Kingdom Come: Deliverance - PC
Rollenspiel  |  Release: 13. Februar 2018  |   Publisher: Deep Silver
15 von 15 Leser fanden diese Rezension hilfreich

Leser-Rezension zu Kingdom Come: Deliverance

Lass mich dich lieben, lass mich dich hassen

Von Mathias327 |

Datum: 18.02.2018 | zuletzt geändert: 20.02.2018, 09:59 Uhr


Vor uns blitzt etwas zwischen den Ästen auf. Ein vertrautes Blinken - Sonnenlicht, das sich auf Kettenrüstung spiegelt. Kein Zweifel, hinter dieser Wegbiegung lauert jemand. Wir schwingen uns aus dem Sattel, schleichen ein paar Meter weiter bis zur Kuppe und lauschen auf die Stimmen. Eine fremde Sprache - Kumanen also.

In den meisten anderen Spielen würden wir uns jetzt überlegen, wie wir mit einer Gruppe von vielleicht vier oder fünf Gegnern fertig werden. In Kingdom Come: Deliverance machen wir auf dem Absatz kehrt, klettern wieder auf unsere treue Schindmähre Pebbles und reiten in die entgegengesetzte Richtung, so schnell wir können.

Das hat Kingdom Come nämlich geschafft: Dass wir um unsere virtuelle Haut fürchten. Und dabei ist Henry - oder Heinrich, oder Hal, je nachdem, wer den Protagonisten anspricht - nach fünfzehn, zwanzig Spielstunden durchaus schon ein ernst zu nehmender Recke. Plattenrüstung, Kettenzeug, ein schmuckes, scharfes Schwert, ein Schild, kurzum, Henry kann sich wehren.

Kingdom Come: Deliverance vermittelt eine hervorragende mittelalterliche Stimmung.

Aber ungeachtet dessen verzeiht uns Kingdom Come keine Fehler - und mitten in eine Gruppe von Feinden hineinzutrampeln, das ist definitiv ein Fehler, und meistens einer mit tödlichen Folgen.

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Nahkampf oder Silberzunge?

Und trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - sind die Kämpfe in der böhmischen Provinz ein absolutes Highlight in Kingdom Come: Deliverance. Weil sie Sinn machen, weil sie sich glaubhaft anfühlen. Wir spüren, dass wir das flinke Kurzschwert gegen ein Langschwert eingetauscht haben und damit langsamer sind - aber wehe, wir landen einen Treffer. Wir achten auf jede Bewegung unseres Gegners, um seinen Angriff vorherzusehen und zu kontern. Und der Triumph, wenn er dann die Waffen niederlegt (oder gleich sich selbst), ist ein absolutes Hochgefühl.

Nach fast sechs Jahren Entwicklungszeit ist Kingdom Come ein beeindruckendes Erlebnis. Blessuren im Gesicht unserer Gegner, sichtbare Schäden an ihrer Rüstung und Kleidung, Funken schlagende Schwertkämpfe und dann noch die wirklich atemberaubend schöne Landschaft samt malerischer Lichtstimmung schaffen ein denkwürdiges visuelles Abenteuer. Das hervorragend funktionierende Kampfsystem zählt ebenfalls zu den technischen Stärken.

Die Kämpfe in Kingdom Come: Deliverance spielen sich fordernd, aber flüssig.Außerdem bestimmen wir selbst, in welche Richtung sich der am Beginn des Spiels noch reichlich hilflose Schmiedesohn Henry entwickelt: Sollen wir uns auf den Nahkampf fokussieren, oder versuchen wir als redegewndter Schmeichler, Kämpfen aus dem Weg zu gehen? Legen wir unseren Fokus lieber auf die Verteidigung, oder wollen wir Kämpfe rasch beenden? Durch unser Handeln steigen wir in den verschiedenen Talentbäumen auf, schalten Boni frei und erhöhen unsere Chance, unsere Gesprächspartner zu überzeugen.

Zu schön, um wahr zu sein

Allerdings hat die Sache auch einen Haken: Trotz der langen Entwicklungszeit, der umfangreichen Beta-Phase und dem langen Feinschliff hakelt es an allen Ecken und Enden - und zwar wirklich an allen. Da wäre zum Einen die stellenweise furchtbare Wegfindung der KI, die nur allzu oft an Zäunen, Mauern oder Hausecken hängen bleibt. Besonders ärgerlich, wenn dann der junge Adelige, den wir auf die Jagd begleiten sollen, schon beim Ritt aus der Burg mit seinem Schlachtross hängen bleibt - und wir mangels Speicherpunkten unter Umständen enorm weit zurückgeworfen werden, weil außer einem Reload nichts hilft.

Auch die schöne Grafik leidet: Objekte ploppen plötzlich ins Bild, Charaktere glitchen durch Wände hindurch, und allzu oft laden Texturen erst eine Minute, nachdem wir schon direkt vor ihnen stehen. Da verschwindet die schöne Immersion dann plötzlich wieder.

Eingeparkt: Gut zwei Minuten steckte das treue Reittier hier so unbequem fest.Stichwort zurückwerfen: Das Speichersystem in Kingdom Come ist eine Herausforderung für sich. Gespeichert wird auf drei Arten: Entweder beim Start einer Mission (hier erstellt das Spiel automatisch einen Speicherstand für uns), beim Schlafen in einem Bett (ebenfalls ein Autosave) oder manuell - das geht aber nur dann, wenn wir den entsprechenden Trank im Inventar haben. Das geht zwar gut mit dem generellen Thema von Kingdom Come einher - "Denke über deine Handlungen nach" - ist angesichts des happigen Schwierigkeitsgrads aber oftmals nur noch frustrierend.

Darüber tröstet nur zum Teil hinweg, dass Kingdom Come: Deliverance eine der schönsten Spielwelten seit langem bietet. Das 16 Quadratkilometer große Areal tief im mittelalterlichen, ländlichen Böhmen ist mit viel Liebe zum Detail gebaut. Die Dörfer, Städtchen und Burgen wirken glaubhaft und lebendig. Viele der Charaktere haben eine Hintergrundgeschichte, die wir - wenn wir uns richtig anstellen - entschlüsseln können: So können wir beispielsweise in Erfahrung bringen, woher denn der Priester, der hinter der Kirche mit dem Holzschwert übt, seine Erfahrung im Schwertkampf hat.

Lass mich dich lieben

Kingdom Come: Deliverance gibt sich so große Mühe, alles richtig zu machen. Wir selber geben uns mindestens genauso große Mühe, es zu mögen - aber einfach macht es uns das Spiel nicht. So wunderschön die Spielwelt ist, so spannend die Hauptstory und so interessant die Nebenquests auch sind, so sympathisch uns der Protagonist Henry mit der Zeit auch wird - es krankt an so vielen Ecken und Enden.

Die zahlreichen Bugs, in Verbindung mit dem frustrierenden Speichersystem und dem angesichts der wirklich fordernden Kämpfe nicht seltenen Ableben unseres Alter Ego, machen Kingdom Come zu einer Herausforderung selbst für frustresistente Spieler. Und so sehr das Spiel zunächst auch auf Entscheidungsfreiheit zu bauen scheint - in Wirklichkeit läuft die Entwicklung unseres Protagonisten immer in die gleiche Richtung.

Was das kleine tschechische Indie-Studio Warhorse mit Kingdom Come: Deliverance auf die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert. Und die Bugfixes kommen nach und nach - mit einem Day-One-Patch wurde viel nachgebessert, der nächste größere Patch kommt in etwa zwei Wochen und soll viele Fehler und Technik-Mängel beheben. Aber trotzdem... Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

Kingdom Come: Deliverance ist ein gutes Spiel, aber es versäumt den Sprung zum Meisterwerk. In vielen Momenten lieben wir es - wenn wir mit der hübschen Theresa am Fluss spazieren gehen; wenn wir einen jungen Adeligen aus den Händen von Banditen befreien; wenn wir einen fordernden Kampf gegen eine Übermacht gewinnen; wenn uns Leute nur aufgrund unserer Rüstung nicht mehr mit "Bursche", sondern plötzlich mit "Sir Knight" ansprechen.

In der richtigen Ausstattung steigt der Sozialstatus - das schlägt sich auch auf Gespräche nieder.In nicht weniger Momenten hassen wir es - wenn wir zum gefühlt siebzehnten Mal von der zuvor erwähnten Übermacht zusammengeschlagen werden, weil sich vier Feinde von allen Seiten auf uns stürzen; wenn uns ein Wegfindungs-Bug anderthalb Spielstunden zurückwirft; wenn wir auf einen ewigen Ladebildschirm starren, bis wir endlich mit einem Gesprächspartner reden können.

So können wir Kingdom Come: Deliverance am Ende weder lieben noch hassen. Nicht lieben, weil es uns so oft frustriert, so oft an der Technik verzweifeln lässt, so oft durch Grafikfehler wieder aus der Immersion holt. Nicht hassen, weil es am Ende immer noch ein wirklich gutes Spiel ist.

Es steckt so viel ungenutztes Potential in Kingdom Come, so viel Raum für ein wahrhaft denkwürdiges Stück Rollenspielgeschichte. Wenn die nächsten Patches die vielen Technikprobleme ausmerzen, die Hardware-Anforderungen auf ein vernünftiges Maß senken und die gute Atmosphäre noch weiter vertiefen, dann wird Kingdom Come: Deliverance vielleicht doch noch ein Meisterwerk.

Wertung:

85/100 » alle Rezensionen von Mathias327 (1)

Screenshots zu Kingdom Come: Deliverance

Alle Screenshots zu Kingdom Come
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Alle Screenshots zu Kingdom Come

Pro & Contra

  • grafisch wunderschön
  • atemberaubende Lichtstimmung
  • flüssig animierte Kämpfe
  • gute englische und deutsche Vertonung
  • tolle Hintergrundmusik
  • gelungene Soundeffekte
  • fordernde Kämpfe
  • viele Waffen, Kleider, Rüstungsteile zur Auswahl
  • interessante Nebenquests
  • spannende Story
  • viele, viele Grafikfehler
  • unverständliche Ruckler
  • lange Ladezeiten
  • Gegnerstimmen wiederholen sich sehr schnell
  • schwache KI-Wegfindung
  • frustrierendes Speichersystem

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgradeher schwer
Bugs im SpielHäufiger, unregelmäßig
Bisher im Spiel
verbrachte Zeit
Mehr als 20, weniger als 40 Stunden

15 von 15 Leser fanden diese Rezension hilfreich

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Avatar TotalWarGamer783
TotalWarGamer783
#1 | 20. Feb 2018, 17:43
Super Test zum Spiel, der Vieles auf den Punkt bringt.

Ergänzen würde ich jedoch noch, dass auch nach einem Besuch im Badehaus immer gespeichert wird, sodass das Speicherproblem entschärft wird. Zusätzlich gibt es eine erlernbare Fähigkeit, die den Preis für den Badehausbesuch auf 0 reduziert. In Kombination stellt das eine verlässliche "Speicherquelle" dar.

Im Nachhinein ist mir auch aufgefallen, dass das anfangs relativ schwierige Spiel nach einigen Stunden sehr einfach wird. Gerade durch den Bogen kann man die anspruchsvollen Schwertkämpfe sehr gut zu ende bringen.
Rüstungen erhält man von den erledigten Gegnern und schwimmt ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch im Geld.
Auch die Bedürfnisse schaffen sich nach und nach, durch den Ausbau der entsprechenden Fähigkeiten, selbst ab.

Ob man das gut oder schlecht findet, muss jeder für sich entscheiden, zumindest wird man so nicht mehr beim Erkunden der unfassbar schönen Spielwelt gestört. Die alleine machen das Spiel schon fast zum Hit (für mich).
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Avatar Nick2000
Nick2000
#2 | 21. Feb 2018, 18:16
Sehr schön geschrieben und angenehm zu lesen. Danke für die tolle Rezension, dir mir als echte Entscheidungshilfe dient. Ich werde also lieber noch etwas warten und hoffe auf weitere Patches.
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Avatar Van Kroenen
Van Kroenen
#3 | 21. Feb 2018, 18:23
Ich stimm dir in fast allem zu, aber:

"Wenn die nächsten Patches die vielen Technikprobleme ausmerzen, die Hardware-Anforderungen auf ein vernünftiges Maß senken und die gute Atmosphäre noch weiter vertiefen, dann wird Kingdom Come: Deliverance vielleicht doch noch ein Meisterwerk."

Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. KCD wird kein Meisterwerk mehr, zumindest nicht "gefühlt", egal wie gesund das nachträglich gepatcht wird, wenn aber schon wieder frische Konkurrenz ins Haus steht. Beim Thema "Meisterwerk" kann man nur noch beim Sequel hoffen.
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Avatar SPQRE
SPQRE
#4 | 21. Feb 2018, 20:06
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Black Baron
Black Baron
#5 | 21. Feb 2018, 20:17
Ein guter Test, ich finde er verschafft einen guten Eindruck aus der Community-Ecke. Ich finde nur deine Wertung seltsam hoch, wo du dir doch sicher bist, dass das Spiel kein Meisterwerk ist und sich - deinem Test nach zu urteilen - ebenso oft berechtigt auf die Schulter klopft und sich gleich danach selbst ein Bein stellt.

Wegen des Speichersystems wollte ich erst nicht zulangen - ich hasse solche Speichersysteme und empfinde sie als übertriebene Bevormundung. Aber es kam ja gleich in den ersten Tagen nach Release eine Mod, die freies Speichern zulässt, wenngleich einem nur wenige Spielstände zur Verfügung stehen. Aber immerhin... man muss weder ständig Gast- und Badehäuser aufsuchen, noch zum Alkoholiker werden. Auch wenn diese Mod mit Sicherheit die wirtschaftliche Spielbalance zunichte macht, schließlich kosten die Retterschnäppse nicht gerade wenig.

Naja, ich spiele das Spiel nun seit ca. einer Woche... und ich find's toll. Und bei weitem nicht so schwer, wie's überall kolportiert wird. Elex fand ich in seinen ersten 20-30 Stunden sogar wesentlich schwerer. Wichtig ist nur, dass man sich auf die Spielwelt von Kingdom Come: Deliverance einlässt und schnell versucht sich das virtuelle Mittelalterleben zu erschließen:

- Wie muss man sich verhalten in Städten und Siedlungen?
- Lohnt es sich eher das Risiko bei Straftaten erwischt zu werden in Kauf zu nehmen oder doch zu scheuen?
- Welchem NPC kann man über den Weg trauen und wann sollte man lieber nicht auf "die Chance deines Lebens!" eingehen?
- Steckt man alles Geld sofort in bessere Ausrüstung oder lohnt es sich auch etwas sparsamer zu sein?
- Wann geht man Kämpfen lieber aus dem Weg (ich finde Mathias327 beschreibt das selbst schon sehr gut)?

Wichtig ist einfach, dass man sich klar wird, dass man kein Skyrim und kein The Witcher 3 vor sich hat. In beiden letztgenannten Spielen ist es Natur der Sache, dass man von Haus aus jemanden verkörpert, der so ziemlich allem und jedem in diversen Belangen überlegen ist: Als Dragonborn ist ja das ultimative Ziel es mit feindlich gesinnten Drachen aufzunehmen, als Geralt von Riva spielt man einen Mutanten, der auf übermenschliche Fähigkeiten getrimmt wurde, um es mit Monstern und anderen magischen Wesen aufnehmen zu können. Da sind überlegene Kampffähigkeiten im Spieldesign drin - so wie's sich für solche Geschichten auch gehört.

In Kingdom Come spielt man aber einen jungen Kerl, der zwar offenkundig Talent hat, aber wenn man ohne Geduld spielt, enden Kämpfe schnell tödlich, oder man selbst übernimmt sich mit Quests, die man mit den gegebenen Fähigkeiten nicht bewältigen kann. Es lohnt sich viel mehr, sich auf die Spielwelt einzulassen und auch die - nicht annähernd so dramatische - Dringlichkeit der Hauptquest ne Weile zu ignorieren... Kingdom Come ist kein RPG, das einen mit viel Erkunden und Suchereien belohnt, wie ein Skyrim. Aber es belohnt mich als Spieler, wenn ich mir jede neu entdeckte Siedlung genau ansehe und mir die Anliegen der Bewohner planvoll zur Brust nehme. Oft lassen sich - wie in RPGs üblich - mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und manche Aufgaben kann man sogar leicht ignorieren, wenn man sich von der Immersion mitreißen lässt: Ich lehne konsequent zwielichtige Aufgaben ab, in Folge dessen ist mein Skill im Schlösserknacken gering... das wird sich bestimmt rächen. Außer ich nutze die Möglichkeiten, die einem das Spiel gibt, um solche "vernachlässigten" Skills trotzdem auch ohne aktive Nutzung zu steigern. Auch wenn ich nicht vorhabe dauernd irgendwo einzubrechen, dürfte es bestimmt nützlich sein trotzdem mal in der Lage zu sein ein Schloss zu knacken, um z.B. an wichtige Questgegenstände zu kommen.
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Avatar Black Baron
Black Baron
#6 | 21. Feb 2018, 20:17
Und was die Kämpfe angeht: Ich finde im 1-gegen-1 sind sie gut beherrschbar. Wenn man auf einen Gegner stößt, bei dem man schnell merkt, dass er geschickter mit Kombos und Ausfall-Attacken ist, dann sollte man sich aufs Kontern verlegen und versuchen ihn mit gut platzierten schnellen Hieben und Stichen zu zermürben. Sinnloses rumschlagen führt in diesem Spiel jedenfalls nicht zum Erfolg. Anders als der Hexer Geralt, der bei halbwegs guter Spielweise wie ein Derwisch selbst durch größere Gegnergruppen wirbelt - was wirklich cool ist und Spaß macht! -, ist Heinrich dann der Chef, wenn er es schafft aus einem Kampf ohne Blessuren und möglichst geringer Beschädigung der Ausrüstung zu kommen... denn kaputt geschlagene Rüstungen können richtig ins Geld gehen.

Ein Wort noch zu den Bugs: Ja, mir sind auch schon n paar begegnet, die meisten eher optische Glitches, am meisten Probleme hatte ich mit der Kollisionsabfrage - manchmal kann Heinrich keine Treppen mehr steigen oder klettert Leitern rauf und schafft dann den Schritt von der Leiter auf die Ziel-Etage nicht... da hilft oft nur Neuladen. Ich glaube hier ist auch dank der Speicher-Mod mein Erlebnis mit dem Spiel deutlich frustärmer. Störender finde ich aber Ungereimtheiten bei der KI: Ich mache einen Faustwettkampf gegen insgesamt drei Typen, und bei jedem liegen die nach Ende des Kampfes bewusstlos am Boden... und wenn sie wieder aufstehen, interessieren sie sich nicht für den Ausgang des Kampfes. Ich bin mir auch sicher, dass ich für die gewonnen Kämpfe keine Belohnung erhalten habe, obwohl ich ein "Startgeld" bei jedem Kampf zahlen musste... beim ersten Typen hab ich mir dann einfach seine Groschen im Inventar gegriffen, aber unmittelbar danach erwachte er sofort aus seiner Bewusstlosigkeit und rannte sofort brüllend los, um ne Wache auf mich zu hetzen.

Davon abgesehen muss ich aber sagen, dass mich selten ein Rollenspiel so in die Spielwelt gesogen hat, wie Kingdom Come: Deliverance... es hat seine Ecken und Kanten, aber man wird belohnt, wenn man diese Macken verzeiht... und teilweise, wenn man diese Macken kennt, kann man ihnen sogar halbwegs aus dem Weg gehen. Geduld ist eine Tugend, das gilt auch für dieses Spiel.

Und nochwas, was viel zu selten erwähnt wird: Ich finde man merkt deutlich, dass das Spiel vom selben kreativen Kopf stammt, wie das erste Mafia... das schaffte es nämlich auch, trotz seiner vielen Ecken und Kanten, eine für damalige Verhältnisse unglaublich dichte Atmosphäre und glaubwürdige Spielwelt zu erschaffen... und dabei genauso bodenständig zu bleiben, denn auch bei Mafia war man nie der Kerl, der irgendwann zur ein-Mann-Armee reifte... die Kämpfe blieben auch bei Mafia bis zum Abspann anspruchsvoll und sogar taktisch.
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Avatar TitusPullo
TitusPullo
#7 | 21. Feb 2018, 20:47
Wenn ein NPC oder man selber festhängt muss das Spiel nicht unbedingt neugestartet werden. Einfach T drücken und eine Stunde oder mehr vorstellen.

Ansonsten ist der Test ganz gut geworden aber wie auch bei dem Gamestar Test empfinde ich das Speichersystem als gut und habe auch keine Ruckler oder lange Ladezeiten.
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Avatar TitusPullo
TitusPullo
#8 | 21. Feb 2018, 20:54
Zitat von Black Baron:

Wegen des Speichersystems wollte ich erst nicht zulangen - ich hasse solche Speichersysteme und empfinde sie als übertriebene Bevormundung.


Das hat nichts mit Bevormundung zu tun, die meisten raffen das System einfach nicht. Man spielt einfach ein anderes Spiel wenn man das Speichersystem nicht so nimmt wie es ist.
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Avatar Toreador1701
Toreador1701
#9 | 21. Feb 2018, 22:52
Was ein schlechter "Test", wieso muss so was auf die Seite, da hätte es doch bestimmt auch bessere gegeben
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Avatar Toreador1701
Toreador1701
#10 | 21. Feb 2018, 22:58
Zitat von TotalWarGamer783:
Ergänzen würde ich jedoch noch, dass auch nach einem Besuch im Badehaus immer gespeichert wird, sodass das Speicherproblem entschärft wird. Zusätzlich gibt es eine erlernbare Fähigkeit, die den Preis für den Badehausbesuch auf 0 reduziert. In Kombination stellt das eine verlässliche "Speicherquelle" dar.


Stimmt nicht, denn nicht jedes Angebot des Badehauses endet mit einer Speicherung
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Leser-Rezensionen
Kingdom Come: Deliverance 4 Bewertungen:
90+ 0
70-89 4
50-69 0
30-49 0
0-29 0
Durchschnittliche
Leserbewertung:
83/100
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Details zu Kingdom Come: Deliverance

Cover zu Kingdom Come: Deliverance
Plattform: PC (PS4, Xbox One)
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 13. Februar 2018
Publisher: Deep Silver
Entwickler: Warhorse Studios
Webseite: http://kingdomcomerpg.com/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 38 von 7387 in: PC-Spiele
Platz 14 von 1944 in: PC-Spiele | Rollenspiel
 
Lesertests: 4 Einträge
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