The Elder Scrolls 5: Skyrim - Special Edition - PC
Rollenspiel  |  Release: 28. Oktober 2016  |   Publisher: Bethesda
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Leser-Rezension zu The Elder Scrolls 5: Skyrim - Special Edition

Second Life im Fantasy Setting

Von Kontra |

Datum: 10.06.2018 | zuletzt geändert: 10.06.2018, 18:07 Uhr


THE ELDER SCROLLS 5: SKYRIM - SPECIAL EDITION bringt einige Verbesserungen zu diesem Rollenspiel-Opa. Seinerzeit ein Pionier, aber zu Zeiten von THE WITCHER 3 und KINGDOM COME DELIVERANCE schafft es SKYRIM nicht mehr in die Referenzklasse...

Präsentation

Sind wir mal ehrlich: SKYRIM ist mehr als 6 Jahre alt. Die Special Edition verbessert zwar einiges aber das Spiel ist trotzdem etwas in die Jahre gekommen. Trotzdem kann sich SKYRIM immer noch sehen lassen und ist die Reise in diese Spielwelt wert.

Grafik (Befriedigend)

Wie erwähnt, das Spiel ist über 6 Jahre alt. Darüber kann auch der Facelift der Special Edition nicht hinwegtäuschen. Die Landschaften sind noch immer schön, es gibt immer wieder Momente, da möchte man einfach stehen bleiben und die Landschaft anstarren, beispielsweise wenn man auf dem Gipfel eines Berges steht und den Blick ins Tal geniesst. Weniger gelungen sind die Wälder, die gibts hier nicht, das gab's erst wirklich gut mit THE WITCHER 3.

Charaktermodelle und Animationen waren schon 2011 nicht wirklich gut und wirken steif und teilweise unfreiwillig komisch.

Auch bei den Dungeons hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht: es gibt zwar  hunderte von Dungeons zum erkunden, letztendlich ist es aber immer nur ein und derselbe mit einem anderen Layout.

Sound (Befriedigend)

Die orchestrale Musik ist bombastisch, herrliche Kampfmusik mit Kultcharakter, so machen Kämpfe richtig Spass! Die restliche Geräuschkulisse ist in Ordnung, mehr leider nicht.

Vertonung (Mangelhaft)

Typisch Bethesda: es gibt (in der Originalversion!) eine Handvoll prominenter Sprecher (in ELDER SCOLLS IV: OBLIVION waren es immerhin Sean Bean, Lynda Carter und Terence Stamp,  in SKYRIM sind es Max von Sydow, Christopher Plummer, Joan Allen und die aus BABYLON 5 bekannte Claudia Christian), aber die Sprecher sämtlicher Nebenrollen wiederholen sich viel zu oft. Auch während der Kämpfe wiederholen sich die Sätze viel zu oft. Der Held/die Heldin bleibt während des ganzen Spieles stumm, das würde erst ab FALLOUT 4 ändern.

Gameplay

In einem Punkt bleibt Bethesda's SKYRIM ungeschlagen: in Sachen Freiheit. Das ist auch DIE Stärke von SKYRIM: sei wer du willst. Ein strahlender, rechtschaffender Ritter, eine bösartige Assassine, ein Bettler, ein einfacher Händler, ein Tomb Raider, ein Werwolf (!) oder Vampir... ALLES ist möglich im Gegensatz zu anderen Spielen die dies zwar versprechen aber nie halten! Und das ist auch der Grund warum ich in SKYRIM bisher mehr Zeit verbracht habe als in jedem anderen Spiel bisher (mehr als 900 Stunden wenn man SKYRIMKlassik mitzählt).

Auf der anderen Seite wurden Bethesda-typisch die Rollenspielelemente stark vereinfacht und "casualisiert" was mir nicht so gefiel.

Die Story ist mal wieder Nebensache und weniger fesselnd, wie in fast jedem Bethesda Spiel habe ich den Hauptquest komplett ignoriert: die randomisierten Drachenkämpfe waren anfangs zwar noch interessant, aber wenn alle 20 Minuten (!) ein Drache angreift wird es schnell langweilig und extrem nervig. Also Neustart, und den ersten Quest der die Drachen "freischaltet" ignoriert: keine Drachen mehr im Spiel.

Bedienung (Ausreichend)

Die Steuerung ist auf Konsolen zugeschnitten, das nervt und ist unnötig fummelig. Die Menüs sind unpraktisch und "konsolig", die Kämpfe sind simples "Haudrauf" mit linker Maustaste oder rechter Maustaste.

Netterweise sind die Tasten frei belegbar. Gebrauchsgegenstände lassen sich "favoritisieren", d.h. mit der Q-Taste kann man diese favoritisiereten Gegenstände schnell auswählen, statt sich umständlich durchs Inventar klicken zu müssen. Das Spiel pausiert während dieser Schnellauswahl ebenso wie wenn man ins Inventar geht. So ist es möglich mitten im Kampf 30 Karotten und Hasenbeine zu essen und 5 Flaschen Bier zu kippen... Aber auf Grund des fummligen Inventars ist das sehr willkommen!

Zugänglichkeit (Sehr Gut)

Fluch und Segen zugleich: In Sachen Zugänglichkeit gibt es kein besseres Rollenspiel, da Bethesda die Rollenspielelemente derart reduziert hat, dass davon nicht allzuviel übrig geblieben ist: Charakterwerte gibt es gar keine mehr, stattdessen wählt man bei jedem Levelaufstieg einen Perk aus einem Talentbaum (z.B. Bogenschiessen, Einhandwaffen, Schleichen, Feilschen) aus und wählt ob man Gesundheit, Mana oder Stamina um 10 Punkte pro Levelanstieg erhöhen möchte. War es in THE ELDER SCROLLS IV: OBLIVION noch ohne Weiteres möglich sich hoffnungslos zu verskillen wenn man nicht die richtigen Werte erhöht hat (Gesundheit!), so ist das in SKYRIM nicht mehr der Fall oder nur sehr schwer möglich.

Klassen hat man übrigens komplett abgeschafft: je nachdem welche Talente wir erhöhen (z.B. "Schleichen") und welche Rüstung und Waffen wir unserem Alter Ego in die Hand drücken entscheidet die Spielweise letztendlich über die Klasse, was aber einem nicht daran hindert, der Figur plötzlich ein ganz anderes Waffenset in die Hand zu drücken und den Spielstil komplett zu ändern - vom schwer gepanzerten Ritter zum leichtfüssigen Dieb zum Feuerball-schleudernden Magier? Kein Problem. Freiheit ist King. Einzig und alleine Handcore Profis werden sich langweiligen, es gibt zwar zahlreiche Schwierigkeitsgrade, die erhöhen allerdings nur die Gesundheit der Feinde und den Schaden den diese ausrichten, am Spieldesign ändert sich natürlich nichts!

Erfahrungspunkte gibt es keine - typisch Elder Scrolls werden Talente entsprechend ihres Einsatzes gesteigert - wer viel schleich steigert "Schleichen" wer viel mit einem Kurzschwert zuhaut steigert den "Einhand Waffen Skill". Nach x Steigerungen steigt der Held einen Level auf. Dieses System hat sich seit ELDER SCROLLS: ARENA bewährt, ich finde den Verzicht auf genretypische Erfahrungspunkte eine willkommene Abwechslung.

Komplexität (Mangelhaft)

Die Kehrseite der Medallie. Durch die starke Vereinfachung und Casualisierung leidet die Komplexität gewaltig. Das wird "Casual Gamers" und Einsteiger nicht wirklich stören, es macht das Spiel auch salonfähig für Spieler die mit Rollenspielen ansonsten nichts am Hut haben, aber für "echte" RPG Fans ist es eher unbefriedigend.

Verskillen kann man sich nicht mehr, ebenso ist die Wahl der Fraktion der man beitritt nicht relevant für den Spielverlauf: jeder Quest ist lösbar, man muss keine wirkliche Entscheidung treffen. Ich bin Werwolf und will Vampir werden? Kein Problem, im entsprechenden Quest werde ich einfach in einen Vampir verwandelt und bin ab sofort kein Werwolf mehr. Ich will später wieder wechseln? Kein Problem, einfach wieder aus dem Brunnen trinken. Keine Entscheidung hat wirklich Gewicht.

Zahlreiche NPCs sind unsterblich, generell alle Kinder (Zensurmassnahme, da es sonst in den USA das "Adults Only" Rating gegeben hätte), Quest NPCs sind ebenfalls unsterblich. Das zerrt an der Immersion und Komplexität. Immerhin gibt es Mods die das Rückgängig machen (ja, auch die Kinder!).

Story und Handlung (keine Spoiler) (Ungenügend)

Open World und eine fesselnde Geschichte waren bisher immer im Clinch miteinander, besonders in Bethesda Spielen die nicht wirklich für ihre Stories bekannt sind. THE WITCHER 3 setzte dies besser aber auch nicht perfekt um, letztendlich bekommt man die Dringlichkeit und Freiheit schlecht unter einem Hut: will ich Open World und freies Erkunden oder eine Story die praktisch das Erkunden und Nebenquests negiert? Letztendlich ist die Story in einem solchen Spiel sowieso nebensächlich. Ehrlicher wäre gewesen auf eine Hauptstory komplett zu verzichten. Optional ist das den Spieler auch möglich: verfolgt man den Hauptquest gar nicht, entfaltet sich dessen Handlung auch nicht. Ich habe gut 900+ Stunden so verbracht ohne auch nur 3% der Hauptstory zu spielen...

Atmosphäre (Gut)

Auch hier kommt es darauf an, was man erwartet. Wie gesagt ich war fast 1000 Stunden in SKYRIM, dieses Spiel ist eine Art Second Life im Fanatsy Gewand und auf Grund der enormen spielerischen Freiheit die man hier geniesst fand ich die Atmosphäre eigentlich stellenweise sogar sehr gut. Eigentlich. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man wieder "herausgerissen" wird: Bugs noch und nöcher (viele schimpfen über KCD, aber Bethesda's Baby hat sogar nach über 6 Jahren sehr sehr viele Bugs und Grafik Glitches!!!). Auch die oben angesprochenen Mängel in Sachen Komplexität zehren an der Atmosphäre. Lässt man noch den "Zahn der Zeit" mit einfliessen ist sogar ein "Befriedigend" angebracht. Seinerzeit (2011) war SKYRIM aber definitiv eine Referenz in diesem Bereich.

Spieldesign (Befriedigend)

An sich ist es simpel: Sei der Held (oder Schurke) der du sein willst und erkunde die Welt, bzw. tu was du willst. In diesem Punkt ist SKYRIM eigentlich (fast) perfekt. Kämpfe sind leider etwas zu simpel: linke Maustaste benutzt die linke Hand, rechte Maustaste die rechte Hand. Halte ich die entsprechende Maustaste länger gedrückt führe ich einen stärkeren Schlag aus. Will ich zaubern muss mindestens eine Hand frei sein. Halte ich ein Schild in der Hand (oder meine Hand ist leer) blocke ich den Angriff des Gegners ab. Im Grunde anspruchslose.  Das Schleichen ist sehr schlecht umgesetzt, ich feuere aus dem Hinterhalt im "Schleichmodus" einen Pfeil in den Allerwertesten eines Gegners und halte anschliessend still. Der Gegner rennt wild umher und sucht mich - ganze 20 Sekunden lang (das ganze ist in einer Mine mit nur einem Ausgang, ich stehe direkt am Ausgang hinter der Türe). Danach sagt er nur "war wohl nur der Wind!" und kehrt an seinen Ausgangspunkt zurück. Das ganze wiederhole ich 5 Mal - bis der Gegner "vom Wind" getötet wurde. Skille ich "Schleichen" bis zum Maximum hoch ist dieser Skill derart overpowered dass es schon keinen Spass mehr macht.

Generell muss ich mir ums Skillen keine Sorgen machen - irgendwann ist jeder Skill so hoch dass ich beim aufleveln Skills leveln muss die ich niemals einsetzten werden - oder ich sammel einfach Skillpunkt umsonst. Gedanken muss ich mir beim Charakter Build keine machen.

Umfang (Sehr Gut)

In Sachen Umfang macht SKYRIM die meisten Punkte. Eine RIESIGE, GIGANTISCHE Spielwelt mit zahlreichen Dungeons, Quests und NPCslädt zu stundenlangen, ja sogar jahrelangen Erkunden und zahlreichen Durchspielen ein, in diesem Punkt schlägt SKYRIM sogar die "Neuen" WITCHER 3 und KCD bei Weitem, den die freie Wahl der Spielfigur trägt auch dazu bei, dass jedes Durchspielen anders ist. Geralt ist nunmal Geralt, Henry ist Henry bei jedem Durchgang, egal ob ich Geralt als Schwertkämpfer oder Zauberer spiele, in SKRYIM ist jede Figur individuell ausbaubar.

Viele Zufallsbekanntschaften sorgen in SKYRIM ebenfalls für Abwechslung, auch wenn diese generisch sind und teilweise etwas seltsam in Szene gesetzt wirken. Langeweile kommt aber niemals auf! (OK nach 900+ Stunden schon, aber welches Spiel kann schon da mithalten?)

Langzeitmotivation (HERVORRAGEND)

In Sachen Langzeitmotivation ist SKYRIM auch heute noch die Nummer 1. Vielfacher Wiederspielwert dank enormer Freiheit und riesiger Spielwelt. Eine Vielzahl an Quests, Ausrüstung und Waffen, ein freies, jederzeit auswechselbares, Charaktersystem und zahlreiche Fraktionen, all das spricht für SKYRIM - auch heute noch.

Für wen ist THE ELDER SCROLLS SKYRIM?

SKYRIM richtet sich primär an Fantasybegeisterte Casual Players. Es ist das GAME OF THRONES der Spiele. Rollenspiele waren schon immer ein Nischen-Genre, aber durch die Casualisierung und Entschlackung des RPG Systems hat Bethesda dieses Genre auch für den Mainstream Spieler salonfähig gemacht und die Rechnung ging voll auf: SKYRIM war ein riesiger Erfolg - und das berechtigterweise!

Hardcore RPG Fans werden allerdings dank der mangelnden Komplexität die Nase rümpfen.

Fazit

2011 war SKYRIM die Referenz in Sachen Open World, 2015 trat aber THE WITCHER 3 die Thronfolge an. Heute schafft SKYRIM den Sprung in die Referenzklasse nicht mehr, sogar KCD hat eine wesentlich bessere, überzeugendere und schönere Offene Spielwelt, was einfach der Zeit geschuldet ist. Trotzdem ist SKYRIM immernoch ein hervorragendes Spiel und gerade für Einsteiger besser geeignet. Wer ein Maximum an Freiheit will ist auch besser bei SKYRIM aufgehoben als bei den beiden anderen Titeln.

Wer mehr Wert auf Komplexität und Story legt sollte sich eher and "klassische" OldSchool RPGs wie PILLARS OF ETERNITY oder DIVINITY: ORIGINAL SIN 2 halten.

Wertung:

84/100 » alle Rezensionen von Kontra (24)

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Pro & Contra

  • riesige Open World
  • viele Quests und Dungeon zum Erkunden
  • enorme Freiheit
  • keine Gefahr beim Verskillen
  • Einsteigerfreundlich
  • freie Charakterwahl und Spezialisierung
  • Enormer Wiederspielwert
  • Aussergewöhnliche Langzeitmotivation
  • technisch veraltet
  • sehr vereinfachte Rollenspielelemente
  • insgesamt eher anspruchslos
  • lahme Story
  • konsolige Steuerung und Menüs
  • repetitive Drachenkämpfe nerven nur

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgradeher leicht
Bugs im SpielOft, regelmäßig
Bisher im Spiel
verbrachte Zeit
Mehr als 100 Stunden

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The Elder Scrolls 5: Skyrim - Special Edition 1 Bewertungen:
90+ 0
70-89 1
50-69 0
30-49 0
0-29 0
Durchschnittliche
Leserbewertung:
84/100
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Details zu The Elder Scrolls 5: Skyrim - Special Edition

Cover zu The Elder Scrolls 5: Skyrim - Special Edition
Plattform: PC (PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360, Nintendo Switch)
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 28. Oktober 2016
Publisher: Bethesda
Entwickler: Bethesda Game Studios
Webseite: http://www.elderscrolls.com
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 108 von 7386 in: PC-Spiele
Platz 40 von 1943 in: PC-Spiele | Rollenspiel
 
Lesertests: 1 Einträge
Spielesammlung: 306 User   hinzufügen
Wunschliste: 13 User   hinzufügen
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