Xbox-Chef - "Singleplayer-Spiele nicht tot, aber wirtschaftlich kompliziert"

In einem Interview erklärte eine Xbox-Managerin, dass Singleplayer-Spiele nicht aussterben werden, sondern nur die Finanzierung schwieriger ist. Publisher suchen deswegen nach neuen Möglichkeiten, den Gewinn zu erhöhen.

von Martin Dietrich,
25.10.2017 13:13 Uhr

Reine Singleplayer-Spiele wie Horizon: Zero Dawn soll es laut einer Microsoft-Mangerin auch in Zukunft noch geben. Reine Singleplayer-Spiele wie Horizon: Zero Dawn soll es laut einer Microsoft-Mangerin auch in Zukunft noch geben.

Im Gespräch mit Gamespot hat die Managerin der Microsoft Studios Global Publishing, Shannon Loftis, erklärt, dass reine Singleplayer-Spiele nicht tot sind. Man muss sich jedoch fragen, wie sie refinanziert werden können. Die Nachfrage nach qualitativen Erfahrungen und guten Geschichten hat seinen Preis, erklärt Loftis. Gutes Storytelling wird immer Teil der Gamesbranche sein, muss sich jedoch den veränderten Bedingungen am Markt anpassen:

"Bei der Entwicklung von Spielen geht es in der Regel um ein paar Dinge. Es geht darum, etwas zu erleben und zu erfahren. Und es geht darum, Geschichten zu erzählen. Storytelling ist in der Spieleentwicklung immer noch so wichtig, wie es immer war. "

Loftis nennt Fallout 4, Horizon: Zero Dawn und Microsofts Ori-Reihe als Beispiele für erfolgreiche Singleplayer-Spiele, die sich gut verkauften. Sie kann es aber verstehen, dass Publisher die Investition scheuen, wenn Einnahmen nur einmalig nach Release möglich sind. Titel mit Mikrotransaktionen oder Multiplayer-Komponenten seien sichere Einnahmequellen.

Game Pass als Alternative

"Ich denke nicht, dass sie per se tot sind. Ich denke aber, dass die Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die Bereitstellung von Singleplayer-Spielen mit einer hochwertigen und mehrstündigen Erzählung etwas komplizierter geworden ist. Die Spieler möchten eine höhere Qualität und sie möchten Grafiken mit einer höheren Auflösung."

Für Shannon Loftis ist Micosofts Xbox Game Pass eine gute Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsmethoden. Damit sei es möglich, derartige Spiele besser zu bezahlen. Der Game Pass kostet rund 10 Euro im Monat und Käufer erhalten Zugang zu einer Bibliothek von über 100 Xbox One und Xbox 360 Spielen.

Community für Singleplayer-Spiele wichtig

Die Managerin erwartet, dass es Singleplayer-Titel immer geben wird, sie aber weniger vorherrschend auf dem Markt sein werden. Sie möchte sich vor allem darauf konzentrieren, eine Community um solche Spiele aufzubauen, die zusammenkommt und gemeinsam eine Singleplayer-Erfahrung teilen möchte. Als Beispiel nennt sie die »Red Wedding« aus der Serie Game of Thrones. Fans waren von den Ereignissen so sehr mitgenommen, dass sie gemeinsam darüber diskutieren und auf Youtube ihre Reaktionen als Videos hochgeladen haben.

Die Diskussion um die Zukunft von Singleplayer-Spielen kam insbesondere ins Rollen, als Electronic Arts kürzlich ankündigte, Visceral Games zu schließen und ihr bisheriges Star Wars Spiel neu auszurichten. Eigentlich sollte es ein lineares Action-Adventure im Stile der Uncharted-Spiele werden. EA will daraus jetzt ein Spiel machen zudem Fans immer wieder zurückkehren können.

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