internetprovider, die Datenübertragungsrate, den Tarif-Typ und die Postleitzahl. Eine ausführliche Anleitung führt den Nutzer durch den Messprozess und hilft, eventuelle ungewollte Einflussfaktoren auf die Messung zu eliminieren. Detailinformationen zu den technischen Hintergründen der Messung finden sich ebenfalls auf der Downloadwebseite des Tools.

Bundesverband der Verbraucherzentrale kritisiert Tool als »nicht sehr nutzerfreundlich«

Als Reaktion auf die Bereitstellung des Tools veröffentlichte der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Stellungnahme, in dem Klaus Müller, Vorstand des Verbands, die App zunächst begrüßte. Allerdings kritisierte er auch die manuelle Messmethode des Tools, die sich als »nicht sehr nutzerfreundlich« erweise.

Außerdem, so Müller, folge aus der Feststellung einer Minderleistung »erst einmal nichts«. Verbraucher besitzen auch weiterhin keine Rechtsmittel, um gegen einen Vertragsbruch des Providers im Sinne einer Minderleistung vorzugehen.

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