Toller Old-School Shooter in toller Kulisse

Als das Remake des Schnetzel-Klassikers Shadow Warrior von 1997 angekündigt wurde waren sehr viele Leute skeptisch, vor allem angesichts des...

von Der Müllmann am: 16.11.2013

Als das Remake des Schnetzel-Klassikers Shadow Warrior von 1997 angekündigt wurde waren sehr viele Leute skeptisch, vor allem angesichts des überarbeiteten Protagonisten Lo Wang. Dessen junges Alter passte vielen Fans des Alt-Samurais von 3D Realms überhaupt nicht, zumal der mittelmäßige Auftritt von Duke Nukem vor 2 Jahren einigen noch immer in den Knochen steckte.

Blutbad im Garten

Doch bereits beim Intro wird klar, dass die Frischzellenkur keineswegs schlecht war. Lo Wang ist einem von der ersten Sekunde an sympathisch, vor allem seine ständigen Kommentare und Sprüche werden nie langweilig oder albern sondern sorgen immer wieder für Schmunzeln. 

Nach wenigen Minuten geht's auch gleich los, nachdem eine scheinbar simple Geldübergabe, die Lo Wang für seinen stinkreichen und mächten Boss Zilla erledigen sollte, schief geht. In bester Shadow Warrior-Manier wird also das Katana gezückt und auf die Gegner eingedroschen. Das Schnetzeln flutscht von der ersten Sekunde an, das Trefferfeedback ist großartig und die Körperteile fliegen zu Hundertschaften um die Ohren.

Im Verlauf des Spiels kann Lo Wang jede Menge Kombos und Spezialfähigkeiten erlernen, die das Gameplay stets erweitern und die Kämpfe sehr vielfältig gestalten. Auch wenn das Waffenarsenal stetig wächst (Vom Revovlver bis zum Energiestrahlen schießenden Dämonenschädel ist alles vertreten) bleibt das Katana stets Mittel der Wahl um unter den Tausendschaften an Dämonen aufzuräumen.

Besonders angenehm und erfrischend ist hierbei das meines Erachtens geniale Fern-Ost-Szenario gelungen. Die Locations die man im Verlauf der gut 10stündigen Kampagne aufsucht reichen von traumhaften asiatischen Gärten über Bambuswälder, nächtliche Friedhöfen, verschneite Berge und noch viel mehr. Besonders gelungen ist hierbei die tolle Lichtstimmung, was besonders auffällt wenn man in den Dämmerstunden unterwegs ist. Hinzu kommen die toll gestalteten Ausflüge ins Reich der Dämonen. Allgemein, das Art-Design ist großartig geworden und entführt einen endlich mal wieder aus dem Pseudo-Realismus den gefühlte 95% der aktuellen Shooter einem auftischen. 

 

Oldschool mit frischem Wind

Das Spielgefühl bei Shadow Warrior ist herrlich klassisch. Abgesehen von einer Kraft die man erlernen kann gibt es kein Autoheal, Quicktime-Events sucht man ebenso vergeblich wie ein Deckungssystem. Gut so! In Verbindung mit dem flüssigen Gemetzel und den sehr vielfältigen Gegnerscharen bietet einem Shadow Warrior ein angenehm forderndes Niveau. Die direkte und perfekte Shooter-Steuerung tut das ihrige dazu um den Spielfluss am Laufen zu halten. Auch die Spezial-Manöver wie ein Rundumschlag mit dem Katana gehen gut von der Hand und macht ein effizientes Enthaupten und Zerteilen zum wahren Vergnügen. So wird auch die 100ste Gegner-Welle nie langweilig, da jede Schlacht sich anders spielt und jeder seinen ganz eigenen Spielstil durchziehen kann. 

Dämonen im Kopf

Bereits früh in der Story, die von Intrigen und dem Niedergang des Schattenreichs und den dort ansässigen Dämonen handelt und für Shooter-Standards gleichermaßen gehaltvoll als auch interessant ist, gesellt sich der verstoßene Dämon Hoji zu uns, der uns häufig in teils brüllend komische Dialoge verwickelt. Der sympathische Maskenträger bereichert die Spielerfahrung ungemein und hat bei mir für mehr als einen lauten Lacher gesorgt. Der Humor ist überhaupt eine der größten Stärken des Spiels. Neben den verteilten Glückskeksen mit herrlich dämlichen Sprüchen ("Schlage niemals einen Mann mit einer Brille. Schlag ihn lieber mit einem Baseballschläger!") kann man an nahezu jeder Ecke Verweise auf das Orginal-Shadow-Warrior, andere Spiele und Popkultur entdecken. Diese durchgehende Ironie macht das ganze Spiel nochmal eine ganze Ecke unterhaltsamer.

Schattenreich

Wie bereits angesprochen unternimmt man des Öfteren Ausflüge in das sogenannte Schattenreich, die Welt der Dämonen, wo wichtige Story-Events und vor allem die groß angelegten Bosskämpfe stattfinden. Letztere sind zwar spaßig, zumal die Endgegner riesig sind und toll aussehen, jedoch ist immer die selbe Taktik nötig und die Kämpfe ziehen sich etwas hin. Auch dass man das Katana bei den meisten Bosskämpfen quasi vergessen kann ist etwas schade, hier hätte man sich mehr einfallen lassen können.

Fazit

Das Shadow Warrior - Remake ist ein ungemein unterhaltsamer Shooter geworden, dessen flüssiges Kampfsystem, gepaart mit dem tollen Humor, den großartigen Locations und der interessanten Story (die ein ausgesprochen schönes Ende hat) und dem klassischen Shooter-Gefühl aus dem Einheitsbrei herausragt und irgendwie in der Fachpresse nicht die Anerkennung kriegt, die ihm gebührt.

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Wertung
Pro und Kontra
  • tolle Grafik und schönes Design
  • Detaillierte Schnetzelorgien
  • Toller Humor
  • Super Sidekick
  • Abwechslungsreiche Kämpfe
  • Unverbrauchtes Szenario
  • Schöne Story
  • Dezente Wegfindungshilfen
  • Etwas lahme Bosskämpfe
  • Stellenweise Längen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(1)

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