„How High The Moon“ und da wollen wir hin – Ein paar Spiele zu realen Weltraumprojekten anläßlich des 50ig-jährigen Jubiläums der Mondlandung

Von Software-Pirat · 29. Juli 2019 · ·
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  1. "That’s one small step for man… one… giant leap for mankind," sprach Neil Armstrong am 21. Juli 1969, also vor knapp 50 Jahren, als erster Mensch endlich den Mond betrat. Endlich übrigens deswegen, weil er und sein Begleiter Edward E. „Buzz“ Aldrin erstmals eine Weile brauchten, um die klemmende Ausstiegluke zu öffnen. Dabei brachen sie übrigens den Startknopf für die Zündung der Raketen für den Rückflug zum Mutterschiff ab. Wenn man den Artikel des Spiegels, den ich kürzlich gelesen habe, glauben mag, war das aber kein Problem. Ein einfacher Stift tat es dann auch. Buzz Aldrin ist zwar nur der zweite Mensch auf dem Mond, dafür war er aber auf fast allen Photos vom Mond zu sehen. Was man allerdings auf den Bildern nichts, Buzz Aldrin war zumindest der erste Mensch auf den Mond, der dort gepinkelt hat, wenn auch nur in den Anzug. Weil aber der Urinbeutel kaputt war, floß die ganze Flüssigkeit im in den Stiefel, eine schöne Bescherung. Ja, es ging schon so einiges schief beim Apollo-Programm. Umso erstaunlicher und bewundernswerter, daß im Endeffekt alles gut ging.

    Wer glaubt, es besser als die NASA-Ingenieure zu können und vielleicht selber mal den Mond zu betreten hofft, der braucht in der Regel erstmals fiel Geld. Einfacher und billiger ist es aber, die Mondlandung gewissermaßen virtuell zu erleben, zum Beispiel anhand eines hoffentlich auch unterhaltsamen Computerspiels. Weltraumspiele gibt es ja, wie Sand am Meer. Wenn man aber versucht jene herauszupicken, die sich mit realen Weltraumprojekten beschäftigen, wird es schon schwieriger. So viele gibt es nicht. Klar, mit einem X-Wing durch das All zu brausen, oder mit der legendären Cobra aus Elite, ist schon cool, aber doch etwas Anderes, als sich z.B. mit einer Rakete, die übrigens jeden Moment explodieren kann, in die Erdumlaufbahn schießen zu lassen. Also schauen wir mal, was es so an Spiele gibt, die reelle Weltraum-Projekte thematisieren, und ob es sich für Weltraum-Enthusiasten lohnt.

    Space Engine

    Spiel Nummer 1 paßt eigentlich nicht hierher, den die Space Engine thematisiert keinesfalls ein Weltraum-Projekt, sondern eigentlich eher das Universum. Zudem tue ich mir schwer, die Space Engine als Spiel zu bezeichnen. Es ist eher ein virtuelles Planetarium, nur halt ohne die Lasershows. Trotzdem möchte ich es hier erwähnen, denn die Space Engine zeigt uns die ganze Faszination des Universums, und gibt uns somit gewissermaßen eine Motivation für das ein oder andere Weltraumprojekt.

    Was ist die Space Engine genau? Nun, die Space Engine ist gewissermaßen ein komplett virtuelles Universum, zum größten Teil prozentual berechnet, aber natürlich verfeinert mit realen kosmischen Objekten, die unser Sonnensystem, oder Sagittarius A*, dem schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße. Es gibt sogar einen Raumschiff-Modus, mit dem man das Universum durchfliegen kann, sogar mit realistischer Steuerung. Allerdings sollte man etwa Zeit mitbringen. Wer auf die Idee kommt vom Neptun mit Lichtgeschwindigkeit zur Sonne zu fliegen, der wird wohl 4,17 Stunden vor dem Monitor verbringen. Die Entfernungen richten sich tatsächlich an die realen Entfernungen. Und unser Sonnensystem ist nur ein winzig kleiner Teil des Universums! Die Weite des Universums ist schon unglaublich beeindruckend. Spöttisch gesagt, das Spiel mit der größten Open World ist Space Engine, meilenweit vor Skyrim, Assassin's Creed oder Fallout 76. Und, die Space Engine erlaubt jede Menge eindrucksvoller Screenshots, wie man im Screenshot-Thread des GameStar-Forums entdecken kann.

    Space Engine.png
    Das Ziel aller Träume, der Mond! Alles nicht unserer, sondern Europa, einer der Monde des Jupiters. Das Bild stammt aus der Version 0.9.8.

    Die Space Engine ist was für Hobby-Astronomen. Zu finden gibt es sie auf Steam in der neuesten Version. Wer nur probieren will, kann sich auch eine ältere Version downloaden, dafür aber kostenlos.

    Shuttle – The Space Flight Simulator

    So, zumindest haben wir jetzt einen Grund gefunden den Weltraum zu erforschen, und am liebsten würden wir das wie einst Captain Picard am Bord eines Raumschiffes machen. Letzteres ist aber definitiv Science-Fiction. Aber in den Erdnahen Orbit könnten wir schon mal vorstoßen, und besonders elegant ging dies bis zum Jahr 2011 mit dem Space-Shuttle. Heute fliegt kein Shuttle mehr, und es ist auch nicht sicher, ob jemals wieder eines abheben wird. Aber zumindest am PC sollte da noch was gehen, und da kommt das Spiel Shuttle – The Space Flight Simulator ins Spiel (diverse Shuttle-Spiele für den Atari VCS und Konsorten lassen wir mal außen vor). Das Spiel wurde 1992 von Virgin Games veröffentlicht und zeichnete sich damals mit einem ziemlich hohen Simulationsanspruch bzw. Realitätsnähe aus. Alleine schon das Frontpanel des Cockpits umfaßte in der Amiga-Version drei Bildschirme, zwischen denen per Pfeiltasten gescrollt wurde. Insgesamt gab es fünf verschiedene Cockpit-Sektoren, die im Layout und Aussehen dem Original-Cockpit nachempfunden worden waren. Schön zudem, daß die verschiedenen Bedienelemente und Schalter per Maus bedienbar waren. Schön auch, daß das Spiel ein nettes Lexikon bereitstellte und man so einigen über das Space-Shuttle lesen konnte.

    Shuttle - Lexikon.png
    Das Lexikon half damals allen, die schon immer mal wissen wollten, wie so ein Space-Shuttle aufgebaut ist. Heute hilft hier natürlich Wikipedia weiter.

    Die Urteile der Testzeitschriften waren größtenteils negativ. Die Amiga Joker bescheinigte Shuttle "Unspielbarkeit durch Übersimulation", die altehrwürdige Power Play kritisierte die wenigen, langweiligen Missionen, was wohl auch an dem Einsatzgebiet eines Shuttles lag. Einen Satelliten auszusetzen klingt auch weniger aufregend, als mit einem X-Wing über diverse Todessterne zu heizen. Nur die ASM war angetan und verteilte immerhin 11 von 12 Punkten.

    Ausprobiert habe ich mal die Amiga-Version, installiert auf Festplatte, so daß lange Nachladezeiten kein Problem waren. Grundsätzlich muß ich sagen, daß es viele Amiga-Spiele gibt, die auch heute noch gut aussehen. Flugsimulatoren gehören dazu leider nicht. Und zu denen zähle ich mal Shuttle. Aber die flachen Vektorgrafiken ohne Texturen sind heute schon sehr schwer anzuschauen. Das Space-Shuttle läßt sich als solches noch erkennen, aber schon bei der Boeing 747, die das Shuttle auf den Rücken trug, hatte ich Schwierigkeiten diese als solche zu erkennen. Zudem ist die Grafik nicht besonders schnell. Die Cockpit-Grafiken sehen aber ganz gut aus.

    Shuttle - Auf der 747.png
    Na, wer erkennt den Shuttle und wer das Flugzeug. 3D-Grafik sah damals so aus, Vektoren ohne Texturen, heute schon sehr schwer zu ertragen.

    Fazit, für angehende NASA-Shuttle-Piloten ist Shuttle – The Space Flight Simulator nichts, denn die kommen knapp ein Jahrzehnt zu spät. Der Shuttle fliegt ja heute nicht mehr. Wer aber schon immer mal wissen wollte, wie man so ein Shuttle aufgebaut ist und wie es funktioniert, kann mal einen Blick riskieren. Allerdings sollte man ein Faible für Retro-Vektor-Grafiken haben, die schon 1992 nicht mehr modern aussah.

    X-Plane

    Eine Shuttle-Alternative mit guter, zeitmäßiger Grafik gibt es meiner Kenntnisse wohl nicht. Einzig X-Plane fällt mir da ein, denn zumindest in der Version 7 konnte man mit einem Space-Shuttle einen Landeanflug aus dem Orbit durchführen. Das ist immerhin schon etwas. Starts und Missionen im Orbit waren damals aber wohl nicht implementiert (vielleicht in späteren Versionen? Weiß da jemand etwas?). Darüber hinaus konnte man sich auch als Pilot einer Saturn V, der legendären Mondrakete, versuchen oder der berühmten X-15, einschließlich Starts von einer B-52-Bomber, suborbitalen Flug, Wiedereintritt in die Atmosphäre und Landung auf Kufen im Gleitflug. Und mit der SR-71 so hoch zu fliegen, daß der Himmel dunkel wird, und die ersten Sterne erscheinen, das hat was (klappt übrigens auch mit der F-16 bei Falcon 4.0, schon probiert!). Netter Idee, wer will kann auch auf dem Mars fliegen, denn es gibt tatsächlich auch ein Mars-Szenario. Das funktioniert allerdings nur mit einem speziellen Marsflugzeug, alle anderen mitgelieferten Flugzeuge müssen wegen der dünnen Atmosphäre leider am Boden bleiben.

    x-plane.png
    Eine SR71 wirklich hoch über den Wolken. Das Bild hab ich mir aus dem X-Plane-Forum ausgeborgt.

    Kurz gesagt, X-Plane ist ein Eldorado für Testpiloten. Einen Wermutstropfen aber gibt es. Leider verweigerte das Programm auf meinem Windows 10 Rechner den Dienst. Deswegen gibt es auch keinen eigenen Screenshot zu X-Plane. Schade.

    Buzz Aldrin's Race into Space

    Selber in den Weltraum zu fliegen ist schon mal gut. Interessant kann es aber auch sein, sein eigenes Weltraum-Programm zu managen. Ab 1993 war dies auf dem PC mit Buzz Aldrin’s Race into Space möglich. Das Spiel ist eine Mischung aus Strategie und Wirtschaftssimulation, mit natürlich ganz viel Raumfahrt. Als Spieler übernahm man den Chefposten der NASA bzw. der sowjetischen Weltraumbehörde. Das Ziel, möglichst schnell einen Mann auf den Mond bringen (und nach Möglichkeit auch wieder zurück zur Erde), und das alles schneller als die Gegenseite. Dazu stellte man Astronauten und Wissenschaftler ein, kaufte Raketen und startete Forschungs- und Entwicklungsprogramme, wie z.B. den Bau diverserer Satelliten, wie z.B. den berühmten Sputnik. Auch das Gelände des Weltraumbahnhofes will zügig ausgebaut werden, mit z.B. neuen Startrampen. Leider sind, wie im richtigen Leben, die Mittel begrenzt, sprich man muß darauf achten, daß immer genügend Geld vorhanden ist. Die Währung im Spiel nennt sich übrigens Megabucks.

    Race into Space - Hauptmenü.png
    Das Hauptmenü von Race into Space. Wer will kann auch auf Seiten der Sowjets spielen.

    Grundsätzlich müssen diverse Milestones absolviert werden, um weitere Missionen freizuschalten. Ohne Satelliten im Weltall, könnt ihr keinen bemannten Weltraumflug starten und so weiter. Das Spiel läuft dabei in Runden ab. Eventuell angesagte Raketenstarts finden dabei zwischen den Runden statt. Anhand von digitalisierten Filmmaterials zeigt das Spiel, wie erfolgreich die Mission abläuft. Haben die Wissenschaftler ihren Job richtiggemacht und der Sicherheitsfaktor ist hoch, oder habt ihr einfach Glück, gelingt die Mission. Ansonsten kann die Rakete beim Start auch explodieren, was im schlimmsten Fall den Tod der Astronauten zu Folge haben kann. Auf maximale Sicherheit zu forschen, klingt zwar vernünftig, aber wenn die Gegenseite zuerst einen Mann in den Orbit schießt, um mal ein Beispiel zu nennen, ist das auch keine Lösung. Nachrichten, Geheimdienstinformationen, im Jahr 1993 eindrucksvolle Digitalfilme und originale Namen der Astronauten runden das Spiel macht. Die Grafik ist hübsch und sieht gut aus, der Sound zweckmäßig und das Spiel spannend. Zudem weckt es Interesse an den Weltraumrennen der beiden Supermächte. Schön auch, es gibt einen Zwei-Spieler-Modus, allerdings nur am selben PC.

    Race into Space - Raketenstart.png
    Da waren die Sowjets schneller. Eine Zwischensequenz zeigt den Start einer bemannten, sowjetischen Mission.

    Wer jetzt Lust bekommen hat, Chef der NASA zu werden, oder über Baikunur zu herrschen, der wird sich freuen, daß das Spiel mittlerweile Freeware ist und unter http://www.raceintospace.org/ kostenlos downloadbar ist. Es läuft übrigens anstandslos unter Windows 10, zumindest bei mir. Trotzdem wäre hier jetzt angebracht, nach einem Remake zu rufen, wenn es nicht Buzz Aldrin’s Space Program Manager geben würde.

    Buzz Aldin's Space Pogram Manager

    Buzz Aldrin’s Space Program Manager erschien 2014, entdeckt habe ich es leider erst vor kurzem. Im Prinzip ist es eine moderne Version von Race into Space. Das Spielprinzip ist dasselbe, es geht darum als erstes einen Astronauten bzw. einen Kosmonauten auf den Mond zu bringen. Dazu stellt man wieder Wissenschaftler, Ingenieure und Astro- bzw. Kosmonauten ein und weißt sie diverse Forschungsprojekten und Missionen zu. Neu hinzugekommen ist, daß jeder Angestellte über diverse Fähigkeiten verfügen und können zudem auf Ausbildung geschickt werden können. Außerdem muß man nun auch Flugleiter einstellen, die ebenfalls über diverse Fähigkeiten verfügen und bei Raketenstarts entsprechende eingesetzt werden. Zudem gibt es eine große Auswahl an Einsätze und mit der GSA (der Global Space Agency) eine dritte, wenn auch fiktive, Fraktion. Hinzu kommt neben der Kampagne ein Sandbox-Modus.

    Space Manager - Das Cape.png
    Der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, hier schon gut ausgebaut, dient als Hauptmenü.

    Buzz Aldrin’s Space Program Manager macht vieles richtig. Die 3D-Szenen bei einer Mission sehen gut aus, allerdings währen mir persönlich digitalisierte Filme lieber gewesen. Schade auch, daß die Namen der Astronauten relativ zufällig sind und mit jenen der echten Astronauten nichts zu tun haben. Schade, ich hätte zu gern John Glenn mit Friendship 7 in die Umlaufbahn geschossen. Schade auch, daß das Wettrennen wegen fehlender Zwischensequenzen, welche die Erfolge der Gegenseite zeigen würden, etwas zu kurz kommt. Hier gefällt mir der inoffizielle Vorgänger tatsächlich etwas besser. Auch mehr Geheimdienstinformationen und mehr politischen Einfluß hätte ich mir gewünscht. Trotzdem, Buzz Aldrin’s Space Program ist richtig gut geworden. Verhinderte NASA-Chefs sollen zugreifen.

    Space Manager - Gemini im Orbit.png
    Bislang läuft die Mission noch gut und unsere Gemini-Kapsel löst sich ohne Probleme von der letzten Stufe unserer Titan II-Trägerrakete.

    Space MAX

    Wer eine ganze Weltraumorganization etwas zu viel ist und lieber sich detaillierter um ein einzelnes Projekt kümmern möchte, der sollte sich vielleicht Space MAX, das 1992 von Starbyte wiederveröffentlich wurde. Wiederveröffentlich deswegen, weil 1986 eine Ur-Version von Final Frontier Software entwickelt wurde, die allerdings damals ziemlich unterging. Programmiert wurde diese Ur-Version übrigens von T. L. Keller, der zuvor in Pasadena im Jet Propulsion Laboratory arbeitete, wo er an diversen Raumprogrammen beteiligt gewesen war (unter anderem Mariner-, Voyager- und Viking-Missionen). Gespielt habe ich Space MAX damals auf den Amiga, und das durchaus mit Interesse, auch wenn ich heute nicht mehr weiß, wie ich damals in den Besitz des Spieles gekommen bin. Nur um das mal klarzustellen: Ich hatte damals eine Original-Version!

    Space MAX - Kommandozentrale.png
    Die Kommandozentrale! Von hier aus erreichen wir diverse Statistiken, beladen Shuttles und schicken sie in den Orbit.

    Im Prinzip ist Space MAX nicht mehr als eine typische Wirtschaftssimulation, wie es so viele damals gab. Interessant ist aber das Themengebiet, denn es geht darum eine Raumstation im Orbit aufzubauen, und das mit begrenzten Budget und nach Möglichkeit so, daß man dabei auch noch etwas Geld verdient. Dazu schickt man per Space-Shuttle, oder Versorgungsraumschiff, Material, Arbeiter und Wissenschaftler in den Orbit, wo man dann in einem Minispiel, die einzelnen Bauteile selbst zusammensetzt und so die Raumstation aufbaut. Die Herausforderung besteht natürlich darin mit dem begrenzten Budget die Raumstation soweit zum Laufen zu bringen, daß man diverse High-Tech-Güter produzieren kann, die dann hoffentlich ordentlich Gewinn abwerfen. Um Erfolg zu haben, muß man entsprechend gut planen und bereit sich mit diversen Statistiken und Zahlenreihen herumzuschlagen. Da sich die im Spiel anfallenden Kosten sich an reelle Kosten orientieren, sind die Zahlen entsprechend hoch.

    Space MAX - Aufbau Raumstation.png
    Unsere Raumstation besteht bislang aus einem Sonarpanel und einen Kommandomodul. Sie wird bald größer sein.

    Grafisch ist Space MAX relativ einfach. Hauptsächlich spielt sich vieles im Kontrollzentrum ab, sprich es gibt nur ein paar Grafiken, die aber ganz gut aussehen und viel Atmosphäre vermitteln. Dazu kommt der Orbit, wo ihr die Raumstation aufbaut. Das war es eigentlich schon. Ein Highlight sind die optionalen, digitalisieren Start- und Landefilme, zumindest waren sie es 1992. Als ich Space MAX vor kurzem wieder installierte und es auszuprobieren, war ich doch ziemlich erstaunt, wie pixelig und auch etwas farblos die Filme erscheinen. Dafür gefällt mir die Musik aber ganz gut.

    Fazit: Space MAX ist ein schönes Spiel, für Weltraumfreaks mit einer gewissen Affinität zu großen Zahlen und Statistiken, die schon immer mal die ISS nachbauen wollten. Alternativen? Ist mir ehrlich gesagt, keine bekannt.

    Kerbal Space Project

    Zu guter Letzt noch ein Spiel, daß eigentlich aus zwei Gründen nicht hierhergehört, und zwar Kerbal Space Projekt. Grund Nummer 1 ist der, daß ich es bislang (noch) nicht gespielt habe (kommt aber sicher irgendwann), und ich eigentlich nur über Spiele schreiben will, die ich auch zumindest ein wenig gespielt habe. Allerdings halte ich das Spiel trotzdem für so wichtig, daß ich es zumindest erwähnen will. Grund Nummer 2 ist der, daß das Spiel kein reelles Weltraum-Projekt thematisiert, sondern das fiktives. Es geht in dem Spiel wohl darum, daß das Volk der Kerbals, ihr Sonnensystem erobern wollen, wobei ihr Mut wohl größer ist, als ihre Raketen-Ingenieurskunst. Hier kommt der Spieler ins Spiel, der den Kerbals bei der Entwicklung der Raketen kräftig unter die Arme greifen soll. Das klingt jetzt einfacher, als es ist, denn Kerbal Space Program scheint von seinen Spielern grundlegende Kenntnis von Raketentechnologie und ein gewisses Verständnis der physikalischen Gesetze vorauszusetzen. Es scheint also weniger ein Spiel für Gelegenheitsspieler zu sein, die beim Spielen einfach nur abschalten wollen, sondern eher etwas für Spieler, die bereit sind, ein Spiel auch richtig zu erlernen. Da ich durchaus eine Schwäche für Spiele habe, bei denen man etwas lernt, finde ich das eigentlich sogar ganz gut. Kurz gesagt, Kerbal Space Program scheint ein Spiel für angehende Raketen-Ingenieure zu sein.

    Kerbal-Space.png
    Ein Kerbal im Weltraum. Nicht zu verwechseln mit Schweine im Weltraum, was aber ein anderes Thema ist. Das Bild stammt von Steam.

    So, daß war dieser kleine Überblick über die Spiele, bei denen es um Weltraum-Projekte, die zumindest mir bekannt sind. Ein paar Spiele, wie der E.S.S – European Space Simulator von 1989 (Amiga) habe ich deswegen auch mal außen vorgelassen, genauso wie auch Apollo 18 von 1989 (C64 und DOS, es gab wohl auch ein Spiel von 1999). Das 50ig-jährige Jubiläum der Mondlandung habe ich zwar verpaßt, ich hoffe aber, daß die Erinnerung daran noch nicht ganz verblaßt ist. Der Blog ist leider sehr retro-mäßig ausgefallen, was aber daran liegt, daß mir schlicht und ergreifend keine neueren Spiele bekannt sind. Wer mich vom Gegenteil überzeugen will, darf gern etwas dazu in den Kommentaren dazu schreiben. Ansonsten fände ich es schon schön, wenn ein wenig mehr zu dem Thema kommen würde. Schließlich sollen bald ja wieder Menschen zum Mond fliegen und vielleicht erfüllt sich dann auch der alte Traum von Wernher von Braun, nämlich der, von einer bemannten Mars-Mission.


    PS: „How High The Moon“ ist der Titel eines Songs von Les Paul und Mary Ford.

    Über den Autor

    Software-Pirat
    Irgendwann bekam der Software-Pirat mal einen NES zu Weihnachten geschenkt, obwohl er sich bislang für Video-Spiele nicht interessierte. Aber von da an ging es los. Später kam noch ein Amiga 500 ins Kinderzimmer, dann einen Amiga 1200. Ein PC gab es erst später. Seitdem gehören PC-Spiele zum Hobby des Software-Piraten.
    Black_Ace, Yeager, Blumenkohl und 2 anderen gefällt das.

Kommentare

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  1. Mary Marx
    Ich musste noch an das 4. Löwenzahn-Spiel denken. Dort konntest du auch als "Weltraum-Reporter" in ein Raumschiff steigen und musstest Fotos von Planeten unseres Sonnensystems machen. Das ist bei weitem nicht so Umfangreich wie deine angeführten Beispiele, jedoch hat man doch als Kind einiges über das Sonnensystem gelernt. :)
  2. danmage
    Ich habe eine zusätzliche Information zum Kerbal Space Projekt.
    Es gibt ein DLC genannt "Making History". Damit kann man historische Missionen simulieren. Außerdem gibt es einige Mods.
    Ich habe das Spiel kürzlich gekauft und leider bis jetzt nur kurz angespielt. Mich hatten bisher immer diese Cartoonfiguren abgeschreckt.
    Ich werde demnächst vielleicht die Mod "Realism Overhaul" installieren und mich weiter mit dem Spiel beschäftigen.
      Blanidur gefällt das.
  3. Lasstmichdurch
  4. Kigosh
    Leider habe ich kein einziges dieser Spiele gespielt. Mond war für mein 12-jähriges Ich halt nicht so cool wie Wing Commander. Aber ganz cooler Artikel, hat Spass gemacht ihn zu lesen.
  5. Blumenkohl
    Herrlich, der Mythos Raumfahrt, bzw. Fahrt zu den Sternen, ist einer der ganz großen Bausteine in der Story des sogenannten Westens. Wir hätten ja auch viele andere Mythen nicht in dem Maß, wie z.B. Sci-Fi etc.

    Ich kann es mir schon gar nicht mehr wegdenken.
  6. Yeager
    Schöner Blog!

    Trivia:

    Die SR71 Blackbird, ab 1998 eingemottet, hätte von Lockheed Martin einen Nachfolger haben sollen, die SR72, die mit 6 Mach doppelt so schnell wäre. Meines Wissens nach taucht sie in keinem Spiel auf, das weiß ich aber nicht 100%ig:

    [​IMG]

    Demnächst kommt Space Mechanic Simulator raus, das wohl noch am ehesten in den Bereich der Shuttle-Sims gehört. Wie hoch der Realismusgrad ausfällt, weiß ich nicht. Ich schätze, es wird vergleichsweise simpel sein, dafür aber mit zeitgemäßer Grafik. Falls jemand mal pflegeleicht in das Genre einsteigen will :)

    [​IMG]

    https://store.steampowered.com/app/429380/Space_Mechanic_Simulator/?l=german
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