Effektvolle Apokalypse - Nie war Endzeit schöner!

Bevor ich anfange, will ich noch ein paar Sachen festlegen, ich hab zur Zeit noch keine Konsole (Kommt im Sommer) und ich hab dementsprechend keines dieser Open...

von Exilant am: 16.06.2009

Bevor ich anfange, will ich noch ein paar Sachen festlegen, ich hab zur Zeit noch keine Konsole (Kommt im Sommer) und ich hab dementsprechend keines dieser Open World Spiele gespielt und kann das daher nicht vergleichen. Des Weiteren bin ich kein Grafikfetischist, sie ist für mich nur ein Medium um die Atmosphäre und das Spiel zu transportieren.







Auf zum Ende der Welt!

Was mir am Spiel am besten gefällt ist die Atmosphäre. In keinem anderen Spiel bisher kam der Wechsel von Normalität zur Endzeit so flüssig und Eindrucksvoll rüber. Kein anderes Spiel vermittelt einem das Gefühl das die Welt auch ohne den Spieler funktioniert. Besonders in den Infizierten Gebieten sieht man das sehr schön. Die Zivilisten rennen schreiend rum, überall liegen brennende und zerstörte Autos, Panzer rumpeln durch die Straßen und schießen auf alles was sich Bewegt, an Straßensperren werden Zivilisten daran gehindert das Gebiet zu verlassen in dem sie niedergeschossen werden, Hubschrauber drehen ihre Runden und greifen immer mal wieder in die Kämpfe ein, Soldaten seilen sich ab, man das das Gefühl man sei in einer lebendigen atmenden Welt um Ausnahmezustand.

Wer ist gut, wer böse und was bin ich?

Das Militär will die Seuche eindämmen und beenden. Das ist gut. Gleichzeitig zögern sie aber auch nicht alle Zivilisten zu erschießen die ihnen in die Quere kommen. Das Intro zeigt es schon sehr gut. Alles soll vertuscht werden, alle die auch nur irgendwie etwas über den Vorfall wissen werden erschossen.

Klar die Infizierten sind die Bösen, aber wenn man über das Netz der Intrigen immer mehr erfährt wie es zu der Seuche gekommen ist, kann man die Verursacher eben selbiger auch verstehen.

Dementsprechend ist Alex Mercer auch kein Saubermann. Er ist ein Produkt dieser Welt die Krank und Wahnsinnig ist und dies im Laufe des Spiels immer weiter zeigt. Für ihn dreht es sich im Grunde nur um eins. Personen beschützen die ihm Nahe stehen und denjenigen Finden der dafür verantwortlich ist und zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu passt es auch das er trotz seiner Superkräfte nur ein Kleines Licht ist. Er kann die Menschen nicht retten, ich hab es öfters Probiert, versucht eine Menschenmenge aus im infizierten Bezirken zu jagen es geht nicht. Er kann nicht überall zu gleich sein und er kann nicht verhindern das die Zivilisten sterben. Und es gibt keinen Grund es weiter zu versuchen.

Zur Story muss ich sagen, dass ich das Konzept mit dem Netz der Intrigen sehr innovativ finde. Ich bin nicht so ein Fan von Spielen, wo ein alles und jedes vorgekaut wird damit man auch ja alles versteht. Da find ich es viel interessanter immer wieder Hinweise zu erhalten die wie ein Mosaik am Ende ein Bild des großen und ganzen abgeben. Gerade die Infoschnipsel zu Elizabeths warem Alter fand ich sehr faszinierend, im Kontrast zu dem was man vorher über sie erfährt.

Blut ist dicker als Feuer.

Kommen wir zu seiner Familie, wieso halten sie zu ihm wenn er Zivilisten abschlachtet? Die Frage ist eigentlich wieso sollten sie es nicht tun? Zum einen ist er ihre einzige Hoffnung, ihr einziger Schutz vor dem Wahnsinn. Zum anderen wissen sie es einfach nicht. Das Militär wird eine Nachrichtenblockade verhängt haben und da es alltäglich ist das Infizierte Menschen töten wird es auch im Funkverkehr keine Größere Erwähnung geben wenn Alex mal wieder ein paar Menschen zerteilt hat. Aber wie sollen die anderen von Erfahren, sie verstecken sich doch in ihren Verstecken und begleiten Alex nicht auf seine Touren. Genauso wenig wie er zu ihnen geht mit ausgefahrenen Klauen an denen noch frische Leichen hängen. Und selbst wenn sie es doch wissen, er bietet ihnen ihre einzige Chance zu Überleben. Da ist man nicht unbedingt wählerisch.

Mit Blut bei der Sache, nicht nur seins.

Man fängt als Schwacher Held an, und wird mit der Zeit immer stärker. Wobei ich hier mal widersprechen muss bei denjenigen die meinen sie hätten nach einer Stunde schon alle Fähigkeiten. Nach jeder Story-Mission werden neue Fähigkeiten freigeschaltet die man sich kaufe kann sowie Upgrades für bisher existierende Fähigkeiten. Und es ist nun mal ein berauschendes Gefühl mit einem riesigen Stachel-Wall um sich herum ein Blutbad anzurichten. Die Steuerung geht mit Tastatur und Maus auch leicht von der Hand und es ist einfach wunderbar anzuschauen.

Has mir gut gefällt sind die bis jetzt Abwechslungsreichen Hauptmissionen. Einmal muss ich eine Basis infiltrieren um eine Frau zu befreien nur um kurz darauf von Huntern durch die Stadt gehetzt zu werden und in einem Lagerhaus mich mithilfe der Soldaten gegen die Hunter wehren muss.

Oder das ich erst über die Dächer klettere und Wassertürme vernichten muss, dabei gegen kleinere Mutanten kämpfe und Hubschrauber aber die über mir ihre Runden drehen und bei Sichtkontakt die Strike-Force rufen um an Ende dann ein Hive gegen die Armee zu verteidigen, während die Hunter es gleichzeitig auf mich abgesehen haben. Hab jetzt schon gut 10 Stunden gespielt und der Spielspaß nimmt für mich kein Ende, wobei ich gerade mal Bei der 5. Mission bin.

Intelligenztest bestanden


Ich finde solange man der Ki eine Chance gibt macht sie ihren Job sehr ordentlich. Klar, ich kann Flächenkillfähigkeiten einsetzen, ich kann auch mit Panzern rauf fahren und alles Plattwalzen, aber das sind alles Sachen wo auch eine perfekte Ki nix tun kann einfach weil der Char übermächtig ist. ich kann aber vor allem bei den Soldaten ein gutes Muster erkennen. Die Soldaten mit den Gewehren rennen ballernd vor und versuchen den Alex einzukreisen, wobei der Soldat auf den man es gerade abgesehen hat wegläuft und die anderen auf den Spieler schießen. (Klar wenn man hier Sprintet oder Flächenkills einsetzt sieht man davon wenig). Auf mittlere Distanz sind die Soldaten mit den Granatwerfern und dahinter sind die mit den Raketenwerfern.

Auch die Helikopter-, Fahrzeug- und Hunter-Ki find ich sehr gelungen da sie trotz aller toller Manöver in der Lage sind Alex zu folgen und zu bekämpfen. Auch bei Zufallssituationen (z.B. wenn man mit einem Hunter auf den Fersen in eine Soldatengruppe rennt) ergibt sich ein dynamisches Kampfspielchen. Die Soldaten koordinieren ihr Vorgehen, bündeln ihr Feuer und stimmen es auf die Gefährlichkeit des Zieles ab. Wenn ich den Hunter bekämpfe und die Soldaten in Ruhe lasse, schießend die Soldaten auch auf den Hunter und unterstützen den Spieler. Andersrum, wenn ich weg springe lässt mich der Hunter in Ruhe und geht auf die Soldaten los, welche dann Hubschrauber und Panzer zu Hilfe holen um die Bestie zu erledigen. Und das ganze kommt komplett ohne Scripts.

Eine Dystopie muß düster sein!





ja wie oben bereits gesagt ist mir die Grafik im Grunde egal. Was ich aber anmerken will ist einfach das Damage-System und die Massen. Mit erstem meine ich, das in den Infizierten Gebieten nichts vom Leveldesign so angerichtet wurde sondern auf Zufallskript basiert. Ich kann in die Militärzone, mit den entsprechenden Fähigkeiten dafür sorgen das die Straße genauso zerstört und Katastrophen-mäßig aussieht wie in den Infizierten Gebieten. Im Gegensatz zu GTA, wo sich die Spielwelt kaum verändern lässt, kann ich hier mein eigenes Bild der Apokalypse schaffen ohne das es irgendwie aufgesetzt oder komisch ausschaut. Das ist für mich ein ganz großes Atmosphäre Plus.

Der weitere Punkt sind einfach die Massen. Massig Autos, massig Soldaten massig Zivilisten. Es sieht einfach Echt aus. Wenn ich sehe wie eine Zivilistenhorde schreiend an brennenden Autos langläuft verfolgt von Zombies, während ein einsamer Polizist verzweifelt auf die Zombies schießt dann könnte die Szene so direkt aus einem Endzeit Film stammen. Oder wenn ich Just For Fun als Zivilist unterwegs bin und nur meine Fäuste gegen die Zombies einsetze und hinter eine Ecke ein Panzer über die Autowracks rumpelt und die Zombies und Zivilisten niederschießt hat das einfach eine verflucht beklemmende Atmosphäre. Ich erinnere nur an die eine Brücke, die Gesperrt war, wo Gatling-kanonen die ganzen fliehenden Zivilisten niedergemetzelt haben. Das spiel baut eine unheimlich dichte Atmosphäre auf, teilweise macht es einfach nur Spaß im Kriegsgebiet zu stehen und zu beobachten wie die Soldaten gegen Hunter und Zombies kämpfen, wie Hubschrauber feuernd durch die Straßen fliegen, die Menschenmassen panisch schreiend davonlaufen.

Das Ende vom Ende

Im Fazit kann man sagen das das Spiel einfach polarisiert. Man muss Spaß dran haben selbst zu überlegen und sich die Story anhand kleiner Puzzleteile zusammenreimen. Man muss auf Endzeit stehen und einen Draht zu Zombieapokalyptischen Szenarien haben. Gerade als Zombiefan freut es einem einfach ungemein das man mal die Anfänge sieht. Alle Zombiefilme und Spiele spielen zu einem Szenario wo die Menschheit bereits verloren ist und die restlichen Menschen ums Überleben kämpfen. Abgesehen von einer kurzen Sequenz bei 28 Weeks later sieht man nie den Ausbruch und wie die Städte überrannt werden. Prototype bietet das alles. Das perfekte Szenario, eine große Stadt, Militär, Zombies. Alles was man sich wünscht und beeindruckend inszeniert.

Wem so was nicht gefällt, der wird am Spiel selbst auch wenig Gefallen finden. Wer auf so was steht hat sein Paradies gefunden. Ich für meinen Teil hoffe das es bald Zusatzliteratur geben wird und weitere Teile, wo der Aspekt noch mehr ausgebaut wird, wo es mehr Aufträge und Auftrageber gibt und wo der Protagonist auch intensiver in die Kämpfe eingreifen und Gebiete erobern kann, sowohl für die eine als auch für die andere Seite.

Ich bin jedenfalls schwer von begeistert. Als Zombie-Fan hab ich mein Mekka gefunden.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Ruckelfrei trotz riesiger Menschenmassen
  • Sound: Gute Untergangsstimmung
  • Balance: Der Held ist übermächtig...
  • Atmosphäre: Perfekte Weltuntergangsstimmung
  • Bedienung: Dank Zeitlupe kein Streß, auch mit Tastatur gut!
  • Umfang: Durch die Stadt streifen macht stundenlang Spaß
  • Missionsdesign: Mehrstufige komplexe Aufgaben
  • KI: Sehr intelligentes Verhalten von den Parteien.
  • Waffen & Extras: Große Zahl an Möglichkeiten anderen wehzutun.
  • Handlung: Interessantes
  • Grafik: In ruhigen Momenten fehlt es an Details
  • Sound: Musik fehlt etwas.
  • Balance: ... es fehlt manchmal an fordernden Gegnern.
  • Atmosphäre: keine
  • Bedienung: keine
  • Umfang: Ein bisschen wenig Nebenmissionen
  • Missionsdesign: Infiltration wird zur nebensächlichen Fleißaufgabe
  • KI: Zeigt sich wenig da gegner zu schnell sterben.
  • Waffen & Extras: keine
  • Handlung: ...aber mühesam zusammenzusuchen.

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(2)

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