Windows 10 Oktober Update - Ein Fehler wird behoben, ein schlimmerer entdeckt

Das Oktober-2018-Update für Windows 10, das Microsoft wegen zu vielen Bugs zurückgezogen hat, stand kurzzeitig in einer neuen Version zur Verfügung. Die hat Microsoft aber für bestimmte Systeme mittlerweile wieder zurückgezogen.

von Georg Wieselsberger,
06.12.2018 06:38 Uhr

Das lange zurückgezogene Oktober-2018-Update für Windows 10 wird in einer überarbeiteten Version mittlerweile wieder von Microsoft verteilt - allerdings noch nicht an alle.Das lange zurückgezogene Oktober-2018-Update für Windows 10 wird in einer überarbeiteten Version mittlerweile wieder von Microsoft verteilt - allerdings noch nicht an alle.

Update: Das Oktober-2018-Update kommt auch im Dezember nicht aus den negativen Schlagzeilen. Da verspricht Microsoft, dass der Fehler im Zusammenhang mit dem Windows Media Player und der Suchleiste bis Mitte Dezember - vermutlich am Patch-Day am 11. Dezember 2018 - behoben wird, schon werden laut Heise neue Probleme mit dem Update bekannt.

Dieses Mal ist Sicherheitssoftware von Morphisec betroffen und damit vor allem Unternehmen. Die Kombination aus Oktober-Update und der Morphisec-Software sorgt dafür, dass Dokumente in Word nicht mehr gespeichert werden können. Da auch Software von Cisco teilweise auf das Entwicklerkit von Morphisec setzt, ist das Problem verbreitet genug, um erneut viele Systeme vom Erhalt des Updates auszuschließen.

Update, 27.11.2018: Die Geschichte der Fehler des Oktober-Updates nimmt anscheinend kein Ende. Wie Paul Thurrott meldet, ist es nicht möglich, mit der aktuellen Version des Updates die Suchleiste im Windows Media Player zu verwenden, egal welches Fenster des Players aufgerufen wird.

Außerdem gibt es einen weiteren Fehler, der es nicht erlaubt, für bestimmte Dateitypen ein Windows-Programm zum Öffnen festzulegen. Während der erste Fehler ohne Terminangabe behoben werden soll, will Microsoft das zweite Problem immerhin noch bis Ende November lösen.

Update, 22.11.2018: Die Probleme mit dem Oktober-Update für Windows 10 sind offenbar immer noch nicht ganz aus der Welt geräumt. Laut Winfuture hat Microsoft erneut einen Upgrage-Stop für bestimmte PC-Systeme eingerichtet und die Auslieferung des Updates an betroffene Nutzer gestoppt.

Der Grund für die Blockade ist ein Display-Treiber von Intel, der offenbar nicht unterstützte Funktionen in Windows 10 aktiviert. Konkret folgt aus diesem Problem wohl ein Ausfall der Audiofunktion bei per HDMI, USB-C oder Display-Port angeschlossenen Monitoren.

Bis Intel den Fehler behoben hat, blockiert Microsoft das Update für Nutzer folgender Systeme:

  • PCs mit AMD Radeon HD 2000 und HD 4000 Grafikkarten
  • PCs mit Software von Trend Micro
  • PCs mit VPN-Clients von F5
  • PCs mit Apple Cloud Client in Version 7.7.0.27

Update: Microsoft hat wie erwartet damit begonnen, das zurückgezogene Oktober-2018-Update (siehe Originalmeldung weiter unten) und damit Windows 10 Version 1809 wieder zu veröffentlichen. Die neue Version wurde in den letzten zwei Wochen von Windows Insidern getestet. Wie schon zuvor wird das Update langsam ausgerollt und Microsoft rät Nutzern dazu, zu warten, bis ihnen Version 1809 automatisch angeboten wird.

Damit kommt das Oktober Update (zumindest für einige) gerade noch rechtzeitig vor dem erweiterten Launch von Battlefield 5 (für Käufer der Deluxe Version ab dem 15.11.2018), zu dem auch ein größerer Patch erwartet wird, der die Raytracing-Effekte in BF5 freischalten soll - für Raytracing im Spiel wiederum wird Microsofts DXR-Schnittstelle benötigt, die mit dem Oktober-2018-Update für Windows 10 aktiviert wird (ohne das Oktober Update funktionierte DXR bislang nur im Entwicklermodus von Windows 10).

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Update: Microsoft hat das Problem mit dem Qualcomm Snapdragon 850 und der Windows-10-Version 1803 auf interessante Weise gelöst. Ohne weitere Veränderungen an Windows 10 wurden nun einfach die Systemvoraussetzungen für das Betriebssystem angepasst und erwähnen nun auch den Snapdragon 850. Damit gilt der Prozessor nicht mehr als »nicht unterstützt« und die OEM-Hersteller können sich darauf verlassen, dass ihre Systeme auch ohne das Oktober-2018-Update kein unerwartetes Verhalten zeigen.

Die Prozessoren von Intel rund um den Core i9 9900K werden aber weiterhin erst von Windows 10 Version 1809 unterstützt. Allerdings gibt es Gerüchte, laut denen Microsoft das Oktober-2018-Update am heutigen Patch-Day (13.11.2018) wieder bereitstellen wird. Dann wäre zumindest auch dieses Problem gelöst.

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Originalmeldung: Microsoft hatte das Oktober-2018-Update für Windows 10 veröffentlicht und dabei mehrere, eigentlich noch anstehende Tests übersprungen sowie einige bekannte Fehler ignoriert. Erst nachdem mehrere Nutzer über schwer wiegende Fehler und gelöschte Dateien berichteten, hatte Microsoft das Update zurückgezogen und hat es bis zum heutigen Tag noch nicht wieder freigegeben.

Manche Nutzer, die das Update bereits über die offiziellen Kanäle installiert hatten, warten also noch immer auf die entsprechenden Fehlerbehebungen. Doch das Oktober-Update ist laut einer Meldung von Petri nicht nur für die Nutzer ein Problem, sondern auch für manche PC-Hersteller. Beispielsweise sorgt das Update, das Windows 10 auf Version 1809 aktualisiert, auch dafür, dass der in der Zwischenzeit erschienene Intel Core i9 9900K oder der Snapdragon 950 von Qualcomm erst optimal unterstützt werden.

Es gibt also schon Rechner mit diesen Prozessoren im Handel, die aufgrund des Rückzugs des Oktober-Updates nun mit Windows 10 Version 1803 ausgeliefert werden. Betroffen sind beispielsweise das Galaxy Book 2 von Samsung oder auch das Yoga C630 von Lenovo, die mit einer dafür eigentlich nicht vorgesehenen und für den Snapdragon 950 ungetesteten Version von Windows 10 ausgeliefert werden. Petri nennt das die »Schrödinger-Version« des Betriebssystems.

Die Hersteller können nur darauf hoffen, dass Microsoft das Update bald wieder in einer funktionierenden Version anbietet. Ein weiteres Problem betrifft das Marketing neuer Rechner, denn beim inzwischen anlaufenden Weihnachtsgeschäft können die Hersteller ihre Produkte kaum mit Windows 10 Version 1809 bewerben, wenn sie die Geräte nur mit Version 1803 ausliefern. Inzwischen ist seit dem Update-Stop ein Monat vergangen und das Oktober-2018-Update nach wie vor nicht wieder offiziell erhältlich.

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