YouTube - Werbung mit Krypto-Mining-Skript entdeckt

Bei YouTube wurde anscheinend Werbung ausgeliefert, die bei den Betrachtern von Videos im Hintergrund heimlich Berechnungen für Krypto-Mining durchführte.

von Georg Wieselsberger,
28.01.2018 10:23 Uhr

Bei YouTube lief einige Zeit Werbung, die heimliche Berechnungen für Monero durchführte. (Bildquelle: YouTube)Bei YouTube lief einige Zeit Werbung, die heimliche Berechnungen für Monero durchführte. (Bildquelle: YouTube)

Krypto-Währungen sind aktuell ein heißes Thema, weil deren Wert in den letzten Monaten trotz vieler Schwankungen insgesamt stark gestiegen sind. Daher kamen einige Webseiten auf die Idee, im Hintergrund Skripts laufen zu lassen, mit denen die Rechenleistung von Besuchern teilweise dazu genutzt wird, Berechnungen für Krypto-Mining durchzuführen.

Solange das offen und klar kenntlich gemacht wird, haben manche Internet-Nutzer damit nicht einmal ein Problem, denn dieser Ansatz gilt teilweise als erträglicher Ersatz für Werbung. Außerdem gibt es Möglichkeiten, solche Berechnungen auf nur wenige Prozent und sogar auf einen oder wenige Kerne der CPU zu beschränken und diese Einstellungen durch die Besucher individuell festgelegen zu lassen.

Aktuell gibt es vor allem Missbrauch

Ganz anders sieht es aber aus, wenn solche Berechnungen heimlich durchgeführt werden - und besonders übel, wenn so auch noch Werbung und Krypto-Mining kombiniert werden, was in mehreren Fällen schon entdeckt wurde. Daher haben inzwischen einige Anti-Viren-Programme auch eine Funktion, die vor Webseiten warnt, die solche Skripts nutzen.

In den letzten Tagen war das laut Ars Technica ausgerechnet bei YouTube der Fall, denn dort wurde anscheinend das Doubleclick-Werbesystem von einem Werbepartner missbraucht. Dessen Werbeanzeige enthielt JavaScript, das Berechnungen für die Kryptowährung Monero durchführte und dabei nicht einmal sonderlich vorsichtig vorging, sondern sich viele Ressourcen des jeweiligen Systems sicherte.

Google hat die Anzeigen inzwischen entfernt

Die Untersuchungen von Trend Micro zeigten, dass die manipulierte Werbung vermutlich schon seit dem 18. Januar 2018 ausgeliefert worden war. Nachdem Google informiert wurde, wurden die Werbeanzeigen innerhalb von zwei Stunden gesperrt und der Werbekunde von allen Plattformen des Unternehmens entfernt. Der Missbrauch von Skripts auf diese Art dürfte leider dafür sorgen, dass die vielleicht interessante Alternative zu Werbung keine echte Chance erhält, weil zu viele negative Meldungen damit verbunden werden.


Kommentare(86)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Sponsored

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen