Zusammenarbeit mit US-Einwanderungsbehörde - Microsoft reagiert auf Kritik

Nach Kritik an Microsofts Belieferung der US-Einwanderungsbehörden mit Computer-Technologie hat der Konzern jetzt eine Stellungnahme abgegeben. Darin verurteilt man die Praxis der Trennung von Kindern und ihren Familien.

von Sara Petzold,
19.06.2018 13:22 Uhr

Microsoft steht aktuell für seine Zusammenarbeit mit den US-Einwanderungsbehörden in der Kritik.Microsoft steht aktuell für seine Zusammenarbeit mit den US-Einwanderungsbehörden in der Kritik.

Während die US-Einwanderungsbehörde (ICE) für ihre Praxis, die Kinder illegaler Einwanderer an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern zu trennen, derzeit weltweit für Empörung sorgt, wird auch Microsoft in den Sog der Kritik hineingezogen. Denn die Firma beliefert die Einwanderungsbehörden mit technischem Support für hauseigene digitale Serviceleistungen sowie mit dem Cloud-Dienst Microsoft Azure.

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Das allein hätte vermutlich noch nicht für viel Aufmerksamkeit gesorgt, schließlich stellt Microsoft die entsprechenden Dienste weltweit für Behörden und Organisationen zur Verfügung. Allerdings erregte ein Blogpost vom Januar 2018 die Gemüter von Kritikern der US-Einwanderungspolitik auf Twitter. In dem Blog-Eintrag heißt es:

"Die Entscheidung der US-Einwanderungsbehörde, ihre IT-Modernisierung mit Azure Government voranzutreiben, wird ihr dabei helfen, sich schneller weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Belastung durch veraltete IT-Systeme zu reduzieren. Die Behörde implementiert derzeit transformative Technologien für den Heimatschutz und die öffentliche Sicherheit, und wir sind stolz darauf, diese Arbeit mit unserer missionskritischen Cloud zu unterstützen."

In Anbetracht der Kontroverse um die Trennung von Familien an der Grenze durch ICE-Beamte empfanden einige Nutzer diese Proklamation des Konzerns als geschmacklos, auch wenn Microsoft den entsprechenden Post lange vor Inkrafttreten der entsprechenden Praxis veröffentlicht hatte.

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Mittlerweile ist der Druck auf Microsoft offenbar so sehr angewachsen, dass der Konzern im offiziellen Windows-Blog eine Stellungnahme veröffentlicht hat. Darin wird die Praxis der Trennung von Kindern und Eltern klar kritisiert und eine Abkehr von diesem Vorgehen gefordert:

"In Reaktion auf [entsprechende] Fragen möchten wir klar stellen: Microsoft arbeitet nicht mit den US-Einwanderungsbehörden oder den US-Grenzbehörden an irgendwelchen Projekten zusammen, die in Verbindung zu der Trennung von Kindern und ihren Familien an der Grenze stehen, und entgegen einiger Spekulation wissen wir nichts davon, dass Azure oder Azures Service-Dienste dafür genutzt werden. Als Firma ist Microsoft bestürzt über die erzwungene Trennung der Kinder von ihren Familien an der Grenze. Die Vereinigung von Familien ist seit dem Ende des zweiten Weltkriegs ein fundamentaler Grundsatz amerikanischer Politik und Gesetze. Als Firma hat Microsoft über 20 Jahre daran gearbeitet, Technologie mit dem Rechtsstaat zu verbinden, um sicher zu gehen, dass Kinder, die Flüchtlinge und Einwanderer sind, bei ihren Eltern bleiben können. Wir müssen damit fortfahren, auf dieser edlen Tradition aufzubauen, anstatt unseren Kurs jetzt zu ändern. Wir fordern die Administration dazu auf, ihre Politik zu ändern und den Kongress, Gesetze zu verabschieden, die garantieren, dass Kinder nicht länger von ihren Familien getrennt werden."

Inwiefern der Appell Microsofts Früchte tragen wird oder ob der Konzern sich doch noch zu einem Einlenken bei der Zusammenarbeit mit ICE entschließt, bleibt allerdings vorerst fraglich.

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