Anfänge

Von AmonLFK · 27. Dezember 2017 · Aktualisiert am 27. Dezember 2017 ·
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  1. Nur um es vorweg zu nehmen: Es gibt sicherlich schon hunderte solcher Blogeinträge. Mir egal, das ist meiner. Viel Spaß damit :)

    In der GameStar 1/18 gab es vom lieben Herrn Fränkels einen hervorragend amüsanten Artikel zum 35-Jahres-Jubiläum des C64. Gespickt mit nostalgischen Anekdoten und einigen durchaus interessanten Fakten (Wer hätte gedacht, dass man Nerds früher Computerfreaks nannte?) war es für mich ein Fest, in seine Zockervergangenheit einzutauchen - wenngleich ich Herrn Fränkels nicht einmal kenne und bisher auch nur eher wenig bewusst von ihm gelesen habe.

    Diesen Artikel habe ich mir zum Anlass genommen, mir eine Frage zu stellen: Wie fing das damals eigentlich bei mir an? War ich schon ein Zocker, als ich auf dem Amiga meines Vaters Lotus und Lemmings zockte? Oder begann es erst später, mit dem SNES meines Bruders? Oder dem GameGear meines Cousins? Alles gute Fragen, gute Anfänge, aber ich glaube, wir müssen etwas weiter zurück gehen ...

    Denn es begann schon in meiner frühesten Kindheit. Ich kann mich nicht an viele Details erinnern (oh wunder ...), aber eine der wirklich sehr spärlichen und kaum vollständigen Erinnerungen meiner frühen Kindheit hängt tatsächlich mit einem Computerspiel zusammen. Ich saß im Wohnzimmer einer riesigen (zumindest war sie das für mich) Plattenbauwohnung auf dem Schoß meines Bruders (keine Ahnung, ob es nicht doch weranders war) und wir spielten irgendso ein Spiel. Ich kann mich weder an das System erinnern, noch weiß ich noch, ob es mit Tastatur, Maus, Steuerknüppel oder weiß der Teufel was gesteuert wurde. Ich weiß nur, dass es da irgendwie darum ging, dass nach und nach verschiedenes Obst kam, und man es irgendwie auf einen Baum "schieben" musste. Heutzutage würde ich es als eine Mischung aus Tetris, Fruit Ninja und Bejeweled interpretieren. Ich weiß noch, wie fasziniert ich davon war, obwohl ich null davon verstand.

    Zeitsprung - ein paar Jahre später. Wir waren umgezogen - aufs Land. Mein Vater stellte mir und meinem neuen Bruder einen Bildschirm ins Zimmer. Vor diesen stellte er eine Tastatur. Auf dieser waren ein paar Buchstaben zu lesen - AMIGA. Es ergab für mich keinen Sinn. Man steckte an der Seite solche Plastikscheiben rein, und dann passierte irgendwas auf dem Monitor. Meistens wurden dann Spiele gestartet. Mein neuer Bruder und ich verbrachten viel Zeit damit, jedoch ich mehr als er. Er spielte am liebsten Lotus und andere Rennspiele. Auch ich spielte gern Lotus, aber noch lieber spielte ich Lemmings und Golden Axe. Ich kam bei Lemmings nie über das 10te Level hinaus, aber trotzdem liebte ich es, diese kleinen Lemminge zu steuern, ihnen Aufgaben zu geben die in sich zum Ziel führten, sie also zu retten. Golden Axe habe ich eines Weihnachtstages tatsächlich durchspielen können. Die Endsequenz hatte mich verwirrt, aber ich war zufrieden. Ich hab dem Bösen auf die Mütze gegeben, obwohl ich zu keiner Sekunde wusste, warum ich ihm eigentlich auf die Mütze geben wollte. Parallel dazu habe ich regelmäßig meinen "alten" Bruder besucht. Er spielte Computer - fragt mich nicht, was - ich jedoch spielte auf seinem SNES. Meistens spielte ich Mario Land und Zelda. Ich verstand Zelda damals nicht so richtig, aber ich liebte die Musik, und ich steuerte ein Männchen was sich mit einem Schwert zu wehren wusste. Ich konnte mich auch weitgehend frei in der Welt bewegen, musste nicht von links nach rechts. Eine völlig neue Erfahrung für mich, hatte ich doch vorher immer mit vorgegebenen Wegen zu tun.

    Zeitsprung - noch ein paar Jahre Später. Wir, mein neuer Bruder und ich, bekamen Game Boys. Game Boy Pockets um genau zu sein. Ich spielte immer Zelda auf meinem - gar keine Frage. Und dann kam irgendwann noch Pokemon. Und dann irgendwann kam auch die N64, mit F-Zero, Mario, Turok und, was am wichtigsten war, Zelda - Ocarina of Time. Was habe ich Stunden mit diesem wunderschönen Spiel verbracht. Weil ich nur etwa 3 mal die Woche selbst spielen durfte, und auch dann immer nur wenige Stunden, kam ich natürlich nie weit. Aber ich und mein damals bester Freund Tilo (Name verfremdet) haben uns immer die Fantastischsten Theorien ausgedacht, wie es weiter gehen könnte. Und für wen dieser vier Mädels sich Link schließlich entscheiden würde - Das ewige Kind Salia, die Bauerntochter Malon, Die Fischprinzessin Ruto oder doch die namensgebende, anmutige Prinzessin Zelda? Ich mochte am liebsten Salia - war doch der Abschied so schmerzhaft ...

    Irgendwann, noch viel später (ich war inzwischen ein weiteres Mal umgezogen) bekam ich dann auch einen GameCube. Auch hier natürlich wieder mit Zelda, doch damit habe ich dieses Mal nicht die meiste Zeit verbracht. Auf meinem Bett liegend, System of a Down hörend konnte man mich dabei beobachten, wie ich mit Leidenschaft Rüben anpflanzte, Kühe melkte, Schafe schehrte und mit der einen oder anderen Nachbarin anbandelte. Die Rede ist freilich von Harvest Moon. Allerdings, und das ist neu, hatte ich nicht nur einen GameCube zu dieser Zeit, sondern auch einen PC - 166 stolze Megaherz und 64 MB RAM (oder so). Viel konnte ich damit nicht machen, aber immerhin liefen Heroes of Might and Magic 3, Piraten, Lords of the Realm und Might and Magic 6 auf diesem Rechenklotz. Natürlich gehörte dieser Rechner auch nicht mir, im strengen Sinne, sondern auch den anderen Kindern in der Tageseinrichtung, die ich zu dieser Zeit besuchte. Aber es geht ja hier ums Zocken, nicht ums Rechner haben.

    Bis zu meinem eigenen Rechner sollten noch einige Jahre vergehen, in denen auch diese Rechner besser wurden, ich die Playstation (und damit Gran Torismo und Tomb Raider) kennen lernen durfte. Gute Jahre, wenn ich zurück blicke, und Jahre, in denen sich ein Profil abzeichnete: Strategiespiele, Rollenspiele. Nichts anderes. Die Spiele, die auf meiner ersten Rechenmaschine am meisten liefen, waren The Elder Scrolls 4: Oblivion, Civilisations 4, Diablo 2 und eben Heroes of Might and Magic 3 und 4. Das waren noch Zeiten ....

    Ich weiß, es ist etwas schwierig, da durch zu steigen, doch das hängt mehr mit meiner verzwickten Kindheit zusammen als mit der Art, die Geschichte zu erzählen. Ich habe auch viele Lücken gelassen, viele Aspekte heraus genommen, ich will schließlich meine positive Gaming-Geschichte vom ersten Spiel bis zum ersten eigenen PC erzählen, nicht die traurige Geschichte des AmonLFK :D

    In diesem Sinne, gehabt euch wohl

    Über den Autor

    AmonLFK
    Beschreibung: Mensch, Männlich, europider Phänotyp.
    <br/>Hobbies/Interessen: Ninjutsu, Philosophie, Krafttraining

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